Zuerst das Wichtigste: ich werde in einigen Tagen nach Norden zu meinem neuen Job fahren. Die Farm liegt etwa drei bis vier Autostunden nördlich von Reykjavík im Vatnsdalur. Die nächste größere Stadt/Ortschaft heisst Blönduós und man fährt etwa dreissig Minuten dorthin.
Ich freue mich schon darauf, obwohl die Arbeit vermutlich um einiges anstrengender werden wird. Dafür wird es auch sicher interessanter und ich werde hoffentlich auch mehr lernen.
Leider ist die Internetverbindung dort nicht so das Wahre, wie ich feststellen konnte. Also wird es vielleicht ein bisschen dauern, bis ich Fotos posten kann. Mal sehen.
Hm, was war sonst noch los in den letzten Wochen?
Achja, Fasching. Die Isländer feiern Fasching nicht am Dienstag, so wie wir, sondern am Mittwoch. Aber sie verkleiden sich auch. Also haben wir uns an diesem Tag auch in Schale geworfen:
Das sind von links nach rechts: Bianca, ein neues Mädchen aus Deutschland, das hier ein dreimonatiges Praktikum machen wird. Maya, unsere aus dem Mutterschaftsurlaub zurückgekehrte stable managerin und über ihr Abi. Pippi Langstrumpf heisst in Wirklichkeit Carolin und kommt aus Schweden. Sie hat hier mal gearbeitet und kam für einige Tage auf Besuch.
Und für alle, die es noch nicht gemerkt haben: das bin ich als Katze. Oder Maus. Oder irgendwas anderes mit Schnurrhaaren halt.
Eine Woche danach kamen dann noch zwei andere Mädls zu Besuch, die hier mal gearbeitet haben. Auf einmal war es im Appartement gerammelt voll und natürlich sind alle am Abend in Reykjavík fortgegangen. Da Hanna aus Schweden und Malene aus Dänemark für uns gearbeitet haben, sind wir in den Genuss eines freien Wochenendes gekommen. Das passiert uns hier nicht oft.
Auf unserem letzten funny ride konnten wir auch sehr schöne Nordlichter sehen. Die Aurora borealis ist ja an sich schon jedes Mal ein Erlebnis, aber so schöne habe ich noch nie gesehen. Meine Kamera ist ja nicht so hightech, deswegen sind die Fotos unscharf, aber man sieht immerhin die Farben und den Kontrast zu dem Busch im Vordergrund:
Worterklärung: funny ride, der: zur Belustigung und zum Frustrationsabbau eingeführte Abendbeschäftigung der Guides hier. Schematischer Ablauf: erstes Bier -> Pferd aussuchen -> zweites Bier -> Pferd satteln -> drittes Bier -> Klo -> mehr oder weniger elegant aufsteigen -> losreiten (im Tölt, Schweinepass oder Trab, hier zeigt sich, wie gut man Punkt 1 bewältigt hat..) -> (Klo-)Pause machen -> viertes Bier -> schnell heimreiten, weil man schon wieder aufs WC muss.
Findet je nach Jahreszeit und Trinkgeschwindigkeit der anwesenden Guides bei Tageslicht, Dämmerung oder auch im Stockdunklen statt.
Im Gegensatz zum Rest von Europa hat bei uns wieder der Winter Einzug gehalten, wir haben hier eigentlich jeden Tag Schneefall, auch wenn alles recht schnell wieder wegtaut. Die Tage werden immer länger, wenn wir um acht zu arbeiten beginnen, ist es längst hell und vor 21 Uhr am Abend wird es auch nicht mehr dunkel. Das ist wirklich eine Erleichterung... und wir können abends nach der Arbeit jetzt auch wieder sehen wohin wir reiten.
Morgenstimmung.
Rjùpa und Rósa (eine bleikvindott Stute, ich hab gar nicht gewusst, dass es die Farbe gibt...) im Schnee.
Zum Abschluss noch ein paar Fotos von mir und meinem Pferdchen. Kraftur kommt natürlich nach in den Norden, sobald der Stall dort fertig ist.
Spass im Schnee!! :D
Liebe Grüße ins frühlingshafte Graz!!

