Kaum beschwert man sich, dass hier nichts los ist, wird man schon eines besseren belehrt! Zwei Tage nach meinem letzten Post war Schluss mit lustig/Frühling. Innerhalb eines Tages ist die Temperatur um 10 Grad gefallen, Sonne wurde durch Schneefall ersetzt und zusammen mit ca. 23-25 m/s Wind ergibt das eine Sichtweite von etwa 5 Metern. Reizend!
Das ganze war ziemlich beeindruckend, vor allem die Dauer: Montag und Dienstag ging nichts. Und wenn ich sage nichts, dann meine ich GAR nichts. Ich hätte mir nicht mal zugetraut vom Haus zum Schafstall zu finden. Damit man eine Vorstellung bekommt: das sind vielleicht 40 Schritte vom Pferdestall. Dieser ist zum Glück mi dem Haus durch eine Garage und meine "Reithalle" verbunden, man muss also nicht raus, um selbigen zu betreten.
Unser Pferdestall ist zwar sehr schön, aber nicht hundertprozentig dicht. Also war am Dienstag Indoor-Schneeschaufling angesagt. Im Laufe des Tages hat sich der Schnee so weit erwärmt, dass man ihn zum Abdichten der Tür verwenden konnte.
Kraftur und Blær hatten da ein bisschen die A...karte gezogen. Die waren ganz schön nass. Und das ausgerechnet Kraftur-Prinzessin. Iiiiiiiiiiiihhhhhh Wasser. Er war not amused.
Mittwochs konnte man zwar weiter sehen, weil der Schneefall zeitweilig aufgehört hat, aber der Sturm war beinahe schlimmer als die Tage zuvor. Am Donnerstag wurde der Sturm dann wieder zum Schnee-Sturm. Ich hab ein Video aus unserem Wohnzimmerfenster gemacht: Hier klicken.
Ich bin bei dem Wetter natürlich NICHT ausgeritten. Stattdessen habe ich die Pferde und mich in dem kleinen Indoor-Reitplatz (der ist wirklich klein!) fadisiert und alles geputzt. Was in einem Stall natürlich eher frustrierend ist, weil man zwei Stunden und drei Hunde später natürlich nicht mehr erkennen kann wo geputzt wurde. Alles in allem war aber eine gemütliche Woche auch nicht schlecht, mir allerdings hätten zwei Tage auch gereicht.
Am Freitag hat es immer noch gestürmt, allerdings "nur" mit 13-15 m/s Wind. Da konnten wir die stabilen älteren Pferde (bei manchen war allerdings an dem Tag von "stabil") nix mehr übrig) ausreiten und haben den Rest einfach auf der Strasse ein paar Kilometer laufen lassen.
Dabei wurde mir eindrucksvoll vor Augen geführt, warum in jedem Reiseführer erwähnt wird, dass eine Zusatzversicherung für vom Wind abgerissene Autotüren sinnvoll ist. Glaubt mir: sie ist es wirklich. Da fahre ich ganz gemütlich mit dem Traktor vor den Pferden die Strasse entlang und auf einmal machts einen Knall und die linke Tür ist ... tja, weg. Obwohl ich die Türe gut geschlossen hatte, hat sich anscheinend etwas gelockert und der Wind kam von der falschen (oder richtigen, wie mans nimmt...) Seite. Das wars mit der Tür. Sie ist aufgeflogen und so heftig gegen den Traktor geknallt, dass sie in tausend Stücke zersprungen ist! (So eine Traktor-Tür ist ja mehr oder weniger nur Glas mit Gummiumrandung plus Griff.) Der Rest der Heimfahrt war denn eher kalt. EinGlück das so ein Traktor so schwer ist, sonst hätts mich vermutlich umgeweht... Also, wenn euch jemand in Island eine extra Versicherung fürs Auto wegen Wind andrehen will: NEHMT SIE!!!
Samstag, 16. März 2013
Sonntag, 3. März 2013
Nicht verschollen!
... und schon wieder ein (zugegebenermassen sehr kurzer) Monat vergangen! Wie auch der Januar war der Februar für isländische Verhältnisse erstaunlich warm und frühlingshaft. Einzig die letzte Woche war eher stürmisch, aber trotzdem nicht kalt, meistens deutlich über Null. Der Vorteil: man muss nicht soviel anziehen. Der Nachteil: statt Schnee gibt es Regen, und den unter Umständen auch ziemlich plötzlich und dann waagrecht. Jetzt weiss ich auch, warum Óli Schafe hat: damit er eine Ausrede hat und bei schlechtem Wetter drinnen arbeiten kann. "Oh, ich werde heute wohl den ganzen Tag Schafe scheren... reite einfach die stabilen Pferde aus!" Jæja, wofür hat man schliesslich Ausländer eingestellt... Scherz. Den ganzen Tag Schafe zu scheren ist vermutlich anstregender als den ganzen Tag zu reiten. Abergesehen davon, dass es im Schafstall zwar trocken ist, aber auch ziemlich stinkt. Da bleib ich doch lieber im Pferdestall.
Dort ist mittlerweile auch genug zu tun. Wir haben den Stall voll und sehr viele junge Pferde zum einreiten. Bisher sind zum Glück alle recht brav, nur zwei machen Probleme. Die hab ich gleich an Óli abgegeben.
Ich habe hier grade kein Beweisfoto, aber es ist bereits viel grüner und weniger Eis als letztes Jahr um dieselbe Zeit. Das neue Gras beginnt schon zu wachsen und die Pferde (zumindest die im Stall) verlieren schon fleissig Fell. Einmal Pferd putzen und man sieht selbst aus wie eines. Einige scheinen fest entschlossen, den Fellwechsel innerhalb von zwei Wochen durchzuziehen.
Der Wetterbericht, den ich gerade im Fernsehen gesehen habe, verspricht allerdings einen Schneesturm für die nächsten drei Tage und bis zu -7°C. So weit, so schlecht. Mal sehen wie schlimm es morgen wirklich ist. Bei solchen Bedingungen reite ich natürlich nicht. Bringt ja nix. Schnee im März ist bei mir prinzipiell auch in Island nicht gern gesehen, aber er motzt die Fotos deutlich auf:
Dieses hier habe ich an einem Wochentag so gegen 9 Uhr früh gemacht. Mittlerweile ist es um diese Zeit schon deutlich heller (sofern es nicht bedeckt oder neblig ist). Stockfinster ist es dann so gegen 7 Uhr abends. Erstaunlich, wie schnell das dann geht. (Obwohl es eigentlich logisch ist.)
Da Christina in diesem Jahr nicht auf Þingeyrar arbeitet, sondern ihre Ausbildung in Hólar abschliesst, komme ich nicht ganz so oft nach Reykjavík wie letztes Jahr. Den letzten Ausflug hat auch eine fiese Halsentzündung meinerseits verhindert. Die hält sich leider hartnäckig und flammt besonders an windigen Tagen immer wieder gerne auf. Sonst fühle ich mich aber gut, also ist es wohl nicht so schlimm. Abwarten und Tee trinken.
Und diese faulen Wochenenden haben auch etwas für sich... sehr erholsam. Vom Bett zur Couch und wieder zurück. Zwischendurch geniesst man das isländische Wochenend-Vormittags-Fernsehprogramm, dass sehr umsichtig gestaltet ist: jeder, der die Serie "Reich und Schön" unter der Woche verpasst hat, kann die Folge im Marathon am Wochenende sehen. Man muss ja up to date bleiben. Auch diejenigen, die am Freitag Abend "American Idol" verschlafen haben, können beruhigt Samstags am frühen Nachmittag den Fernseher einschalten. Etwas langweilig ist es natürlich für Leute die das bereits gesehen haben. Naja.
Natürlich gibt es nicht nur faule Wochenenden. Mittlerweile hat auch die Turniersaison in Blönduós wieder begonnen. Kraftur und ich reiten auch brav mit, aber meistens ist er viel zu aufgeregt. Irgendwie hat er eine falsche Vorstellung von solchen Turnieren und glaubt, das Ziel ist es, der Schnellste zu sein, ganz egal wie. Abhängig vom Bewerb ist das natürlich nicht immer richtig. Im Töltbewerb sind wir deshalb nicht wirklich erfolgreich gewesen. Im Smali (eine Art Geschicklichkeitsbewerb) geht es zwar tatsächlich um Zeit, aber ohne die Flagge gilt diese nicht. Kraftur und ich waren wirklich schnell, aber leider hatte er auf einmal Angst vor der Tonne auf der die Flagge gelegen ist. Also hat es ein bisschen gedauert, bis ich ihn überzeugt hatte, nahe genug an das gefährliche blaue Dings heranzugehen. Nach diversen Dressureinlagen seinerseits hatten wir die Lacher und Applaus auf unserer Seite, aber leider keine besonders gute Zeit. Naja, das nächste Mal gewinnen wir bestimmt! :D
Zum Abschluss und der Vollständigkeit halber poste ich auch hier noch die Videos von unserer Katze. Die ist manchmal deutlich unterbeschäftigt und/oder grössenwahnsinnig. Entscheidet selbst:
Katze und Pferde
Kisa und Kraftur
Dort ist mittlerweile auch genug zu tun. Wir haben den Stall voll und sehr viele junge Pferde zum einreiten. Bisher sind zum Glück alle recht brav, nur zwei machen Probleme. Die hab ich gleich an Óli abgegeben.
Ich habe hier grade kein Beweisfoto, aber es ist bereits viel grüner und weniger Eis als letztes Jahr um dieselbe Zeit. Das neue Gras beginnt schon zu wachsen und die Pferde (zumindest die im Stall) verlieren schon fleissig Fell. Einmal Pferd putzen und man sieht selbst aus wie eines. Einige scheinen fest entschlossen, den Fellwechsel innerhalb von zwei Wochen durchzuziehen.
Der Wetterbericht, den ich gerade im Fernsehen gesehen habe, verspricht allerdings einen Schneesturm für die nächsten drei Tage und bis zu -7°C. So weit, so schlecht. Mal sehen wie schlimm es morgen wirklich ist. Bei solchen Bedingungen reite ich natürlich nicht. Bringt ja nix. Schnee im März ist bei mir prinzipiell auch in Island nicht gern gesehen, aber er motzt die Fotos deutlich auf:
Dieses hier habe ich an einem Wochentag so gegen 9 Uhr früh gemacht. Mittlerweile ist es um diese Zeit schon deutlich heller (sofern es nicht bedeckt oder neblig ist). Stockfinster ist es dann so gegen 7 Uhr abends. Erstaunlich, wie schnell das dann geht. (Obwohl es eigentlich logisch ist.)
Da Christina in diesem Jahr nicht auf Þingeyrar arbeitet, sondern ihre Ausbildung in Hólar abschliesst, komme ich nicht ganz so oft nach Reykjavík wie letztes Jahr. Den letzten Ausflug hat auch eine fiese Halsentzündung meinerseits verhindert. Die hält sich leider hartnäckig und flammt besonders an windigen Tagen immer wieder gerne auf. Sonst fühle ich mich aber gut, also ist es wohl nicht so schlimm. Abwarten und Tee trinken.
Und diese faulen Wochenenden haben auch etwas für sich... sehr erholsam. Vom Bett zur Couch und wieder zurück. Zwischendurch geniesst man das isländische Wochenend-Vormittags-Fernsehprogramm, dass sehr umsichtig gestaltet ist: jeder, der die Serie "Reich und Schön" unter der Woche verpasst hat, kann die Folge im Marathon am Wochenende sehen. Man muss ja up to date bleiben. Auch diejenigen, die am Freitag Abend "American Idol" verschlafen haben, können beruhigt Samstags am frühen Nachmittag den Fernseher einschalten. Etwas langweilig ist es natürlich für Leute die das bereits gesehen haben. Naja.
Natürlich gibt es nicht nur faule Wochenenden. Mittlerweile hat auch die Turniersaison in Blönduós wieder begonnen. Kraftur und ich reiten auch brav mit, aber meistens ist er viel zu aufgeregt. Irgendwie hat er eine falsche Vorstellung von solchen Turnieren und glaubt, das Ziel ist es, der Schnellste zu sein, ganz egal wie. Abhängig vom Bewerb ist das natürlich nicht immer richtig. Im Töltbewerb sind wir deshalb nicht wirklich erfolgreich gewesen. Im Smali (eine Art Geschicklichkeitsbewerb) geht es zwar tatsächlich um Zeit, aber ohne die Flagge gilt diese nicht. Kraftur und ich waren wirklich schnell, aber leider hatte er auf einmal Angst vor der Tonne auf der die Flagge gelegen ist. Also hat es ein bisschen gedauert, bis ich ihn überzeugt hatte, nahe genug an das gefährliche blaue Dings heranzugehen. Nach diversen Dressureinlagen seinerseits hatten wir die Lacher und Applaus auf unserer Seite, aber leider keine besonders gute Zeit. Naja, das nächste Mal gewinnen wir bestimmt! :D
Zum Abschluss und der Vollständigkeit halber poste ich auch hier noch die Videos von unserer Katze. Die ist manchmal deutlich unterbeschäftigt und/oder grössenwahnsinnig. Entscheidet selbst:
Katze und Pferde
Kisa und Kraftur
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