Dienstag, 19. September 2017

Urlaub III - Österreich

Weil ich schon so geübt bin in den Urlaubsposts (und auch, weil zwischen den Urlauben in Island nix Spannendes passiert ist...) gibts gleich noch einen. Dieses Jahr habe ich mich schon am 23. August nach Österreich aufgemacht. Für meine Verhältnisse ist das ja relativ früh, aber Verena und Sascha haben sich am letzten August Wochenende das Ja-Wort gegeben. Diese Pfadihochzeit konnte ich natürlich nicht auslassen.
Auf der Hochzeit von Verena & Sascha
Gefeiert wurde in kleiner, aber feiner Runde in Schloss Gamlitz, mit standesgemässer Trauung im Weinkeller und Einmarsch der Braut zur Titelmusik der Serie "Game of Thrones". Mit der bekanntesten Hochzeit dieser Serie hatte diese Feier allerdings bei Weitem nichts zu tun... ist wohl auch besser so. Es gab gutes Essen, eine strahlende Braut, lustige Spiele und selbstverständlich auch eine Abordnung der Pfadfindergruppen Graz 12 (Verena) und Graz 5 (Sascha), die zum Spalier stehen gekommen waren. Dank der hohen Temperaturen konnte auch bis in die frühen Morgenstunden draussen zusammengesessen und gemütlich getratscht werden. Am Tag danach wurde noch zum Brunch geladen, nach welchem sich die Gäste dann langsam wieder in Richtung Graz bzw. Oberösterreich verabschiedeten. Offizielle Fotos gibt es noch nicht, aber ich habe so lang gequengelt herumgefragt bis jemand ein Foto von mir und der Braut mit meinem Handy gemacht hat. Ich schau zwar nicht besonders aus (es hatte 33 Grad!!) aber man soll ja eh nicht schöner sein als die Braut.

Da die für Ende August ungewöhnlich heissen Temperaturen leider angehalten haben, habe ich die Woche darauf mit Nichtstun und Weintrauben essen im kühlen Haus in Graz verbracht. Zusätzlich waren die meisten meiner Freunde auch noch auf Urlaub. Als es endlich kühler wurde und man wieder daran denken konnte sich zu bewegen OHNE den Hitzetod zu sterben, haben wir das dann auch ordentlich genützt.

auf der Aflenzer Bürgeralm
Zuerst ein Ausflug ins Hochschwab-Gebiet: von der schönen Aflenzer Bürgeralm ging es hinein ins Hochschwabmassiv auf den Kampl. Das Wetter war sehr schön, die Aussichten grandios und die Tour länger als gedacht.


am Rappold

In der gleichen Woche ging es noch auf den Rappoldkogel, wo das Wetter leider nicht ganz so strahlend schön, aber doch ausreichend gut war für die "wilde" Kletterei.

Mama und Papa geniessen die Aussicht

in der Wachau
Dann hat sich mein Österreich Urlaub auch schon dem Ende zugeneigt und es wurde beschlossen, die verbleibenden Tage in Wien zu verbringen. Dort haben wir dann mit Eli und Gabriel einen schönen Ausflug in die Wachau unternommen und siehe da: Niederösterreich ist doch nicht nur flach. Sogar ausserordentlich steil mitunter. Nach einen kleinen Aufstieg (mit Marschmusikbeschallung aus dem Ort) durch den Klettergarten, wo sich Eli und Gabriel bestens auskennen, gelangten wir zur Ruine Dürnstein. Vor dort aus ging es weiter zu einer kleinen Warte, auf die wir sogar auch noch hinaufgehen konnten. Die Holzwurmlöcher, die wir erst oben entdeckt haben, sorgten für Spannung beim Runtergehen. Dann ging es über einen gut gesicherten Steig wieder nach Dürnstein. Nach einem guten Essen und Kaffe konnten wir dann auch gestärkt den Heimweg antreten.

Wie immer ist die Rückkehr nach Island leicht und schwierig zugleich: einerseits ist es schwierig, wieder aus Östereich wegzugehen, andererseits freue ich mich auch schon immer auf Island und wegen beidem hat man ein schlechtes Gewissen. Es tut mir auch leid dass ich nicht alle treffen konnte, die ich treffen wollte. Aber Weihnachten ist ja nicht mehr fern. (Ich weiss grad nicht ob das eine Drohung oder ein Versprechen sein soll...)

liebe Grüsse!

Samstag, 9. September 2017

Urlaub II - Isle of Skye

Nachdem wir die Isle of Skye im letzten Jahr zwar besucht, aber von der hochgelobten Landschaft aufgrund des Wetters aber genau nichts gesehen hatten, war dieses Jahr ein weiterer Versuch höchst angebracht. Um ganz sicher zu gehen, beschlossen wir zwei Nächte zu buchen und zu hoffen dass von den drei zur Verfügung stehenden Tagen dann wenigstens mindestens einer schön ist. Die Rechnung ist aufgegangen: das Wetter war zwar nicht strahlend schön, aber schön genug um die Umgebung zu sehen. Und die ist wirklich toll!

Cuillin Hills im Hintergrund

Auf Kathis Wunsch sind wir zum Leuchtturm am Point of Sleat gewandert. Die Wanderung war teilweise recht sumpfig und etwas länger als gedacht (das ist so eine Sache mit den Meilen und den Kilometern..), aber nicht zu verfehlen. Neben einem tollen weissen Strand gab es auch Blackface-Schafe und Hochlandrinder zu bewundern. Ausserdem taucht dann mitten in der Pampa auf einmal ein Selbstbedienungscafé auf:

Man beachte die ebefalls bereitgestellte Sonnencreme!
Beim Leuchtturm angekommen hat dann ein doch sehr lebhafter Wind geweht, aber zum Glück stehen überall komisch geformte Felsen herum. In deren Windschatten wurde dann gejausnet und das obligatorische Selbstauslöserbild gemacht, denn es war niemand da der uns hätte fotographieren können. Der Weg zurück war gefühlt länger als der hin (diese Meilen sind wirklich ganz schön lang..) und wir waren froh als wir zwei Stunden später bei unserem Quartier in Edinbane (etwa 40 Minuten nordwestlich von Portree) ankamen. Dieses nette Bed & Breakfast war definitiv das beste Quartier auf unserem Trip: sehr nette Gastgeber, ein ausgiebiges Frühstück und ein lieber Hund. Je nach Sitzplatz beim Frühstück konnte man dann den Tag damit beginnen Gälisch zu lernen (von eins bis 10 zählen), oder ein Rezept für Shorbread lesen oder auch einfach die traumhafte Aussicht durch ein riesiges Fenster aufs Meer zu geniessen. Und das alles während einem Essen gebracht wird.

Der nächste Tag war wettermässig nur bedingt gut, aber wir haben es geschafft den Old Man of Storr zu besichtigen bevor der Regen kam. Das ist eine eindrucksvolle Felsformation, die ich den geneigten Lesern nicht vorenthalten will. Leider waren dort auch massenhaft Touristen, aber auf den Fotos sieht man das zum Glück nicht:

Irgendwas sagt mir, dass das nicht die ursprüngliche Inschrift ist..

Danach hat es leider bis zum Abendessen (diesmal in Portree) geregnet, so dass wir den Rest des Tages damit verbracht haben, die Halbinsel Trotternish zu umrunden und alle verfügbaren Castles aus dem Auto zu fotographieren. Damit war der Urlaub leider auch schon fast vorbei und wir mussten uns wieder aufmachen in den "Süden". Unser letztes Quartier war in Stirling (nicht mehr weit zum Flughafen Edinburgh) und wir haben in der Gegend noch ein paar hübsche Orte und Castles angeschaut. Im Allgemeinen ist es hier schon wieder mehr "britisch" (andere nennen das zivilisiert), die typischen Ziegelbauten und Kreisverkehre überall. Sehr schön war vor allem die Kathedrale von Dunblane, die wir allerdings aufgrund der Öffnungszeiten nur mehr von aussen bewundern konnten.

Fazit: ein sehr schöner, viel zu kurzer Urlaub. Gerne wieder. Ich schliesse diesen Post mit einem Schnapschuss, der sich bei späterer Betrachtung als eines der britischten Fotos die ich je gemacht habe, herausgestellt hat:

in Stirling

Sonntag, 13. August 2017

Urlaub I - Glencoe und Umgebung

Nachdem der Schottland Urlaub letztes Jahr ein voller Erfolg war, gab´s dieses Jahr eine Neuauflage! Leider wieder nur eine Woche, aber besser als nichts. Da die Crew vom letzten Jahr keine Zeit hatte, hab ich kurzer Hand Kathi gefragt. Die hat auch zugesagt, obwohl es sie ja sonst eher in südlichere Gefilde zieht (ich weiss solche Opfer zu schätzen). Ich hab sie aber mit den schönen Bergen zum Wandern ködern können und Anfang Juli war es dann soweit. Nach einigen dann doch zustande gekommenen Besprechungen via facebook und unzähligen Buchungen hatten wir dann doch so etwas wie einen Plan. Wir haben tatsächlich beide Flüge nach Edinburgh am selben Tag gefunden (was lustigerweise für die Kathi ein grösseres Problem war als für mich...) und uns dort getroffen.

am Loch Katrine in den Trossachs

Am nächsten Tag haben wir unser Mietuto abgeholt und uns in das Abenteuer "Fahr-auf-der-falschen-Seite" gestürzt. Kathi hatte das deutlich besser drauf als ich (ich schieb das jetzt mal darauf, dass sie deutlich mehr fährt..), aber auch sie war froh, dass wir uns die 100 Euro mehr für das Automatikgetriebe geleistet haben. Das Auto war ein schicker Audi, der sich aber als ein wenig unpraktisch herausgestellt hat weil er so tief liegt. Parkt damit mal wo in der Pampa ohne aufzusitzen.. wieder was gelernt. Wie auch immer, wir haben es unfallfrei aus dem Edinburgher Stadtverkehr auf die Autobahn Richtung Glasgow geschafft und auch die Abzweigung bei Stirling Richtung Norden nicht verpasst. Unseren ersten Stop am wir im Loch Lomond National Park eingelegt und eine kleine Wanderung am Loch Katrine gemacht.

Dann ging es flott weiter zu unserem Quartier in Inchree (Nähe Fort William). Eine sehr nette Unterkunft mit einem sehr guten Restaurant dabei und Pferden direkt vor unserem Fenster! Was will man mehr? Die Antwort lautet: Internet. Die Verbindung war so grottenschlecht, dagegen ist ein 56k Modem richtig brauchbar. Und mit dem Argument "remote location" können sie baden gehen, weil ich wohne in Island am AdW. Remoter gehts gar nicht mehr und die Isländer schaffen es ja auch, vernünftige Verbindungen auf die Beine zu stellen. Ich muss sagen, da hab ich lieber gar kein Internet als meine Zeit mit schlechtem Netz zu vertrödeln, in der Hoffnung vielleicht doch irgendwann meine Nachrichten lesen zu können...

Am Pass of Glen Coe bei eher britischem Wetter

auf dem Weg zu ersten Stob
Aber die Gegend um Glencoe ist einfach wunderschön, man weiss gar nicht in welche Richtung man seinen Fotoapparat zuerst halten soll. Für den nächsten Tag war eine grössere Wanderung geplant: mit Hilfe der sehr empfehlenswerten Website Walk the Highlands fiel unsere Wahl auf einen "unterschätzen Aussichtsberg", den Buachaille Etive Beag. Dazu mussten wir wieder ein Stück zurück auf den Pass of Glencoe, wo mittlerweile viele Parkbuchten neben der Strasse angelegt sind, sehr praktisch. Kathi war ja ein wenig skeptisch mit dem Wetter (Hochnebel), ich bin über solche Zweifel erhaben (zweistellige Plusgrade, einstellige Wind-Meter und kein Niederschlag - ich sehe kein Problem?) und als wir oben angelangt waren, hatten wir bestes Bergwetter. Unser Berg hatte zwei gleichermassen unaussprechliche Gipfel (sogar beide Munros!), die wir natürlich auch beide erklommen haben: zuerst den Stob Dubh und den Stob Coire Raineach. Ja, die heissen ernsthaft so.

Aussicht ins Glen Etive

Vom ersten Stob aus hatte man einen wunderbaren Ausblick auf das Glen (= Tal) und Loch Etive den die benachbarten berühmteren Berge. Dann ging es wieder zurück zum Sattel und auf den zweiten Gipfel. Die Aussicht dort ist das Glen Coe und ein grosses Moor (mit weiteren Lochs, versteht sich). Alles sehr beeindruckend. Was mich allerdings am meisten gefreut hat war, dass mein Bein weitestgehend schmerzfrei war während der Wanderung und sich auch am nächsten Tag besser benommen hat als gedacht. Der Bruch war zu diesem Zeitpunkt erst 9 Wochen her, ich bin sehr zufrieden mit der Heilung.

Gipfelfoto am 2. Stob (c) Kathi

Teil II folgt bald!

Sonntag, 6. August 2017

Ausgewählte Kostproben der isländischen Musik

Hier noch ein kleiner Nachtrag aus dem Sommer: Wie ihr alle wisst, ist Sveinsstaðir trotz direktem Anschluss an die Ringstrasse ja doch eher am AdW und Blönduós City ist auch nicht viel besser. Hier sagen sich Fuchs und Hase (viel mehr Pferd und Schaf) Gute Nacht und die Samstagabende bestehen aus spannendem Fernsehprogramm und/oder frühem Zubettgehen. Allerdings gibt es zu jeder Regel Ausnahmen und das verschlafene Blönduós enttäuscht da auch nicht: zwischendurch ist hier sogar was los:

man beachte die angeleinten Ziegen!
Am isländischen Nationalfeiertag zum Beispiel! Dieser ist am 17. Juni und da wird eigentlich im ganzen Land gefeiert, Flaggen und Parties überall. In einer so kleinen Gemeinschaft wie Blönduós ist dann auch fast jeder auf irgendeine Weise involviert. So auch der lokale Reitverein "Neisti". Dieser hat traditionell eine grosse Rolle am 17. Juni in Blönduós und die neuen Vorstände haben ihr Bestes gegeben: Luftballon- und Süssigkeitenverkauf, Gesichtsbemalung für Kinder, eine Wasserrutsche am Abhang vor der Kirche, Hindernisparcours im Turnsaal und Zuckerwatte. Ich wurde gebeten, bei der ganzen Sache zu helfen, und dafür dass ich nicht mal Mitglied im Verein bin, war ich gut beschäftigt. Angefangen haben wir um 10 Uhr vormittags, daheim war ich um 23:00. Aber es hat sich gelohnt und der Reitverein hat sogar ein bisschen Gewinn gemacht.

Pollapönk Auftritt
Das Highlight für die Kinder fand aber abends statt: da kam nämlich die Band und hat 2 Stunden lang im Turnsaal gespielt. Und wer von euch erkennt die? Die farbigen Anzüge sind vielleicht einigen im Gedächtnis geblieben? Naa? Also gut, ich will halt mal nicht so sein. Das sind Pollapönk, die Island 2014 beim Eurovision Songcontest vertreten haben. Für alle die sich nicht erinnern, hier ist der Link zum Song No Prejudice. Natürlich haben sie aber noch ganz viele andere bekannte Lieder, welche die Kinder zu höchster Freude und die Eltern mitunter zu Tränen (zwecks endloser Wiederholung) antreiben. Das weisse Viech ist übrigens Húni, das lokale Maskottchen. Die Gegend hier heisst Húnavatnssýsla, nach den zwei Eisbärjungen (isl. húni), die hier im Jahre Schnee mal angetrieben kamen.
Die Kinder waren jedenfalls alle begeistert und todmüde als das Konzert um 21 Uhr zu Ende war. Mission accomplished.

Nur einen Monat später fand dann die Party des Jahres statt: das Húnavaka. Ein lokales Festival, welches jedes Jahr an Popularität gewinnt. Das ganze Wochenende besteht aus Kinderbespassung am Tag (Clown, Gesangswettbewerb, Airbrush Tattoos, Flohmarkt, Ponyreiten, Paintball, Hüpfburg, etc.) und Erwachsenenbespassung am Abend. Bei letzterer wird mitunter etwas übertrieben und ganz Blönduós erwacht mit kollektivem Kater am Tag danach.
Dieses Jahr wurde sogar ein auf Island ganz berühmter Popsänger engagiert: Páll Óskar! Auf Island ganz bekannt, ausserhalb eher weniger. Interessierte können sich hier seine Musik anhören: leichter Pop mit deutlichem 90s Einschlag. Das Einhorn hatte er bei uns zwar leider nicht dabei, aber dafür zwei Tänzer im Ganzkörper-Glitzeranzug. Auch nicht schlecht. Auf der Party hat er dann natürlich nicht nur seine eigenen Lieder, sondern auch eine lustige Mischung aus Evergreens (Queen, ABBA, etc.) gespielt und die Stimmung war richtig gut.

Schade dass solche Konzerte nicht öfters stattfinden hier, aber dann wär es vielleicht auch nicht mehr so lustig.

Sonntag, 18. Juni 2017

Besuch aus Ö

Brav wie ich bin, versuche ich mich mal wieder an einem Update hier.
Der Schafstall ist endlich leer (eigentlich eh schon seit Anfang Juni) und dessen Bewohner mampfen auf dem umliegenden Wiesen vor sich hin während sie darauf warten, dass das Hochland zur Beweidung freigegeben wird. Das wird wohl hoffentlich nächste Woche der Fall sein und dann kann man anfangen den Sommer so richtig zu geniessen. Sofern das Wetter mitspielt, natürlich. Noch ist es etwas kalt und teilweise regnerisch, aber es gibt auch solche Tage:

Silfurtoppa geniesst die Aussicht ins Vatnsdalur

Das schöne Wetter führt auch dazu dass das Ausreiten mehr Spass macht und auch die Kids wagen sich wieder in den Sattel (manchmal halt). Im Vergleich zu den letzten Jahren reiten sie aber alle immer weniger. Scahde eigentlich, deswegen habe ich den letzten Ausritt gleich bildlich festgehalten.

Sunna Margrét, Magnús und Salka Kristín
Meinem Bein geht es auch schon wieder viel besser und abgesehen von einer leichten Wetterfühligkeit habe ich noch keine anderen Schwierigkeiten bemerkt. Es ermüdet natürlich schneller, aber das bessert sich mit jeder Woche.

Vor einer Woche hatte ich auch Besuch aus Österreich, oder Berlin, wie man´s nimmt. Chrisi hat die weite Anreise auf sich genommen und mich hier im hohen Norden besucht. Das Wetter hat leider nicht so mitgespielt, aber es hat ihm trotzdem gefallen und zwischendurch hat es zumindest genug aufgeklart um die schöne Landschaft sehen zu können. Ich musste leider den Grossteil der Zeit arbeiten. Kleiner Tipp für künftige Besucher: rechtzeitige Ankündigung und Besuch übers WochenENDE, dann habt ihr mehr von mir. Aber ich freue mich natürlich immer über Besuch. Und Schokolade und Alkohol, nur so als Hinweis. Aber davon gabs eh genug, Danke nochmal an dieser Stelle.
Wie jeder, der sich hierher verirrt, musste auch Chrisi sofort aufs Pferd. Einige der treuen Leser haben mit besagtem Pferd auch schon Freundschaft schliessen können und erkennen auf Anhieb, dass es sich hierbei um Teresa handelt. Sie ist das Pferd von Magnús und kennt sich aus mit Leuten die sich nicht auskennen. Ein Profi sozusagen. Da fällt man nicht runter.

liebe Grüsse nach Ö!

Samstag, 27. Mai 2017

Schaaaaf

Man sollte ja meinen, man hat mit einem gebrochenen Fuß mehr Zeit und kann den Blog öfter updaten. Was man aber unterschätzt, ist die Tatsache dass mit einem gebrochenen Fuß auch weniger passiert. Noch weniger als ohnehin schon in der Einöde, meine ich. Eingeschränkte Mobilität und so. Ich habe kurz überlegt, Euch über meine Fortschritte beim Computerspielen auf dem Laufenden zu halten (mittlerweile habe ich eine eigene Burg, den Titel "Inquisitor" und noch mehr Pferde..). Aber mir ist rechtzeitig eingefallen, dass das vielleicht noch mehr langweilt als Pferde, vor allem wenn man nicht selbst spielt.

Seit 10 Tagen arbeite ich wieder halbtags, das geht ganz gut, auch wenn gehen auf unebenen Flächen immer noch schwierig ist. Ich brauch auch noch einen Stützverband, sonst schwillt der Fuss relativ schnell an. Immerhin hat er aufgehört weh zu tun, allerdings schmerzt jetzt der Rücken weil ich immer so schief gehe. Naja, das wird sich auch geben wenn ich wieder gerade gehe, schätze ich.

Die Pferde wurden nach meinem Unfall Ende April ganz unzeremoniell rausgeschmissen auf die Weide und mussten dort bei Wind und Wetter ausharren. Das haben sie davon, selbst schuld. Ansonsten hätten sie noch mindestens 10 Tage im Stall gehabt, bevor die ersten Schafe dorthin ausquartiert wurden. Zum Glück ist das Wetter relativ gut:

Isländischer Frühling von seiner besten Seite

Womit wir beim Hauptthema wären: für treue Leser wenig überraschend, schliesslich haben wir Mai. Da gehts in Island um nix anderes, zumindest hier am Land. Ich war ja letztes Jahr um diese Zeit nicht hier, als die erste Lammzeit mit dem neuen grossen Stall stattfand, und ich muss sagen der Unterschied ist enorm. Allein, dass man nicht mehr den ganzen Tag Schafe durch die Gegend fahren muss weil kein Platz mehr ist, ist ungemein erleichternd. Dabei fällt es gar nicht auf dass Óli jetzt doppelt so viele Schafe hat wie vorher (730 Stück Mutterschafe). Auch das Säubern der Boxen im Pferdestall Ende Mai ist deutlich leichter wenn dort nur zwei Wochen lang Schafe waren anstatt vier. Dasselbe gilt für den alten Schafstall. Natürlich ist die Lammzeit trotzdem viel Arbeit, aber zum Glück bekamen wir Unterstützung durch eine in Schweden lebende deutsche Tierärztin und ihrer Freundin (die hat auch ein paar Schafe daheim). Die beiden wollten unbedingt schon mal nach Island und sehen wie das Lammen hier gehandhabt wird und waren 8 Tage hier. Angenehmerweise war das genau die Woche in der fast alle restlichen Schafe beschlossen haben, ihre Lämmer zu bekommen. Die Anzahl der trächtigen Schafe ist von fast 300 auf 28 gesunken, sehr angenehm. Jetzt sind noch cirka 20 übrig und seit 3 Tagen hat sich nichts getan. Ich habe schon Leckerlis versprochen als Anreiz (eine Extraportion für diejenigen die ihre Lämmer zwischen 8 und 18 Uhr bekommen!), aber es nützt nichts. Óli sagt, am 1. Juni schmeisst er alles raus, ob trächtig oder nicht. Dann müssen die sich eben selbst helfen und es gibt kein leckeres Zusatzfutter.

Jetzt gibts noch ein paar Schaf-Bildchen, weil mir nix mehr einfällt:


schwanger sein ist anstrengend...

der isländische Name dieses Lamms lässt sich am besten mit " oams Hascherl" übersetzen..
 liebe Grüsse nach Ö!

Samstag, 29. April 2017

Fuß!

Ich hatte ja schon krampfhaft überlegt, was mein nächster Blog Post werden sollte, wie jedes Jahr ist der April nämlich ein bisschen Saure-Gurken-Zeit. Das Wetter ist weder schön noch schlecht genug um zu lametieren, die Wiesen zu braun-grün aber ohne Schnee für schöne Fotos, die Pferde auch alle hässlich im Fellwechsel (ausser meine beiden, die sind natürlich immer schön, eh klar.) und die süssen Lämmchen noch nicht da. Was also tun schreiben?

Der liebe Tumi hat mir ausgeholfen, das war sehr freundlich, er hats nur etwas übertrieben. Tumi ist der männliche Teil unserer Zwillinge, die beiden sind sehr niedlich weil Zwerge. Ich komme mir ja regelmässig zu schwer vor, besonders für Däumelinchen (der weibliche Teil der Zwillinge). Aber Kräfte haben sie trotzdem, wie Tumi unter Beweis gestellt hat. Dass die Pferde allesamt nach den Osterfeiertagen ein wenig energiegeladen sind, ist nix Neues. Aber dass man dann auch gleich bocken muss, ist wirklich übertrieben. Noch dazu ist der Gute zwar grösser als seine Schwester, aber dennoch winzig, das heisst man fällt recht schnell. Ich hätte ja nicht gedacht dass man sich dabei ernsthaft weh tun kann (man fällt ja nicht tief..), aber ich habs tatsächlich geschafft mir das Wadenbein zu brechen. Ich muss wohl mit dem Fuss im Fall auf den Sattel geknallt sein, anders kann ichs mir nicht erklären. Gleich nach dem Unfall kam mir schon der Verdacht, dass das Bein gebrochen sein muss, mit Prellungssschmerz habe ich ja Erfahrung und das war definitiv schlimmer und sehr lokal, 10 cm unter dem Knie, aussen.

Ich hab also Inga Sóley angerufen (Óli auch, aber der hat mich nicht gehört) und sie hat mir ins Auto geholfen und ist mit mir zum Arzt gefahren. Leider war die Röntgenfrau in Blönduós auch noch auf Urlaub, also hat mich der diensthabende Arzt nach Akureyri geschickt. Dort hatte ich wieder mal mein übliches Glück mit den Ärzten: Der Arzt schickt mich ins Röntgen und dann heisst es warten. Bald darauf kommen eine Ärztin und eine Krankenschwester und sagen: "Tut uns leid, aber du brauchst einen Gips.." Soweit nix Unerwartetes, ich hab also nur geseufzt und während die Damen das Zeug draufgatschen gefragt: "Ist es schlimm gebrochen?" Die beruhigende Antwort: "Das weiss ich leider nicht, ich hab das Bild nicht gesehen.. aber wir sollten nichts richten, nur den Gips machen." Na dann, kann ja nix schiefgehen. Ich hab ja noch kurz überlegt ob ich sie drauf hinweisen soll, dass der Knöchel, den sie mir da so fürsorglich fest eingipsen, vollkommen gesund ist, aber dachte dann, die werden schon wissen was sie tun... es ist mir aber schon komisch vorgekommen, dass dort, wo es tatsächlich weh tat, der Gips nur an der Unterseite Unterschenkel war. Die Bruchstelle selbst war also nur unter dem Verband (das ganze war mehr eine Gipsschiene). Aber ich bin ja kein Experte und zum Glück hat keiner hingetreten oder so. Nicht mal das wütende Kind neben mir, das sein Antibiotikum nicht nehmen wollte! Krücken hatten sie mir schon in Blönduós überlassen (ganz ohne Formular ausfüllen!) und dann hiess es, Kontrolle in Blönduós in einer Woche.

So weit, so schlecht. Die ersten zwei Tage waren nicht grade lustig, obwohl der Gips ja schon viel Schmerz wegnimmt. Dann ging es aber stetig aufwärts und mittlerweile ist mir schon voll langweilig. Noch dazu herrscht seit meinem Unfall (wie könnte es anders sein?) grossteils strahlend schönes Wetter. Mit dem Reiten soll ich aber noch mindestens 3 Wochen warten, hauptsächlich wegen des Sturzrisikos. Ich hab mich trotzdem sofort wieder aufs Pferd geschwungen, allerdings nur virtuell:

hoch zu Ros(s)

Mit der Langeweile geht nämlich auch die Süchtelei wieder los und ich mache gute Fortschritte in Dragon Age: Inqusition. Weil ich ja auch immer gleich drauflos spiele (Manuals sind langweilig und Tutorials für Anfänger..), hab ich auch erst relativ spät gecheckt, dass man Reittiere nicht nur erhält wenn man bestimmte Aufgaben löst, sondern auch kaufen kann! Und es gibt gar nicht so wenig Auswahl! Man kann Pferde, Hirsche oder Drakolisken bekommen und auch wechseln. Die Drakolisken sind nicht so mein Fall, sehen alle halb verhungert aus und die Hirsche stell ich mir unpraktisch vor mit dem Geweih. Aber Pferde, Pferde sind super. Weil ich schon ein bisschen vorangekommen bin im Spiel gabs auch schon 8 verschiedene Rassen zur Auswahl. Eines davon sieht von der Farbe her sogar ein bisschen aus wie Rós, ich hab es selbstverständlich sofort gekauft. Allerdings ist sie deutlich eleganter. Aber sie ist ja auch kein Streitross. Wie man am Bild oben sieht, bin ich auch schon probegeritten! Sehr nett, aber nix gegen das echte Leben. Und wenns ans Kämpfen geht, dann haut das Viech ab. Tja. Echtes Fluchttier eben. Da soll noch einer sagen, Computerspiele wären unrealistisch! Dann bin ich wieder zurück zum Händler und hab die restlichen 7 Pferde auch noch gekauft. Man weiss ja nicht. Ausserdem sind es ja Herdentiere.