Samstag, 10. März 2012

Snæfellness

Wem fällt an nachfolgendem Satz was auf? Meine freien Wochenenden beinahe anstrengender als die an denen ich arbeite. Irgendwas mach ich falsch. Zum Beispiel hatte ich letztes Wochenende gerade mal so Zeit für eine Dusche bevor Christina und die anderen mich abgeholt haben um nach Snæfellness zu fahren. Die letzte Strecke der Fahrt war dann auch recht abenteuerlich: im Regensturm und Dunkelheit entlang der Nordküste der Halbinsel bis nach Grúndarfjörður, wo wir spätnachts dann auch tatsächlich angekommen sind.

Die offizielle Entschuldigung für ein weiteres Partywochenende ... *husthust* Der Grund für unsere kleine Reise war das Northern Wave International Film Festival. Hat noch nie jemand gehört? Sehr gut, ich auch nicht. Auch mein Chef nicht. Zumindest nicht bevor Christina davon gesprochen hat.

 
Trotzdem war das Programm sehr interessant, eine bunte Mischung aus internationalen Kurzfilmen, isländischen Musikvideos, kleinen Dokumentationen, animierten/Kinder-filmen und sogar einer Meisterklasse mit einer (mir unbekannten, aber offenbar sehr guten) französischen Kamerafrau. Die haben wir aber nicht besucht, sondern sind stattdessen in Grúndarfjörður herumspaziert. Allerdings nicht zu lange, da uns das Wetter einen Strich durch Rechnung gemacht hat: Schnee, Sturm und Sonne haben sich im Halbstundentakt abgewechselt. Sprich: das Wetter ist toll wenn man aus dem Fenster schaut, aber hat man sich dann endlich fertiggemacht, gegessen und steht auf der Strasse, ist von der schönen Landschaft nix mehr zu sehen vor lauter Schnee. Hin und wieder konnte ich trotzdem das eine oder andere Foto machen.

Kirkjúfell und Kirche
Nein, ich war nicht betrunken als ich das Foto gemacht habe. Aber das Fenster war schmutzig und man konnte es nicht wirklich weit öffnen.


Im Hintergrund kann man den eindrucksvollen Berg vom vorigen Foto noch im Schneegestöber erahnen...


Hier ist es wieder schön sonnig, aber ich kann den nächsten Schnee schon sehen..

Jana, ich und Zuzka im Schnee (schon wieder!) Dankeschön an Lisa für das Bild!

Ich hab es nicht geschafft, alle Filme zu sehen (irgendwann muss ich ja auch mal schlafen und mich erholen). Empfehlen kann ich aber die Kurzfilme Ainult Meie kolm (Just the three of us) aus Estland und Glasgow aus Polen. Beide sind eher nachdenklich und einfach gehalten, aber die Schauspieler in beiden sind wirklich gut. Die isländischen Kurzfilme waren zum Grossteil... naja, recht isländisch eben. Erwähnenswert ist der erste isländische Zombiefilm Ódauðleg ást (Undying Love) mit recht eindrucksvollem Zombie Make-up. Gut gefallen hat mir auch Rabbit Hole, ein sehr experimenteller surrealer Film, in dem eine Frau auf einer geheimnisvollen Mission im isländischen Hochland unterwegs ist. Der Regisseur ist, soweit ich das verstanden habe, eigentlich ein Modedesigner, der in diesem Film seine Kreationen vorstellt.
Die Kategorie, die mich am meisten interessiert hätte, habe ich leider halb verschlafen: animierte Filme. Mit Ach und Krach und viel Eile habe ich es dann noch in den letzten Animationsfilm eines spanischen Regisseurs geschafft. Der war eigentlich recht traurig, aber ich mochte den Stil von Birdboy.

Da auch recht viele der Regisseure anwesend waren, wurde abends natürlich auch immer brav gefeiert. Für so ein kleines verschlafenes Fischerdorf auch gar nicht mal schlecht. DJs und Bands waren richtig gut. Entsprechend spät in der Nacht sind wir dann auch im Sturm zu unserem Hostel gelatscht und ins Bett gefallen.
Als wir dann am Sonntag zurückgefahren sind, war das Wetter wunderschön und wir konnten auch die zugegebenermassen atemberaubende Landschaft von Snæfellsness geniessen. Wer schon einmal dort war, weiss was ich meine. Für alle anderen habe ich hier ein paar Fotos zum Fernweh wecken:






Noch ein bisschen was zu unserer (überwiegend deutschen) kleinen Reisegruppe: Christina arbeitet auf der Farm Þingeyrar ganz in meiner Nähe. Lisa macht ein Praktikum für ihre Ausbildung als Physiotherapeutin in Akureyri und arbeitet im Sommer auf Steinnes (die Farm neben Sveinsstaðir). Sie und Jana, die in Dalvik arbeitet hatten definitiv die längste An- und Abreise zu bewältigen. Hut ab. Aus Reykjavík kamen noch zwei Freunde von Christina, Águst (aus Island) und Zuzka (Erasmusstudentin aus der Slowakei).
Ein vollständiges Gruppenbild ist uns nicht gelungen, aber hier ist zum Abschluss eines von der Heimfahrt. Das hat auch Lisa mit ihrer tollen Kamera gemacht.

Lisa, ich, Jana und Christina

Viele liebe Grüsse nach Österreich!

p.s.: Wer sich fragt, wie wir diese ganzen Wochenendtrips unternehmen: Christina hat zum Glück ein Auto! :)