So jetzt gibt es nach fast einem Monat ein Update vom A**** der Welt.
Wie im letzten Blog Post angekündigt, bin ich seit ein paar Wochen nicht mehr im Riding Center tätig, sondern auf einer Farm im Norden. Diese befindet sich ETWAS abgelegen in einem Tal, Handyempfang gibt es hier erst seit 2 Jahren und zwei Höfe weiter ins Landesinnere anscheinend auch heute noch nicht.
Dementsprechend langsam ist das Internet, wenn man es über das Mobilfunk Netz bezieht... man fühlt sich fast in die Zeit eines 56k Modems zurückversetzt (ohne den Sound halt :D ..).
Die Familie auf der Farm besteht aus Sonja und Haukur plus 4 Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren. Dann sind da noch Heimir, mein Arbeitskollege, und ich. Wir wohnen im Gästehaus, etwa 5 Gehminuten vom Haus der Familie entfernt. Zu dieser Jahreszeit sind natürlich noch keine Touristen hier und so haben wir das Haus eigentlich für uns. Das ist ganz praktisch, denn nach einem 10-12 stündigen Arbeitstag will man nicht unbedingt noch vier Kinder um sich herum haben. Das einzige Problem ist, dass bei uns das Internet eben fast gar nicht funktioniert, während es im Haus der Familie schnelleres wireless internet gibt. Zur Zeit ist die Familie in Deutschland auf Urlaub und wir nützen das aus um wenigstens für 10 Tage schnelleres Internet zu haben.
Weiter befinden sich auf der Farm 4 Hunde: Tvistur, Toppa und 2 Welpen, deren Namen mir entfallen sind... man kann sie aber leicht auseinander halten, einer davon ist mehr selbstmordgefährdet als das andere... er stürzt sich regelmäßig in einen Wassergraben, Stacheldraht oder vors Auto. Wir sind jedes Mal versucht der natürlichen Selektion ihren Lauf zu lassen, aber tun es dann natürlich doch nicht.
Die Katze Schneefuß hat sich davon gemacht, ich hab sie schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Kein Wunder, die Welpen haben ihm doch ziemlich zugesetzt.
Fotos kann ich leider keine posten, der Card reader meines Laptops ist kaputt und das Kabel kommt erst nächste Woche. Hoffentlich halt.
Pferde gibt es hier en masse... insgesamt sind hier über 100. Im Stall stehen allerdings nur etwa 25. Sechs davon sind die Kinderreitpferde, die uns eigentlich nichts angehen, der Rest sind junge Pferde zum Einreiten, oder Berittpferde.
Mit den Pferden arbeiten eigentlich nur Heimir und ich, was mir recht gut gefällt, weil damit habe ich so etwas wie Privatunterricht, und das den ganzen Tag. Doppellonge, Bodenarbeit, natural horsemanship Übungen und so weiter und so fort. Natürlich krieg ich ständig Tipps: "Make yourself as big as you can! straighten up... if you forget to look him in the eye he might try to walk over you.. send him away now! you are the boss here!"
Dann heisst es: "Let's go for a ride!"
Und weiter gehts: "Lean backwards! Straighten up.... keep your legs to the horse! Hands a bit higher... that's better. ...Lean backwards! Bend him to the right! ... Can you feel the difference?! ... looks a lot better! ... Legs to the horse! ... and don't forget to breath!!"
Gut ein Drittel der Pferde hier kann aber noch gar nichts und hatte noch nie einen Sattel drauf. Da ich sowas noch nie gemacht habe, hab ich erstmal 2 Wochen lang zugesehen, wie man das angeht und auf was man achten muss. Dann hat mein Kollege die zwei liebsten ausgesucht, und mit denen darf ich jetzt arbeiten!! Unter seiner Aufsicht natürlich, versteht sich. Die eine ist eine braune Stute, etwas frech, aber soweit macht sie alles ganz brav. Der andere ist ein grosser Schecke, mit dem ich zwar etwas mehr Probleme habe, aber irgendwie mag ich ihn trotzdem lieber, der ist irgendwie ehrlicher. Fotos kommen nach.
Ich habe auch drei Pferde die ich alleine reiten darf/kann/soll. Die sind schon ausgebildet und da soll ich hauptsächlich am Tölt arbeiten und sie bewegen. Mit Bogi konnte ich mich am Anfang nicht so richtig anfreunden, aber jetzt machen wir endlich Fortschritte. Gimsteinn ist ein wenig ängstlich und sehr schnell beim Umdrehen-und-nach-Hause-laufen, aber bis jetzt ist er mich noch nicht losgeworden. Und Þór ist das perfekte Pferd für meinen Sitz: wenn ich nicht korrekt sitze, dann töltet er nicht klar. Ich weiss also genau, wann ich meinen Sitz überprüfen muss! Das ist vermutlich auch der Grund warum ich dieses Pferd zum Reiten bekommen habe! :D
Die Arbeit ist also eine ganz andere als bisher und genau das, weswegen ich nach Island gekommen bin. Allerdings ist es natürlich auch viel anstrengender.. sowohl körperlich als auch geistig. Am Abend hab ich meist Muskelkater und einen Knoten im Hirn. Und sobald ich die Augen zumache, hör ich nur den Tölt-Viertakt :D ..
Nach drei Wochen laaaaaaaaaaaaaanger Wartezeit hat es auch endlich mein Pferdchen hierher geschafft. Juchu!!!! Kraftur minn!!! :) :) :)
Hier hat er jetzt eine Einzelbox für sich allein und ich hoffe, dass er sich gut einleben wird und dass es ihm hier besser gefällt. Immerhin kommt er hier tagsüber auf eine große Weide statt in einen kleinen Paddock. Das sollte ihm ja schon mal gut tun.
Bless!
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