Sonntag, 12. Februar 2012

þórrablót

Gestern fand in Blönduós eine Party statt, das þórrablót. Das gibt es jedes Jahr im Februar und ist die beste Gelegenheit, echt isländsche kulinarische Highlights Kuriositäten kennenzulernen. Dieses Fest soll die Leute daran erinnern wie schwer der Winter und das Leben in Island früher waren. Daher gibts es hauptsächlich Essen, dass einem als Kontinentaleuropäer in der Form nicht unbedingt begegnet ist. Da isst man dann so leckere Sachen wie Widderhoden, Schafsköpfe (im Ganzen) und halb vergammelten Fisch. Natürlich gibt es auch den berühmten Hákarl (Hai, den man erst für ein paar Monate eingraben muss, bevor man ihn essen kann. Schmeckt und riecht auch danach). Nam Nam. Ich habe keine fotos vom Essen gemacht, aber Wikipedia weiss alles: Þorramatur.
Und ja, wir haben zuhause gegessen, bevor wir dort hingegangen sind. Es ist beruhigend, dass auch die meisten Isländer das nicht unbedingt so toll finden. Einige essen es aber mit Begeisterung, sehr faszinierend muss ich sagen.
Nach dem Essen gibt es dann ein kleines Unterhaltungsprogramm. Meist ist das so eine Art Kabarett von Leuten aus der Umgebung über Leute aus der Umgebung. Das Ganze ist vermutlich höchst unterhaltsam, wenn man a) isländisch fliessend spricht und nicht nur daherstottert wie ich, b) man die Leute kennt um die es gerade geht und c) das ganze NICHT drei Stunden dauert. Verstanden hab ich natürlich nicht soviel, vor allem sprechen die Leute wenn sie zur Pointe des Witzes kommen immer gleich noch eine Spur schneller. Aber bei mir bekannten Leuten war es einfacher und da konnte ich dann auch drüber lachen wie bestimmte Personen (zum Beispiel unser Nachbar ist ein beliebter Gegenstand der Scherze) dargestellt werden.
Danach wird gesungen wie auf jeder isländischen Party. Das meine ich ernst, Isländer sind immer und überall zum Singen bereit, jedenfalls am Land und bei entsprechendem Alkoholpegel. Getrunken wird übrigens nebenbei oder schon zuhause. Bei dieser Party ist es auch erlaubt und sogar erwünscht seinen eigenen Alk mitzubringen und zu trinken. Sehr angenehm.
Die Band war auch ganz nett, allerdings waren für meinen Geschmack zuviele langsame Lieder.

Das Ganze war eine gute Gelegenheit die anderen ausländischen Mädls zu treffen. Heidi, meine ehemalige Arbeitskollegin aus Finnland war dort, ebenso Ninni (Finnland), die extra aus Hólar für dieses Wochenende angereist kam. Weiters arbeiteten die deutschen Mädchen Ramona und Hanna in Hvammur (mein vorheriger Arbeitsplatz) und auf einer anderen Farm. Hege aus Norwegen arbeitet ebenfalls in Blönduós für einen Trainer.

Heidi, ich und Ninni


Insgesamt war das Ganze sehr lustig. Um halb fünf hat mich dann ein Nachbar nachhause gefahren, während meine Chefs noch ein bisschen weitergefeiert und anschliessend in Blönduós übernachtet haben. Vor einer Stunde sind auch sie nachhause gekommen. Warum ich schon früher zuhause war? Na, jemand muss doch in der Früh die Pferde füttern... wofür hat man diese Ausländer denn eingestellt?
Scherz beiseite, ich habe jedes zweite Wochenende ganz frei und an den anderen muss ich die Pferde und die Schafe füttern, sonst nichts.
Also bin ich heute so gegen zehn Uhr in den Stall schlafgewandelt, hab den Gäulen zu essen gegeben, bin wieder in mein Bett gewankt und hab weitergeschlafen. Toll! Und nein die Schafe hab ich nicht vergessen, die haben gestern Abend mehr bekommen und kriegen jetzt auch gleich noch was.

Sonst gibt es nicht soviel Neues, ich bin nicht nochmal runtergefallen (das hat wie schon erwähnt mein Chef erledigt) und mein Pferd hat noch immer keine Hufeisen. Immerhin nimmt er langsam zu.

Teddy-Kraftur

Ich gehe jetzt, die Schafe warten...

3 Kommentare:

  1. Klingt nach einem netten Wochenende :) Und Kraftur schaut super aus!! So mit dem ganzen Fell fällt die Magerkeit gar nicht auf (zumindest am Foto).

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, es war sehr nett. Nächstes WE gibts eventuell Party in Reykjavík, aber fix ist das noch nicht.

      Kraftur minn! Optisch macht er ja was her, wenn er will! :) Ich mag auch, dass er diese roten Strähnen vom Sommer noch hat! Steht ihm.

      Löschen
  2. Ja, Witze im Ausland sind schwierig: Meistens versteht man alles ohne Probleme - bis auf die Pointe :(

    AntwortenLöschen