Dienstag, 6. September 2011

Sommer Teil 1

So, nun habe ich endlich mal ein wenig Zeit einen neuen Beitrag für meinen in letzter Zeit sträflich vernachlässigten Blog zu verfassen.
Wie ihr euch sicher denken könnt, war der Sommer echt stressig.
Nun liegen nur noch zwei Touren vor mir, die Königinnen Tour (17 isländische Damen) kommen am Donnerstag und bleiben bis Sonntag. Ich werde allerdings nur den ersten Tag mitreiten, weil es endlich meine liebe Familie nach Island geschafft hat. Im Moment treiben sie sich irgendwo im Süden dieser fantastischen Insel herum, kommen aber eben Donnerstag abends zu mir.
Die zweite Tour ist Skrapatungarétt, der Pferdeabtrieb, da werden die Jungpferde im Hochland zusammen- und dann zurück hinunter in die Täler getrieben, dort nach Höfen sortiert und heimgebracht. Anschliessend solls eine grosse Party geben, habe ich gehört.

Begonnen hat der ganze Stress Ende Juni mit der "special tour". Da kamen zwölf Teenager aus Reykjavík mit vier Betreuern. Die Jugendlichen kommen alle anscheined aus sozial eher schwachen Verhältnissen und nehmen das ganze Jahr an einem Betreuungsprogramm teil, von dem die Reittour im Sommer dann der krönende Abschluss ist.
Für uns hiess das: finde die allerbravsten (und stärksten!) Gäule der Umgebung (die Kids hatten nur so ein paar Reitstunden), hieve die Kids rauf und halte die Herde in Schach, damit sie selbige nicht überrennen. Dabei lernt man auch die langsamsten Pferde wie unseren unbezahlbaren Silfurtoppur zu schätzen, den auch sechzig von allen Seiten im Galopp überholende Pferde nicht aus seinem slow-motion Schweinepass werfen können. Sehr stabiler Charakter. ^^


Dann reiste eine Gruppe finnischer Damen an, manche von ihnen des Englischen wenig bis gar nicht mächtig, nichtsdestotrotz aber sehr herzlich und nett. Oder lag es nur daran, dass wir mit Heidi eine Finnin unter den Staff Leuten hatten?
Egal, diese Tour hat uns zum ersten Mal in diesem Sommer über den See Hóp geführt, eine atemberaubend schöne Strecke. Zwölf Kilometer lang durch Wasser (Hóp ist eigentlich eine mit dem Meer verbundene Lagune, der Wasserstand ist also immer eine gewisse Überraschung) und im Tölt über schwarzen Sand nach Thingeyrar.
Als Staff Mitglied bekommt man auch die Gelegenheit, unabsichtlich einen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen: man reitet nämlich mit der Herde erst los, nachdem man den Gästen einen grosszügigen Vorsprung (mindestens 30 min!) gewährt hat. Normalerweise verhalten sich die guten Tiere (die meisten sind schon seit Jahren mit auf dieser Tour dabei) auch im Herdenverband ganz manierlich und lassen sich auch brav stoppen, sollte etwas Unvorhergesehenes passieren. Allerdings nicht auf dieser Strecke. Egal wie anstrengend der Tag und wie heiss das Wetter zuvor war, über Hóp wird auch der älteste Gaul zum Rennpferd. Als Reiter gibt es dann nur eins: vorne bleiben um jeden Preis. Wir haben natürlich unsere Spezialpferde, die wir für genau diese Strecke aufheben. Und ja, Kraftur ist einer von denen. Der rast die 12 Kilometer durch, an Trab oder Tölt braucht man gar nicht zu denken. Galopp oder Rennpass ist angesagt. Er ist ja auch im Normalfall kein Fan von langsam gehen, aber über den See gibts keine Bremse. Zum Glück weiss er wo er hin muss.
In Thingeyrar steigt man dann meist völlig verdreckt und durchnässt von einem schwitzenden Pferd, hat aber ein grenzdebiles Dauergrinsen im Gesicht, welches auf kein Foto mehr passt.

Suchbild: Wieviele Pferde findet ihr?

Gleich im Anschluss machten wir uns mit ebendieser finnischen Gruppe auf den Weg zum Landsmót, von welchem wir noch die letzten drei Tage geniessen konnten. Endlich war auch der Sommer in Island angekommen, so dass wir uns gleich einen Sonnenbrand zulegen konnten. In diesem drei Tagen hatten wir alle Hände voll zu tun, aber gleichzeitig endlich mal frei. So konnten wir in aller Ruhe die hervorragenden Zucht- und Sportberwerbe, sowie Gestütspräsentationen und am Sonntag natürlich alle Finale geniessen. Für die Abendgestaltung war mit echt isländischen Parties gesorgt. Auffallend war auch die grosse Menge and Peinlich- und Seltsamkeiten, die immer gehäuft und zusammen auftreten: man unterhält sich über einen Nachbarn (der Hof B. ist nur 5km entfernt), nur um draufzukommen, dass selbiger sein Zelt einen Meter neben dem eigenen aufgestellt hat (und natürlich auch anwesend war). Oder ein von mir verzweifelt gesuchter Hufschmied, der genau dann jener Stelle auftaucht, auf die man gerade im Scherz mit den Worten "I bet he is hiding over there!!" gedeutet hat. Ausserdem trifft man auf dieser Veranstaltung wirklich jeden, ob man will oder nicht. Einige auch dreimal. Oder neunmal. Wenn die Welt ein Dorf ist, ist Island (oder genauer gesagt der Landsmót) die Gaststube des einzigen Wirtshauses am Samstag Abend: jeder kennt jeden und alle viele sind betrunken.
Unsere Theorie ist, dass die ganzen Peinlichkeiten den Weg bis in unsere Pampa nicht finden und sich deswegen sofort auf uns stürzen, sobald wir uns einmal in bewohntere Gefilde wagen.


Das Bemerkenswerteste sind natürlich die Pferde. Dort trifft sich die Elite. Was dort in der Kinderklasse schon herumläuft, lässt einen schon sabbern. (Für alle Pferdeleute: googlet mal Hágangur frá Narfastödum oder Kampan frá Húsavík!) Auch die Präsentationen der Hengste, die einen Preis für Nachzucht erhalten haben, waren einfach wunderbar.



Nach diesem schönen Wochenende gab es nur eine kurze Verschnaufpause, bevor die nächste Gruppe (24 Amerikaner) zu uns kamen. Die Strecke der Reittour war annähernd die gleiche, die Leute natürlich unterschiedlich.
Die Rückkehr zu unseren Pferden fiel uns nach den schönen Bildern vom Landsmót zwar etwas schwer, aber was will man machen. Ich bin mir sicher, dass die meisten dieser Turnierpferde nicht dasselbe leisten können wie die Arbeitspferde, die wir Staffmitglieder reiten.

Arbeitspferd, das: Bezeichnung für ein -> Pferd, dass zum Arbeiten mit einer -> Herde loser Pferde geeignet ist, sprich unbhängig ist. Bsp.1: das Ausreisser Szenario. Einzelne (im allgemeinen eh immer dieselben bescheuerten! Individuen sondern sich von der Herde ab und drehen um oder laufen in eine gänzlich andere Richtung. Das °~ muss in der Lage sein, sich auf Befehl SOFORT von der Herde abzuwenden und mit einem Affenzahn in beliebiger Gangart ohne Rücksicht auf Verluste über Stock und Stein (oder in Island vielmehr: durch Sumpf, Gestrüpp, Schlamm oder Fluss, wer schon mal in diesem Land geritten ist, weiss was ich meine..) zu düsen um die Ausreisser in grossem Bogen zu überholen und wieder zur Herde zurückzutreiben.
Die meisten Gäule müssen schon mit Nachdruck dazu gezwungen überredet werden sich überhaupt erst einmal umzudrehen, und bis dahin sind die Ausreisser über alle Berge.

Gustur
 Bsp.2: Das Brems-Szenario. Vor der Herde reiten bedeutet immer noch hinter einem Teil der Gäste zu reiten. Selbige sind zwar meist gute Reiter auf schnellen Pferden, aber trotzdem ist man als Staffmitglied natürlich der Puffer zwischen der Herde und den Reitern. Wenn die Herde also zu schnell wird, galoppiert man also im Zickzack von links nach rechts, um die überholenden Pferde abzubremsen. Dazu kann man "Hoooooo" rufn oder redet beruhigend vor sich hin. Wenn das aber nichts nützt, wendet man sich den Dränglern zu und schreit am besten laut "Bleib endlich hinten du Saubär!!!" . Mit der Gerte fuchteln hilft auch meistens.
Hinter der Herde muss man die Nachzügler oft auch ein bisschen treiben. "Hopp! Hooopp! Heute noch!!" "Fressen könnt ihr in der Pause!! HOOOOOOOOOOPP!!!!!!!!!!!!!!"
Damit das funktioniert, muss das°~ allerdings völlig schrei- und brüllsicher sein. Sonst endet in beiden Fällen weiter vorne als man möchte.^^

Glói


Bsp. 3: das Tor-Szenario: Auf den Ritten durch die isländische Pampa durchquert man natürlich auch fremde Weiden (mit und ohne diversen Tieren oder auch Hengsten, das macht besonders Spass). Auch hier gilt das gleiche wie beim Wandern auf der heimischen Alm: Was du aufmachst, mach auch wieder zu. Also für die die hinter der Herde reiten: Pferd anhalten, absteigen, Tor zumachen, aufsteigen/losreiten. Die Kunst liegt im ersten Teil des letzten Punktes, denn das Pferd will natürlich schon bevor man oben ist den anderen nachlaufen. Losreiten ist meist kein Problem mehr, es vermischt sich oft mit Punkt "aufsteigen" und wird vom Pferd selbstständig erledigt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten sogenannten "Tore" diesen Namen eigentlich nicht verdienen und das schliessen derselben einige Zeit beanspruchen kann. Gute Arbeitspferde zeichen sich dadurch aus, dass sie nach fünf Minuten auch nicht mehr Theater machen als zu Beginn der Prozedur.

Lýsingur

Zusammenfassung: das Arbeitspferd ist meist schon ein bisschen älter und Jahren auf Tour, kennt die Wege, die Ausreisser und lässt sich auch durch verbeidonnernde LKWs auf der Gegenfahrbahn des Highways nicht sonderlich beeindrucken. Der Nachteil ist, dass es meist einen Grund gibt, warum gewisse Tiere zu Arbeitspferden gemacht werden: man gibt sie nur an Staff Mitglieder aus. Entweder diese Pferde sind für Gäste nicht verlässlich genug etwas irr oder sie tölten nicht. Das sind dann die berühmten Dreigänger (ohja, die gibts auch in Island!) oder die fast noch mehr berüchtigten weil grauenvolle Rückenschmerzen verursachenden Eingänger: Schweinepass in jeder gewünschten Geschwindigkeit. Nichtsdestotrotz lernt man diese hart arbeitenden Gäule wirklich zu schätzen!

Ténor
Ich hoffe, die Bilder sind gut genug, ich musste sie etwas verkleinern. Danke auch an Heidi, die mir einige ihrer Fotos zur Verfügung gestellt hat!

Donnerstag, 11. August 2011

Bildchen....

... weil ich bin grade zu faul zum schreiben! Der Bericht kommt nach, versprochen!!














Diese Bilder sind von der 9-tägigen Hochland Tour. Vor der Herde kann man nie Fotos machen, da ist zuviel zu tun. Die Tour war sehr anstrengend, aber es hat sich ausgezahlt.

Hier noch ich und Kraftur :) :



Nächste Woche oder so hab ich vielleicht Zeit für einen ausführlichen Bericht.
liebe Grüße!!!!

Donnerstag, 21. April 2011

Erste Grüße aus der Pampa

So jetzt gibt es nach fast einem Monat ein Update vom A**** der Welt.
Wie im letzten Blog Post angekündigt, bin ich seit ein paar Wochen nicht mehr im Riding Center tätig, sondern auf einer Farm im Norden. Diese befindet sich ETWAS abgelegen in einem Tal, Handyempfang gibt es hier erst seit 2 Jahren und zwei Höfe weiter ins Landesinnere anscheinend auch heute noch nicht.
Dementsprechend langsam ist das Internet, wenn man es über das Mobilfunk Netz bezieht... man fühlt sich fast in die Zeit eines 56k Modems zurückversetzt (ohne den Sound halt :D ..).

Die Familie auf der Farm besteht aus Sonja und Haukur plus 4 Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren. Dann sind da noch Heimir, mein Arbeitskollege, und ich. Wir wohnen im Gästehaus, etwa 5 Gehminuten vom Haus der Familie entfernt. Zu dieser Jahreszeit sind natürlich noch keine Touristen hier und so haben wir das Haus eigentlich für uns. Das ist ganz praktisch, denn nach einem 10-12 stündigen Arbeitstag will man nicht unbedingt noch vier Kinder um sich herum haben. Das einzige Problem ist, dass bei uns das Internet eben fast gar nicht funktioniert, während es im Haus der Familie schnelleres wireless internet gibt. Zur Zeit ist die Familie in Deutschland auf Urlaub und wir nützen das aus um wenigstens für 10 Tage schnelleres Internet zu haben.

Weiter befinden sich auf der Farm 4 Hunde: Tvistur, Toppa und 2 Welpen, deren Namen mir entfallen sind... man kann sie aber leicht auseinander halten, einer davon ist mehr selbstmordgefährdet als das andere... er stürzt sich regelmäßig in einen Wassergraben, Stacheldraht oder vors Auto. Wir sind jedes Mal versucht der natürlichen Selektion ihren Lauf zu lassen, aber tun es dann natürlich doch nicht.
Die Katze Schneefuß hat sich davon gemacht, ich hab sie schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Kein Wunder, die Welpen haben ihm doch ziemlich zugesetzt.
Fotos kann ich leider keine posten, der Card reader meines Laptops ist kaputt und das Kabel kommt erst nächste Woche. Hoffentlich halt.

Pferde gibt es hier en masse... insgesamt sind hier über 100. Im Stall stehen allerdings nur etwa 25. Sechs davon sind die Kinderreitpferde, die uns eigentlich nichts angehen, der Rest sind junge Pferde zum Einreiten, oder Berittpferde.
Mit den Pferden arbeiten eigentlich nur Heimir und ich, was mir recht gut gefällt, weil damit habe ich so etwas wie Privatunterricht, und das den ganzen Tag. Doppellonge, Bodenarbeit, natural horsemanship Übungen und so weiter und so fort. Natürlich krieg ich ständig Tipps: "Make yourself as big as you can! straighten up... if you forget to look him in the eye he might try to walk over you.. send him away now! you are the boss here!"
Dann heisst es: "Let's go for a ride!"
Und weiter gehts: "Lean backwards! Straighten up.... keep your legs to the horse! Hands a bit higher... that's better. ...Lean backwards! Bend him to the right! ... Can you feel the difference?! ... looks a lot better! ... Legs to the horse! ... and don't forget to breath!!"

Gut ein Drittel der Pferde hier kann aber noch gar nichts und hatte noch nie einen Sattel drauf. Da ich sowas noch nie gemacht habe, hab ich erstmal 2 Wochen lang zugesehen, wie man das angeht und auf was man achten muss. Dann hat mein Kollege die zwei liebsten ausgesucht, und mit denen darf ich jetzt arbeiten!! Unter seiner Aufsicht natürlich, versteht sich. Die eine ist eine braune Stute, etwas frech, aber soweit macht sie alles ganz brav. Der andere ist ein grosser Schecke, mit dem ich zwar etwas mehr Probleme habe, aber irgendwie mag ich ihn trotzdem lieber, der ist irgendwie ehrlicher. Fotos kommen nach.
Ich habe auch drei Pferde die ich alleine reiten darf/kann/soll. Die sind schon ausgebildet und da soll ich hauptsächlich am Tölt arbeiten und sie bewegen. Mit Bogi konnte ich mich am Anfang nicht so richtig anfreunden, aber jetzt machen wir endlich Fortschritte. Gimsteinn ist ein wenig ängstlich und sehr schnell beim Umdrehen-und-nach-Hause-laufen, aber bis jetzt ist er mich noch nicht losgeworden. Und Þór ist das perfekte Pferd für meinen Sitz: wenn ich nicht korrekt sitze, dann töltet er nicht klar. Ich weiss also genau, wann ich meinen Sitz überprüfen muss! Das ist vermutlich auch der Grund warum ich dieses Pferd zum Reiten bekommen habe! :D

Die Arbeit ist also eine ganz andere als bisher und genau das, weswegen ich nach Island gekommen bin. Allerdings ist es natürlich auch viel anstrengender.. sowohl körperlich als auch geistig. Am Abend hab ich meist Muskelkater und einen Knoten im Hirn. Und sobald ich die Augen zumache, hör ich nur den Tölt-Viertakt :D ..

Nach drei Wochen laaaaaaaaaaaaaanger Wartezeit hat es auch endlich mein Pferdchen hierher geschafft. Juchu!!!! Kraftur minn!!! :) :) :)
Hier hat er jetzt eine Einzelbox für sich allein und ich hoffe, dass er sich gut einleben wird und dass es ihm hier besser gefällt. Immerhin kommt er hier tagsüber auf eine große Weide statt in einen kleinen Paddock. Das sollte ihm ja schon mal gut tun.

Bless!

Mittwoch, 23. März 2011

Umzug

Seit dem letzten Post ist ja schon wieder einige Zeit vergangen und es ist auch einiges passiert.
Zuerst das Wichtigste: ich werde in einigen Tagen nach Norden zu meinem neuen Job fahren. Die Farm liegt etwa drei bis vier Autostunden nördlich von Reykjavík im Vatnsdalur. Die nächste größere Stadt/Ortschaft heisst Blönduós und man fährt etwa dreissig Minuten dorthin.
Ich freue mich schon darauf, obwohl die Arbeit vermutlich um einiges anstrengender werden wird. Dafür wird es auch sicher interessanter und ich werde hoffentlich auch mehr lernen.
Leider ist die Internetverbindung dort nicht so das Wahre, wie ich feststellen konnte. Also wird es vielleicht ein bisschen dauern, bis ich Fotos posten kann. Mal sehen.

Hm, was war sonst noch los in den letzten Wochen?
Achja, Fasching. Die Isländer feiern Fasching nicht am Dienstag, so wie wir, sondern am Mittwoch. Aber sie verkleiden sich auch. Also haben wir uns an diesem Tag auch in Schale geworfen:


Das sind von links nach rechts: Bianca, ein neues Mädchen aus Deutschland, das hier ein dreimonatiges Praktikum machen wird. Maya, unsere aus dem Mutterschaftsurlaub zurückgekehrte stable managerin und über ihr Abi. Pippi Langstrumpf heisst in Wirklichkeit Carolin und kommt aus Schweden. Sie hat hier mal gearbeitet und kam für einige Tage auf Besuch. 


Und für alle, die es noch nicht gemerkt haben: das bin ich als Katze. Oder Maus. Oder irgendwas anderes mit Schnurrhaaren halt. 

Eine Woche danach kamen dann noch zwei andere Mädls zu Besuch, die hier mal gearbeitet haben. Auf einmal war es im Appartement gerammelt voll und natürlich sind alle am Abend in Reykjavík fortgegangen. Da Hanna aus Schweden und Malene aus Dänemark für uns gearbeitet haben, sind wir in den Genuss eines freien Wochenendes gekommen. Das passiert uns hier nicht oft.


Auf unserem letzten funny ride konnten wir auch sehr schöne Nordlichter sehen. Die Aurora borealis ist ja an sich schon jedes Mal ein Erlebnis, aber so schöne habe ich noch nie gesehen. Meine Kamera ist ja nicht so hightech, deswegen sind die Fotos unscharf, aber man sieht immerhin die Farben und den Kontrast zu dem Busch im Vordergrund:



Worterklärung: funny ride, der: zur Belustigung und zum Frustrationsabbau eingeführte Abendbeschäftigung der Guides hier. Schematischer Ablauf: erstes Bier -> Pferd aussuchen -> zweites Bier -> Pferd satteln -> drittes Bier -> Klo -> mehr oder weniger elegant aufsteigen -> losreiten (im Tölt, Schweinepass oder Trab, hier zeigt sich, wie gut man Punkt 1 bewältigt hat..) -> (Klo-)Pause machen -> viertes Bier -> schnell heimreiten, weil man schon wieder aufs WC muss.
Findet je nach Jahreszeit und Trinkgeschwindigkeit der anwesenden Guides bei Tageslicht, Dämmerung oder auch im Stockdunklen statt.


Im Gegensatz zum Rest von Europa hat bei uns wieder der Winter Einzug gehalten, wir haben hier eigentlich jeden Tag Schneefall, auch wenn alles recht schnell wieder wegtaut. Die Tage werden immer länger, wenn wir um acht zu arbeiten beginnen, ist es längst hell und vor 21 Uhr am Abend wird es auch nicht mehr dunkel. Das ist wirklich eine Erleichterung... und wir können abends nach der Arbeit jetzt auch wieder sehen wohin wir reiten.


Morgenstimmung.


Rjùpa und Rósa (eine bleikvindott Stute, ich hab gar nicht gewusst, dass es die Farbe gibt...) im Schnee. 

Zum Abschluss noch ein paar Fotos von mir und meinem Pferdchen. Kraftur kommt natürlich nach in den Norden, sobald der Stall dort fertig ist.


Spass im Schnee!! :D


Liebe Grüße ins frühlingshafte Graz!!

Montag, 21. Februar 2011

Lebenszeichen

Auch wenn das Datum des letzten Posts in diesem Blog dagegenspricht, ich bin noch am Leben und ich bin auch immer noch in Island.
Nach einem kleinen Heimaturlaub zu Weihnachten bin ich seit 10. Jänner wieder in dem Riding Center bei der Arbeit.

Nach endlosen Wochen mit Schnee- und Regenstürmen und grau in grau ist es seit einer Woche wieder richtig schön. Ausserdem sind die Tage jetzt wieder deutlich länger, das ist eine große Erleichterung für uns alle. Schnee kommt und geht hier alle paar Tage, das hat sich nicht geändert. Da jetzt auch endlich meine Kamera den Weg zu mir gefunden hat (hat ja bloss 4 Monate gedauert^^..), kann ich jetzt auch eigene Fotos posten. Diese Bilder sind von der ganz normalen Nachmittags-Tour.




Und hier ist derjenige, dem ich diese schönen Bilder zu verdanken habe:


Das ist Frami, einer unserer langsamsten, mit Abstand unbequemsten und unfreundlichsten Touristenpferde. Letzte Woche hatten wir eine Tour wo er tatsächlich für mich übrigblieb. Da er schon einige Jahre hier ist, weiss er natürlich genau was er zu tun hat und so konnte ich einfach draufsitzen und Fotos machen. Es kommt hier nicht so oft vor, dass ich auf einer Tour ein Pferd reite und nebenher auch noch fotographieren kann (bzw. die Zügel mit einer Hand halten kann ohne dass mir das Pferd wegrennt (Bragi, Hvinur, und und und..) oder umdreht und heimgeht (Kraftur!)..). Leider kann Frami nicht tölten und nicht traben, sondern rennt im slow-motion Schweinepass durch die Gegend und nicht einmal ein steiler Hügel kann ihn vom Vorteil eines Galoppsprungs überzeugen.. Flying piggy pace up the hill, yeah. Wenn er zu verkaufen wäre, würde ich ihn haben wollen, für die Tage an denen mich richtig reiten nicht reizt. :)

Frami ist laut Erzählungen auch immer wieder für einen Tritt gut. Angeblich plant er das sogar und wartet bis man völlig ahnungslos wegen etwas ganz anderem hinter ihm vorbeigeht. Mich hat er noch nie getreten, aber vielleicht mag er mich, weil ich mich gerne mit ihm unterhalte. Irgendwie finde ich dieses mürrische Pferd recht niedlich.

Die folgenden Bilder sind von der längeren, schnelleren Tour für die erfahrenen Reiter (leider ist nicht jeder, der diese Tour bucht auch erfahren...). Die Tour ist recht flott und anstrengend, sowohl für Pferde als auch für Reiter, deswegen haben wir einige Pausen. In der längsten Pause nehmen wir den Pferde auch die Sättel ab und lassen sie in einem Paddock frei, darum stehen Fálki und Börkur so in der Landschaft herum. Und ja, das Einfangen nach der Pause kann schon mal etwas Zeit beanspruchen.




Die Touristen werden langsam mehr, was zwar gut für die Firma, aber schlecht für unsere Kaffeepausen ist ;) ...
Immer noch sind die jetzigen Zahlen vermutlich noch immer nichts gegen die im Sommer, aber es fängt schon ein bisschen an, mich zu nerven. Mehr Leute bedeutet halt auch leider mehr nicht so intelligente Leute.

Darum bin ich auch ganz froh, dass ich ab Ende März nicht mehr hier sein werde. Einige von Euch wissen es ja schon, aber ich wollte es ja nicht so an die ganz große Glocke hängen, bevor es wirklich fix ist. Ich habe einen anderen Job auf einer Farm in der Nähe von Blöndúos im Nordwesten Islands bekommen. Im Sommer werden dort mehrtägige Touren für Touristen mit ausreichend Reiterfahrung angeboten, inklusive Pferdeauf-und -abtrieb. Bis dahin sind Jungpferde auszubilden und zu bereiten. Alles in allem klingt das alles für mich wirklich gut und ich hoffe natürlich, dort einiges zu lernen.

Ich war auch schon für ein Wochenende dort eingeladen, die Leute auf der Farm meinten, wenn ich schon in Island bin, dann soll ich doch mal vorbeikommen und sehen ob es mir gefällt und ich mir vorstellen könnte dort zu arbeiten. Das war auch ganz lustig und die Pferde natürlich kein Vergleich zu dem was bei uns im riding center so herumkrebst. Kraftur und wenige andere natürlich ausgenommen.
Apropos Kraftur, der kommt natürlich mit in den Norden :) . Wie, das weiss ich noch nicht, aber ich habe mit den Leuten dort schon geredet und sie meinten, es wäre kein Problem, er könne ruhig mitkommen. Juchu!! :D :D :D

Ich hoffe ja, dass es ihm dort dann besser gefällt. Hier langweilt er sich ja ziemlich und streitet mit jedermann/-frau. Auch wenn es keine richtigen Kämpfe sind, er hat jeden Tag neue kleine Wunden, nichts gefährliches aber ein bisschen nervig. Zusätzlich hat er bereits alle Pferde seiner Körpergröße unter sich und jetzt bleiben nur noch die größeren und RICHTIG großen zum Herausfordern übrig. Na toll. Vielleicht ist er ja doch nicht so schlau wie ich dachte...





So, das ist erstmal alles an Neuigkeiten, ich verspreche, mich zu bessern und öfters was zu posten. Zum Abschluss noch die beste Frage die ich in letzter Zeit von einem Touristen bekommen habe:
"Can you tell if a horse is male or female?"
????!!!! Nein, wir raten jedesmal. Manche Leute sind schon selten dumm.

Da die Pferde jetzt anfangen ihr Fell zu verlieren, poste ich jetzt noch einige Teddybär Fotos, solange es noch geht.



Liebe Grüße!!!