Samstag, 30. August 2014

erste Uniwoche

So, die erste Uniwoche wäre mal überstanden. Der Stundenplan ist recht gut gefüllt mit Fächern wie Biochemie, Pferdenverhalten, Wissenschaftliche Arbeitsmethoden und Reitstunden. Nach der Hälfte des Semesters wird geprüft und dann gibts neue Fächer. Wenn ich mir das so anschaue, wird das recht anstrengend: die Noten setzen sich zusammen aus Mitarbeit, verschiedenen grösseren Haus- und Gruppenarbeiten, sowie Teil- und Abschlussprüfungen. Ausserdem sind wir noch zur Stallarbeit eingeteilt, aber das nur wochenweise, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber genug zu tun ist auf jeden Fall. Habe mir als erstes gleich mal ein paar Bücher bestellt, ich hoffe die kommen bald. Glücklicherweise sind die alle auf Englisch, da brauch ich dann wenigstens nicht stundenlang zum Lesen.

Natürlich gibt es hier nicht nur Vorlesungen und Lernen, sondern auch Spass. Angefangen hat das ganze mit einer kleinen Party am Sonntag Abend. Finnbogi, mein Mitbewohner kannte da jemanden, der kannte wen, der machte Party. In Anbetracht der Tatsache dass am nächsten Tag der erste Schultag war, war das Ganze eher zahm und alle gingen um Mitternacht nach Hause.
Dienstags hatten dann unsere Lehrer die Idee einen kleinen Bierabend zu veranstalten, damit wir Schüler uns untereinander besser kennenlernen. Sie haben sogar die Verantwortliche für das Restaurant dazu überredet, den Bierpreis zu senken. Selbstverständlich ging es da schon etwas feuchtfröhlicher zu und die anschliessende Party (wieder in der gleichen Wohnung) endete erst nach mehr Bier und zwei Stunden Gesang mit Gitarrenbegleitung in den frühen Morgenstunden. Am nächsten Morgen durften Margaux und ich feststellen, dass Finnbogi einen wirklich gesegneten Schlaf hat: sein Wecker hat zwar uns beide (in den Nebenzimmern) aufgeweckt, ihn selbst aber völlig kalt gelassen! Nachdem er auch so nicht wachzukriegen war, sind wir eben ohne ihn zur Vorlesung. Wir haben ihn beneidet, so spannend war die nämlich nicht.

Den Vogel abgeschossen haben allerdings die Schüler der höheren Jahrgänge. Selbige sind anscheinend sehr um unser Wohl besorgt und glauben, dass wir uns selbst nicht genug amüsieren können. Darum gab es einen Abend für Neuanfänger, wo alle hinmussten (besonders alle Pferdeleute, da wurde dreimal nachgefragt ob jemand fehlt) mit der Anweisung nichts anzuziehen, was nicht auch dreckig und/oder nass werden darf. Klingt schon mal vielversprechend, oder?
Erstmal wurden wir alle zusammen in einen grossen Pferdetransporter gesteckt und ein bisschen durch die Gegend gefahren. Als wir dann endlich aussteigen durften, bekamen wir erst mal das Gesicht mit unterschiedlichen Farben vollgeschmiert (man muss ja die verschiedenen Teams irgendwie auseinanderkennen). Ich will jetzt nicht allzusehr ins Detail gehen, aber das ganze lief auf einen Stationenlauf hinaus. Aber erstmal gabs ein Bier und einen Shot. Dann Laufen, durch Rohre kriechen, Liegestütze machen, weiterlaufen, Sackhüpfen, durch den Fluss und dazwischen immer Bier, Bier, Bier und Wodka. Das alles auf Zeit, versteht sich! Ich kann kein Bier mehr sehen. Dazu noch die körperliche Anstrengung.... da haben fast alle das Bier nochmal gesehen, mmmhm. Immerhin hat mein Team gewonnen (wär noch schöner, wenn nicht!). Schliesslich waren wir dann alle wieder verschwitzt, verdreckt, gefärbt, klatschnass und betrunken im Pferdeanhänger und es ging zurück. Nett, wie sie sind, hat uns dann der Jahrgang über uns noch eine Abkühlung verschafft und uns beim Aussteigen mit dem Wasserschlauch vollgespritzt, während andere mehrere Kilo Mehl über uns ausgekippt haben.

so sieht das dann aus
Aber wir haben uns gerächt, ein Mädchen aus meinem Jahrgang ist kurzerhand auf den Burschen mit dem Wasserschlauch zugerannt und hat ihm diesen in Nullkommanix abgenommen um ihn von oben bis untern nasszumachen! Die anderen haben ihn einhellig im Stich gelassen und sind gerannt wie die Hasen. Leider hat eine von denen richtig schnell geschalten und das Wasser abgedreht. Aber immerhin!
Nachdem alle geduscht hatten, gabs natürlich (zur Abwechslung) mal wieder Party. Hat auch recht lang gedauert und ich war richtig froh dass ich erst um 10 zur Reitstunde eingeteilt war.

Das war übrigens dann nämlich die erste richtige Reitstunde. Endlich wieder am Pferd! Das ist mir schon abgegangen. Mein Pferd hiess Rammi und war total lieb und gut. Ein bisschen herumgeeiert sind wir am Anfang, er hält nicht gut gerade (oder auch gebogene) Linien, aber er hat alles brav gemacht und wir wurden sogar ausdrücklich gelobt von der Lehrerin. Hab mich sehr gefreut, das ist ja nicht selbstverständlich. Gestern hat Lilli (die hat die Schule schon fertig) mir dann erzählt, dass dieses Pferd eigentlich "ein kleines Rabenaas" ist. Zum Glück war brav! Bin schon gespannt auf das nächste Pferd..

Rammi und ich
So, das wars jetzt erst mal, ich werde jetzt noch ein bisschen lernen und dann... wer errät es? Genau, da gibts dann eine Party...
Ich werd langsam zu alt für sowas.

liebe Grüsse

Montag, 25. August 2014

erster Schultag

Zur Feier des Tages gibt es gleich noch einen Post, denn wer weiss, wann ich wieder dazu kommen werde. Heute war es dann soweit: der erste Unitag!
Die ersten Tage sind als Orientierungstage gedacht, wo allen Neuanfängern (aller Studienrichtungen) erst mal alles gezeigt wird: Die Umgebung, den Stall, die restlichen Gebäude, die Kirche und das Bischofshaus. Das Titelbild im Blog zeigt den Blick ins Hjaltadalur hinein.
Ausserdem hatten wir bereits eine kleine Lehrveranstaltung über Lernen im Allgemeinen: die verschiedenen Lerntypen (inklusive Einstufungstest dazu), Arbeitsmethoden sowie Zeitmanagement. Für mich war nichts Neues dabei, aber es war interessant, die ganze Sache auf isländisch zu hören. Wo wir gerade beim Thema sind: irgendwie bin ich gerade beinahe froh, dass ich die Aufnahmsprüfung letztes Jahr nicht bestanden habe, ich täte mir bestimmt viel schwerer mit der Sprache. Jetzt verstehe ich soweit genug, dass ich nebenbei noch Wörter rausschreiben und nachschlagen kann, die ich nicht kenne.
Dann haben noch verschiedene andere Leute gesprochen, die Rektorin (die trug übrigens rote Converse :D und hat uns auch noch persönlich den ganzen Tag herumgeführt!), und die Vertreter der verschiedenen Studienrichtungen, die Studierendenvertretung etc. Alles in allem wurden wir gewarnt, dass das Studium viel Arbeit sein wird, wir am besten gleich mitlernen sollen und was für eine Ehre es doch ist, hier sein zu dürfen. Soweit alles wie in Österreich, nur eben auf isländisch.

Ich wohne übrigens in einer 4er WG, aber wir sind (derweil) erst zu dritt. Meine Mitbewohner sind ein Isländer namens Finnbogi (20, auch Pferdewissenschaften) und eine Halbbelgierin/isländerin mit dem klingenden Namen Margaux Thórdís (18, Tourismus). Letztere hat ihr Leben lang in Belgien gewohnt, und spricht isländisch mit starkem Akzent. Meine Frage, wieso sie hier und nicht dort studiert, konnte sie nicht so recht beantworten. Aber sie will jetzt wohl erst mal ein Jahr hier machen und sehen wie es ihr gefällt.

Mein Zimmer ist nicht riesig, aber auch nicht klein, und ausgepackt habe ich sogar auch schon. Hier sind die vorher-nachher Bilder:

vorher....

nachher!
 Morgen gehts weiter mit der Benutzung der Bibliothek bzw. des Intranets und dessen Programmen hier. Das ist anscheinend wirklich wichtig, denn ohne das geht gar nichts behaupten alle Lehrer. Naja, ich bin zuversichtlich, so kompliziert wird das schon nicht sein. Hoffe ich jedenfalls.

Eine lustige Sache noch: bei der Besichtigung des Stalles waren schon einige Boxen mit Trainingspferden für die Schüler des 2. Jahres belegt, und ich habe tatsächlich zwei Stuten (Kvík und Gullsól) aus Torfunes dort angetroffen! Ob sich die beiden erinnert haben, weiss ich aber nicht.

Leider wieder nur ein kurzer Beitrag, aber ich bin recht müde. Den ganzen Tag isländisch zuhören zu müssen, geht enorm auf meine Konzentration... aber ich gewöhne mich wohl bald daran!

Bless bless!

Samstag, 23. August 2014

Schulanfang!

Ich blase hiermit mal die gefühlte Staubschicht von diesem Blog. Wie immer haben Mai und Sommer meine Schreibbereitschaft arg gebremst.. tja. Vielleicht schaff ichs ja im einsamen Hjaltadalur eher einen halbwegs regelmässigen Update-Rhythmus einzuhalten. Soll ja eher finster und kalt sein dort im Winter...

Noch ist hier jedenfalls Sommer: um diese Jahreszeit kommt man zwar in der Finsternis an (wenn man mit airberlin fliegt), aber am nächsten Morgen hat mich strahlender Sonnenschein begrüsst, der auch bis jetzt durchgehend angehalten hat. Der etwas kühle Wind ist beinahe angenehm. Ich habe das schöne Wetter und die Zeit genützt um (neben einem Grosseinkauf bei Lífland) in der Cafeteria am Perlan zu essen und die Aussicht zu geniessen. Die Tomatensuppe kann ich nur empfehlen, auch wenn sie etwas scharf ist.

Blick auf die Hallgrimskirkja von Perlan aus

Um allerdings nicht völlig zu vereinsamen und ein wenig unabhängig zu sein, habe ich mir einen (hoffentlich) fahrbaren Untersatz zugelegt. Nein, Scherz beiseite, natürlich fährt das Auto, ich habe es schon getestet. Sieht gut aus und war bisher ein typisches Reykjavík-Auto, sprich: pfleglich behandelt, wenig Kilometer und gut in Schuss.


???
Ich warte auf Namensvorschläge.
Leider ist er so dunkel, da sieht man den schwarzen Sticker mit dem töltenden Pferd, den mir eine Dame aus den USA im Sommer geschenkt hat, dann bestimmt nicht. Naja, vielleicht klebe ich ihn auf eine Scheibe oder so.

Ich bin gerade rechtzeitig für eine Reittour nach Sveinsstaðir gekommen, da bin ich dann auch gleich mitgeritten. Zwar nur ein Stück, aber besser als nix. Wirklich schön, mal wieder am eigenen Pferd. Ob er sich auch so drüber gefreut hat, weiss ich nicht... aber immerhin war er nicht beleidigt und hat sich ausnahmsweise sogar fotographieren lassen:

Kraftur und Rós
Zum Abschluss gibts noch eine kleine Überraschung, oder vielmehr 9 kleine Überraschungen:

Wer will mich?
Die Katze hat auch schon wieder geworfen, aber die Jungen hat noch niemand gefunden. Also, falls wer Tiere braucht, einfach zugreifen.

liebe Grüsse nach Österreich!

Sonntag, 25. Mai 2014

(hoffentlich) laaaaaaanges Update

Ich hab das Gefühl, nix geht so schnell den Bach runter wie gute Vorsätze... jetzt ist mein letzter Post schon über ein Monat her!

Wer diesen Blog schon länger verfolgt, hat sich vermutlich schon gedacht, woran das liegt, und zwar an diesen possierlichen aber nicht übermässig intelligenten (meist weissen) Tieren. Dieses Jahr läuft das eigentlich ganz gut bisher. Die Schafe haben sich die erste Maiwoche zwar etwas zurückgehalten, dafür aber dann zwei Wochen lang im Akkord Lämmer gekriegt. Dann kam ein langes Wochenende und fünf Leute zum Helfen, was die Schafe dazu veranlasst hat, umgehend in Streik zu treten. Ich glaube, in diesen Tagen sind nicht mehr als 25 Lämmer gekommen. Óli meint, das liegt an Inga Sóleys Schwester, immer wenn sie kommt, hören die Schafe auf. Tatsächlich, kaum war sie wieder weg, war wieder alle Hände voll zu tun. Typisch. Jetzt sind nur noch 29 Schafe übrig, juhuuuu! Es wird absehbar.

Draussen ist alles voll mit Schafen, Lämmern und es "mäht" pausenlos. Besonders Sonntag morgen direkt vor meinem Fenster. Das machen die doch absichtlich...
Lämmer gibt es übrigens in verschiedenen Designs:


Produktbeschreibung:
"Mittig auf dem Bild zu sehen ist das Modell "weiss" (Standarddesign). Verschiedene Grössen und Prototypen lieferbar. Darunter das Modell "schwarz", nur wenige auf Lager. Im oberen Teil des Bildes finden Sie den Prototyp "Kuh", der aber noch nicht serienmässig hergestellt wird.
Am nächsten Bild zu sehen ist das Modell Staubzucker. Sieht zwar etwas schimmlig aus, ist aber frisch und lange haltbar. Limited Edition!"


Bedienungsanleitung:
"Für optimale Haltbarkeit und Lebensdauer im Sommer draussen aufbewahren. Einige Modelle sind aber nicht winterfest, in dieser Zeit kühl und trocken lagern. Muss regelmässig Wasser und Heu, sowie Gesellschaft zur Verfügung haben. Keine Garantie."


Ausserdem gibts noch ein paar andere neue Tiere: da wären mal die Katzen... ich versteh nicht, warum man das erwachsene Tier nicht kastrieren kann. Dann muss man nämlich nicht jammern, wenn sie überraschenderweise schon wieder tragend ist.


5 Stück, auch in verschiedensten Designs, entweder so wie auf dem Bild oder dreifärbig und getigert. Falls wer eins will. Nur zu, mich nerven sie mitterweile gewaltigst.

Da finde ich dieses Tier schon besser:


Sóley heisst es, und soll der nächste Schäferhund werden. Allerdings bezweifle ich, ob das der Fall ist, wenn man sie nicht erzieht. Border Collie hin oder her. Aber das ist ja nicht mein Problem.

So, zum Schluss noch ein kleiner Nachtrag von meinem Geburtstag: die Mädls und ich haben in Blönduós gegessen, Lena hat sehr gut gekocht und dann haben wir einen gemütlichen Filmabend gemacht.





So, naja allzu lang ist das Update leider nicht geworden, aber viel mehr aufregendes ist einfach nicht passiert. Ich hoffe ich komme in Zukunft wieder häufiger zum Schreiben und der Sommer ist ja auch nicht mehr weit.


ganz liebe Grüsse nach Österreich!


Samstag, 12. April 2014

Reitkurs in Blönduós

Wie versprochen kommt hier das Update zum Reitkurs:
Mit zwei Wochen Verspätung hat dieser dann nämlich schlussendlich doch stattgefunden, wenn auch in verminderter Ausführung. Die Lehrer in diesem Kurs waren drei Hólar Stundentinnen aus dem dritten Jahr, die diesen Reitkurs abhalten mussten und dafür benotet wurden. War aber stressfreier als das jetzt klingt: es war keine "Aufsichtsperson" dabei, sondern die Mädls haben alles auf Video aufgenommen und werden das ihren Lehrern (wohl ein bisshcen zusammengeschnitten) geben.
Nella ist aus Schweden und ich kannte sie ja schon von dem Reitkurs, den sie im Sommer bei uns in Sveinsstaðir gehalten hat, Gloria aus Deutschland hatte ich zumindest schon mal gesehen, aber Astrid aus Dänemark nicht. Kein Wunder, wenn sie nicht in der Schule ist, hält sie sich auf Snæfellness auf, das ist nicht ganz hier in der Gegend. Und ja, es sind viele ausländische Studenten in Hólar. Zumindest in dem Pferde-Zweig.

Der Reitkurs selbst war sehr ausführlich und ausserdem spottbillig. Die Mädls haben nämlich nur Hallenmiete plus Benzinkosten verrechnet. Angefangen hat das um 10 am Vormittag mit einer Theorieeinheit, dann wurden Einzelstunden abgehalten und am Nachmittag noch eine Gruppenstunde. Aufgrund der überschaubaren Anzahl der Teilnehmer waren wir aber auch dort nur zu zweit. Super, da hat man wenigstens was vom Lehrer! Am zweiten Tag hatten wir überhaupt nur Einzelstunden (noch besser!).

Ich finde es ein bisschen traurig, dass hier in der Gegend offensichtlich kein Interesse daran besteht, Reitstunden zu nehmen. Die meisten Reiter hier sind nämlich nicht gerade Weltmeister... aber da kann man wohl nix machen. Bezeichnend ist allerdings, dass von den 6 Teilnehmern nur 2 Isländer waren: Nämlich Ólis Vater Magnús und Berglind, die Freundin von unserem Nachbarn (ist zwar Schülerin aus Reykjavík, aber hat die letzten 3 Wochen am Land verbracht, weil die Lehrer gestreikt haben. Ja, drei Wochen lang!). Sonst waren alles ausländische Pferdemädchen: Lisa, Lena, Regina und ich.

Also wurden unsere drei Pferde (meins, Lisas und Berglinds) Samstag früh nach Blönduós gekarrt und durften dort auch über Nacht bleiben. Kraftur nimmt das mittlerweile ganz stoisch hin, der Brave. Auch wenn wir immer ganz langweilige Sachen machen, und das noch zwei Mal am Tag.
In der ersten Stunde mussten wir wie üblich die Pferde aufwärmen, beschreiben und zeigen. Dann sind sie von den Lehrern probiert worden und der ersthafte Unterricht hat erst in der zweiten Einheit begonnen. Gloria (die mich unterrichtet hat) konnte sich sogar noch an Kraftur erinnern von dem früheren Reitkurs, damals hat mich zwar jemand anderes unterrichtet, aber sie hat mir anscheinend nach ihrer Reitstunde zugeschaut, weil ihr das Pferd so gut gefallen hat. Hab ich nicht ein tolles Pferd!
Er war auch tatsächlich gar nicht so schlecht und dann auch brav als Gloria ihn probiert hat. Sie hat ihn auch ganz toll gefunden. Irgendwie ist es ja fast schon lächerlich, wie sehr ich mich freue, wenn jemand mein Pferd mag, hihi.

Ich will euch jetzt weiter nicht mit detailierten Beschreibungen der Übungen langweilen, kurz gesagt: Kraftur war ganz brav, auch wenn er am Ende auf eigene Faust versucht hat, zu entkommen. Er ist statt auf einem Kreis zu bleiben direkt zur Tür abgebogen und hat dagegengedrückt um sie aufzumachen. War aber leider zugehakt, also hats nur ein lautes "Doing!" gemacht! Alles nur im Schritt, aber ich hatte die Zügel grad nicht in der Hand, weil Gloria mir gesagt hat ich soll ihn nur mit der Einwirkung von meinem Sitz lenken. Hat auch geklappt, bis er fand es reicht jetzt. Das war so komisch, wir haben uns totgelacht! Nella hat zu Gloria gemeint, ihre Stunden wären offensichtlich zu anstrengend, wenn das Pferd dann freiwillig in die Tür läuft nur um rauszukommen.

Ich hab Lisa gebeten, ein paar Fotos zu machen, aber die Lichtverhältnisse in der Halle sind halt denkbar ungeeignet. Alles, was schneller ist als Schritt ist natürlich unscharf. Naja, ich hoffe man kann trotzdem was erkennen...






liebe Grüsse von der (wieder) verschneiten Insel!

Donnerstag, 3. April 2014

isländische Pferdemode!

Jæja, schon wieder soviel Zeit vergangen seit dem letzten Post! Jetzt haben wir schon Anfang April und ich hätte es fast nicht gemerkt. Heuer hat mich immerhin keiner in den April geschickt, auch wenn ich mir bei der Schlagzeile "Putin stoppt Truppenabzug" (oder so ähnlich) einen Aprilscherz gewünscht habe...
Den Brauch gibt es übrigens hier auch, aber er wird nicht so exzessiv ausgelebt.

Hier ist jetzt endlich Frühling, hoffentlich auch endgültig, langsam reichts mir mit der Kälte und dem Schnee. Schnee haben wir jetzt keinen mehr, das Viereck ist jetzt ganz eisfrei. Allerdings ein Schlammbad. Naja, man kann nicht alles haben...
Pünktlich zum Ende des schlechten Wetters hat sich bei mir natürlich ein Infekt eingenistet, so dass ich statt im Sonnenschein auszureiten die letzten zwei Tage im Bett gelegen bin. Juhu!

Deswegen gibts heute auch nur einen ganz kurzen Post, denn eigentlich wollte ich nur angeben wie toll Kraftur mit seiner neuen Decke aussieht:



Auch wenn man es auf dem Foto nicht so genau erkennen kann, die Decke ist schwarz-grau-GRÜN gemustert! Reine isländische Wolle, war auch gar nicht so teuer und trocknet das Pferd in Null komma Nix. Die Decke ist dann halt klatschnass, aber das Pferd ist trocken!

Dieses Wochenende werden wir das noch genauer testen, denn da ist endlich der heissersehnte Reitkurs. Also, von mir heissersehnt, von Kraftur wahrscheinlich eher nicht. Aber der weiss noch nichts von seinem Glück, der Gute... ich werde berichten wie es läuft.

liebe Grüsse aus dem frühlingshaften Island!

Sonntag, 16. März 2014

Frühling... oder doch nicht?

Nach den letzten warmen Tagen (bis zu 9° !!) dachten wir hier schon, der Frühling wäre angekommen. Hat auch alles danach ausgesehen: die Pferde verlieren exzessiv ihr Fell, es stürmt, die Sonne scheint (manchmal zumindest), die Tage werden länger (ok, das tun sie eh schon die ganze Zeit), der Boden taut auf und man sah sogar schon ein bisschen grünes Gras!
Aber nichts da: die Temperaturen sind zwar meist grade über dem Gefrierpunkt, aber nachts schneit es dann immer. Und zwar gar nicht so wenig. Das meiste geht zwar tagsüber dann wieder weg, aber letztens musste Óli sogar Schneepflug spielen auf unserer Strasse. Ganz so schlimm, wie es sich anhört, ist es nun auch nicht, aber es reitet sich halt besser, wenn der weiche Schnee nicht an den Hufeisen der Pferde verklumpft und festfriert.

Apropos Pferde, der Stall ist jetzt wieder gut gefüllt mit verschiedenen Tieren, sogar ein Hengst ist dabei. Er heisst Forseti (= Präsident) und ist ein richtiges Barbiepferd, soviel Mähne und Schweif hat er. Ausprobiert haben wir ihn noch nicht, aber optisch macht er zumindest mal was her.

Barbiepferd

Bisher sind alle Pferde recht brav, ich hoffe das bleibt auch so. Denn statistisch gesehen müssten wir unsere Unfallquote für das Jahr bereits erfüllt haben: von meinem Radunfall in Österreich und dem zufällig gefundenen Processus supracondylaris wissen die meisten hier ja. Einen Monat später hat es aber hier angefangen mit dem Pech: erst wurde Inga Sóley krank (die hatte es ordentlich erwischt), dann ist Salka Krístín (5) im Schlaf aus dem Bett gefallen und hat sich dabei das Schlüsselbein gebrochen. Eine Woche darauf hat Óli es hingekriegt, sich mit einer Bohrmaschine in den Daumen zu bohren, so schön durch den Nagel durch und noch ein bisschen weiter (ja, mir rollts bei dem Gedanken auch die Zehennägel ein...). Hat ihn aber nicht weiter gebremst, mit Schmerztabletten und Verband sass er am nächsten Tag schon wieder am Pferd. Allerdings nur auf den braven Tieren.
Und vor ein paar Tagen (an Ólis Geburtstag) waren ein paar Freunde zum Mittagessen eingeladen, und einer der Gäste ist über Lexi (einer der Hunde) gefahren. Gut, so, wie der sich immer benimmt, war das eigentlich nur eine Frage der Zeit. Aber arm ist er natürlich trotzdem, jetzt hat er einen gebrochenen Oberschenkel.
Da Óli dann mit ihm zu Tierarzt gefahren ist, hab ich die aus der Schule kommende Sunna Margret in Empfang genommen und ihr natürlich alles erzählt. Die Ärmste war ganz besorgt, dass man doch Lexi jetzt bestimmt den Fuss abnehmen müsste (anscheinend gibt es in Blönduós einen Hund, der bei sowas einen Teil seiner Vorderpfote verloren hat), und was macht Lexi denn dann, er hätte ja dann nur noch drei Füsse? Ich hab mich mal aus dem Fenster gelehnt und gemeint, dass man das ja nicht immer machen müsste, und Lexi seinen Fuss bestimmt behalten darf. Tatsächlich war der Fuss noch dran als er zurückkam, aber er läuft natürlich trotzdem nur auf 3 Pfoten. Hauptsächlich liegt er jetzt im Käfig, der Tierarzt meinte, da könnte man wenig machen ausser warten und Schmerztabletten geben.

Der Patient

Wir hoffen hier weiterhin auf baldigen Frühling. Am Fluss kann man jetzt natürlich nicht mehr reiten, aber vor ein paar Wochen ging das noch. Da war Familienausflug angesagt:







Inga Sóley und Stina waren so nett, auch von mir und dem besten Pferd der Welt ein paar Fotos zu machen. Auf Facebook sind sie ja schon zu sehen, aber hier nocheinmal:


Nächste Woche ist wieder Reitkurs angesagt, ich hoffe ich kann jemanden finden, der Fotos macht. Dann seht ihr Kraftur und mich auch mal in Aktion!

liebe Grüsse!