Montag, 5. September 2016

Turnierluft schnuppern

Irgendwie halten meine Motivationsschübe was das Blog updaten betrifft nie sehr lang an. Schade eigentlich, jetzt ist schon wieder ein Monat um! Nicht zu fassen. Hiemrmit gibts Entwarnung, ich bin nicht vom Rand der Welt gefallen, sondern schlicht und einfach mit Arbeit eingedeckt (wie üblich). Hier nur ein kurzes Update.

Nach dem sehr schönen, aber leider auch sehr kurzen Schottland Urlaub bin ich volé von Edinburgh zurück nach Ísland geflogen, easyjet sei's gedankt. Von dort aus gleich weiter nach Akureyri, wo ich auch mein Auto wieder aus der Werkstatt holen konnte. Hedwig hat es nach kleineren Reperaturen auch problemlos durch den TÜV geschafft und sogar einen neuen Heckscheibenwischer und neue Vorderreifen bekommen. Zum Glück war das Wetter auch sommerlich und die Umstellung war nicht so gross.

Zur Begrüssung hat mich in Torfunes gleich so ein Dreckspferd getreten, schönen Dank auch. Zum Glück ist ausser einem blauen Fleck weiter nix passiert. Ich hab allerdings eine Woche lang nicht in meinem Sattel reiten können, weil die Kniepausche genau auf den blauen Fleck gedrückt hat (sehr angenehm.. NICHT). Das Pferd hat sich in weiterer Folge immerhin benommen und ist mittlerweile erfolgreich eingeritten und zurück bei seinem Besitzer. Ich wünsche viel Spass. 

Nebenher war die Turniersaison auch noch in vollem Gange. Rós und ich haben uns auch ein bisschen daran versucht und es lief ganz gut. Fürs Finale hats nicht gereicht, aber das nächste Mal vielleicht... Kraftur hab ich für ein Galopprennen angemeldet, aber genau da wollte er dann natürlich nicht laufen, der liebe.. also schnell gelaufen ist er schon, aber bei weitem nicht so schnell wie er kann. Das geht anscheinend nur dann wenn ich das grad nicht will. Typisch.


Leider wird es hier jetzt auch schon ein bisschen herbstlich, die Tage werden merklich kürzer und die Natur verfärbt sich schon. Nichtsdestotrotz können wir uns nicht beklagen, weil das Wetter ist durchaus noch sehr schön und warm für die Jahreszeit. Allerdings muss man jetzt auch mit Nebel und Regen rechnen, welche sich aber bisher zum Glück nie lange halten. Hier noch ein schönes Bild zum Abschluss:

Nebelpferde in der Früh

Donnerstag, 4. August 2016

Urlaub letzter Teil - Inverness, Loch Ness und Cairngorms Nationalpark

Das ist jetzt mein letzter Schottland Post, ich versprechs. Danach gibts wieder langweilige Pferde in unterschiedlichsten Farben zu bewundern, keine Sorge! Ich bin sicher, darauf warten alle schon ganz gespannt.

Uruqhart Castle
Von Inverness aus haben wir nicht nur eine lustige Radtour inklusive Whisky Verkostung gemacht, sondern natürlich auch Loch Ness besichtigt. Zum Zwecke der Monsterbesichtigung, versteht sich. Deshalb waren wir auch zu nachtschlafender Zeit pünktlichst um 9 beim Uruqhart Castle, damit uns keiner zuvorkommen konnte. Die Parkzonen vor unserem Quartier hatten damit überhaupt nichts zu tun, nein nein, gar nicht. Das hat ganz gut gepasst, denn früher macht das Ding eh nicht auf (sehr sympathisch, der Lebensrhythmus der Schotten) und nach uns kam dann die Sintflut (an Leuten mein ich). Nach typisch britischer Museumsmanier bekamen wir erst mal einen epischen Kurzfilm über die Geschichte des Castles zu sehen, bevor wir mit den anderen Touristen ins Freigehege die übriggebliebenen Ruinen besichtigen durften. Für diese Ruine gilt dasselbe wie für alle anderen die ich bereits besichtigt habe: "gemütlich" war früher wohl ein Fremdwort.
Ähnlich aufgemacht war auch die Monster Exhibition: sehr dramatisch mit eher antiklimatischem Ende. Trotz intensiver Beobachtung des Lochs konnten auch wir leider keine Monstersichtungen verzeichnen. Aber bei dem ganzen Trubel dort wär ich an Nessies Stelle auch schon längst ausgezogen, das hält ja kein Monster aus. Bootsfahrten alle Stunden, ständig irgendwelche Forscher mit Echolot und abstürzende Flugzeuge. Irgendwann will man ja auch ein bisschen Privatsphäre.


Nessie in freier Wildbahn!! (c) Eli
Tatsächlich haben wir das Rätsel dann 2 Tage später gelöst. Bei einem (sehr schönen!) Spaziergang rund ums Loch Gamnha im Cairngorms Nationalpark (genauergesagt auf dem Land der Rotiemurchus Estate, das Wort wollte ich euch einfach nicht vorenthalten) haben wir dann Nessie gefunden! Hier ist der Beweis:Flink wie wir sind haben wir sie auch gleich eingefangen und sie hat uns den Rest der Reise begleitet. Siehe Foto, und bitte auch die schönen bunten Lupinen rechts zu beachten. Jetzt wohnt sie bei mir in Island zur Rehabilitation (sie hatte leider einen kleinen Unfall) und Elis sehr schöne Idee war sie dann im Mývatn auszuwildern.

Nessie on tour

Im selben Nationalpark haben wir dann auch noch einen Munro in Angriff genommen: den Cairn Gorms himself. Im Winter ist die Berggruppe DAS Schigebiet, hab ich mir sagen lassen. Im Sommer wandert man rauf und rundherum. Auf dreiviertelter Höhe liegt das höchstgelegene Restaurant Schottlands. (Darin befindet sich übrigens auch der höchstgelegene Postkasten Schottlands.) Die Aussicht ist auch nicht schlecht:

Aussicht von der Cairn Gorms Bergstation (c) Eli

Zum Restaurant (bzw. der Bergstation) kommt man auch mit einer Zahnradbahn, aber als echte Österreicher haben wir natürlich nicht geschummelt und sind über den Windy Ridge Path aufgestiegen. Windy wars tatsächlich, aber zum Glück kein Gegenwind. Vom Restaurant aus sind wir dann auch gleich auf den Gipfel (1. Versuch).

Cairn Gorms Rundwanderung (c) Eli

Dort oben war aber das Wetter so schlecht, dass wir die geplante Rundwanderung nicht fortsetzen konnten. Deprimiert haben wir uns erst mal in besagtem Restaurant mit Tee gestärkt und dann einen weiteren Versuch gestartet. Wieder rauf zum Gipfel und tadaaaaaaa beste Voraussetzungen für die Runde: Dem Weg folgend nach links und dem/den Rücken folgend rundherum wieder ins Tal. Am letzten Rücken hätte uns dann noch fast der Nebel erwischt, aber wir waren zum Glück schon beim Abstieg. Eine sehr schöne, relativ leichte Wanderung, vom Wetter einmal abgesehen.



Die Wanderung war ein schöner Abschluss für unsere spontane Schottlandreise, die ausgesprochen gut funktioniert hat. Danke für alles und zum Abschied gibts noch ein Bildchen welches bei mir das Fernweh gleich wieder weckt:


Dienstag, 19. Juli 2016

Urlaub Teil III - Halbinsel Arndamurchan und Isle of Skye

Und weils so schön war, kommt jetzt gleich noch ein Schottland Post. Vielleicht sollt ich meinen Blog temporär umbenennen...
Glenfinnan Monument
 Nachdem der Ben Nevis erfolgreich bezwungen war, haben wir uns mit unserem braven Auto in Richtung Norden aufgemacht. Die Reiseroute ging von Glencoe über Fort William auf der sogenannten Road to the Isles nach Mallaig, wo wir geplant hatten mit der Fähre nach Skye überzusetzen. Die Road of the Isles gilt als eine der schönsten Strassen Schottlands, aber ich habe mich ein bisschen gefragt worauf sich das bezieht. Schön ausgebaut war sie allemal, aber von Aussicht konnte oft keine Rede sein. Soviele Bäume wie da im Weg waren bin ich gar nicht mehr gewohnt!


Dort entlang führt auch der Harry Potter Zug, denn wir aber leider nicht gesehen haben. 
Den ersten Stopp haben wir (wie soviele andere Touristen auch) in Glenfinnnan gemacht. Dort zu sehen gibt es ein schönes Monument, dass an die Flucht von Bonnie Prince Charlie nach Frankreich erinnert, eher mässigen Kaffee (in dem Land wird man zwangsläufig zum Teetrinker, guter Kaffee ist nämlich rar) und nette Wege zum spazieren gehen. Eben spazieren gehen möchte ich erwähnen, was nicht so unwichtig war nach der Tour auf den Ben Nevis am Vortag...



Auf dem Weg haben wir noch einen Abstecher auf die Halbinsel Ardnamurchan (ja, im Ernst) zum Castle Tioram gemacht. Sehr schöne Gegend, wenig Touristen und eine tolle Küstestrasse mit Aussicht auf die inneren Hebriden. Mit dem tollen Wetter hatte man mitunter fast den Eindruck am Mittelmeer zu sein:

(c) Eli
Wir haben ja kurz überlegt gleich dortzubleiben. Aber dann war kein passender Bauernhof zu verkaufen....

In Mallaig am Hafen
Mallaig ist eine hübsche kleine Hafenstadt in der wir uns länger als geplant aufgehalten haben. Wir waren nämlich in unserem Spontanurlaub nicht vorausschauend genug die Fähre im Voraus zu buchen. Grosser Fehler, denn man kann zwar warten ob nicht doch zufällig ein Plätzchen frei ist, aber das war leider nicht der Fall. Deswegen musste wir schlussendlich doch mit dem Auto auf die Isle of Skye fahren. Das bedeutet einen Umweg von schlappen 3 Stunden, der erstaunlich schnell vergangen ist.





Der einzige Vorteil davon war, dass wir dann Schottland auch im Abendlicht bewundern konnten. Sehr malerisch war zum Beispiel das Eilean Donan Castle im Sonnenuntergang und ganz ohne Touristen. Bis auf die eine auf dem Bild, die wollt einfach nicht weggehen.

Eilean Donan Castle
 Der Tag auf Skye war der einzige an dem das Wetter ums Verrecken nicht mitspielen wollte. Es begann mit leichten Regen und entwickelte sich weiter zu Regen und mehr Regen und Regen plus Wind. Die geplante Küstenwanderung hielten daraufhin nur die Harten durch. Sprich: nicht ich. Ich bin ja einiges an Wetter gewöhnt, aber mit Spatzen und keiner Aussicht auf Wetterbesserung habe ich dann doch lieber im Auto gewartet und mir die Sunday Times zum Thema Brexit zu Gemüte geführt. (Sehr interessant und aufschlussreich übrigens.) Draussen sein bei schlechtem Wetter habe ich zur Genüge in Island bei der Arbeit, vielen Dank.




Das Beste auf Skye war unser Quartier. Also, das Quartier selbst war eher rustikal und einfach, aber: PONIES!! Direkt vor der Haustür! Besser gehts nicht. Das dachten der asiatische Teil der Hostelgäste auch und es wurde endlos gepost und Fotos gemacht mit dem einen neugierigen Pony, das am Zaun stand. Erst hab ich noch geduldig gewartet, aber als die kein Ende finden wollten, hab ich mich fieser Weise auch an den Zaun gestellt und das Pony mit Pferdeflüsterer-zauberei zu mir gelockt. Schlau wie diese Ponies sind, kam es auch gleich angelaufen und hat sich streicheln lassen, anstatt mich zu beissen. Muahahahahaaaaaaa...

Freitag, 15. Juli 2016

Urlaub Teil II - Glencoe und Ben Nevis

Ich weiss selbst nicht genau, wie ich auf die Idee gekommen bin nach Schottland zu fahren, aber irgendein hartnäckiger Floh hat sich da bei mir im Früjahr eingenistet. Als ich dann mit einer Freundin in der Reiseabteilung vom Moser stand, habe ich mir spontan einen Schottland Führer gekauft und damit war das Ganze besiegelt.
Die "Planung" erfolgte dann doch recht spontan. Erst die passenden Reisegefährten finden, dann Flüge buchen und Quartiere finden. Letzteres war fast die grösste Herausforderung, da wir mehr oder weniger eine Touristenhochburg nach der anderen aufsuchen wollten. Aber so ist das eben wenn man sich nicht früher als 2 Wochen vorher um seinen Urlaub schert. Dafür hat eigentlich fast alles wunderbar geklappt. Was auch beinahe immer mitgespielt hat war das Wetter. Laut Gerüchten regnet es ja oft in Schottland, aber davon konnte bei uns keine Rede sein. Das Land hat sich uns fast nur von der besten Seite gezeigt.

Loch Lomond


Felis Tapferkeit kennt keine Grenzen, deswegen hatten wir gleich am Flughafen in Edinburgh ein Auto gemietet. Die fahren ja alle auf der falschen Seite dort, ich hätte mich ja nicht getraut zu fahren. Aber Feli hat uns sicher und souverän nach Glencoe gebracht. Die Unterkunft war etwas rustikal, aber funktional und eindeutig für sportliche Menschen gedacht. Mit Übergewicht weiss ich nämlich nicht wie man dort duschen soll...

Von dort haben wir unser erstes Ziel in Angriff genommen: den Gipfel des Ben Nevis. Der Weg hinauf ist auf den meisten Abschnitten kaum zu verfehlen, die Briten haben da eine echte Autobahn gebaut. Dem entsprechened gut besucht ist der Berg auch und mehr oder weniger gut ausgerüstete Touristen aller Nationen schleppen sich strömen von Fort William aus hinauf. Das kann sich zum Problem auswachsen wenn man mal für kleine Königstiger muss, denn die Vegetation ist dort auch recht spärlich. Dafür hat man umso bessere Blicke am Weg:

Aussicht von unterwegs ( (c) Eli )
etwas mehr als die Hälfte ist geschafft! (c) Eli
Gipfelselfie

 Am Gipfel selbst war es (wie zu erwarten) leider etwas neblig, windig und kalt. Da haben wir wohl keinen von den 10 Tagen im Jahr erwischt an denen Ben Nevis wolkenfrei ist. Deswegen haben wir nur kurz gegessen, das obligatorische Gipfelselfie und die üblichen Selbstauslöserbilder gemacht und nix wie runter (wo es dann auch wieder schön war).
Wir waren (bis auf die Eli) relativ untrainiert, aber haben den Berg innerhalb der Standardzeit geschafft: 4 Stunden rauf, 3 Stunden runter. Fun fact: der Rekord (Damen) liegt bei 1h 43 min. Close enough.



Dass die ganze Gegend dort auf Outdoor Touristen ausgelegt ist war auch im nahegelegenen Pub zu erkennen: Bergausrüstung umfunktioniert zum Raumteiler hab ich vorher auch noch nie gesehen:

(c) Eli

Davon mal ganz abgesehen konnte man im Clachaig Inn ganz wunderbar essen und trinken. Da könnt ich sofort wieder hinfahren!


Samstag, 9. Juli 2016

Island und der Fussball

Es war die letzten Wochen kaum zu übersehen/-hören, dass die winzige Inselnation es tatsächlich geschafft hat, sich für die Fussball EM 2016 zu qualifizieren. Selbst hartnäckige Fussballverweigerer wie ich entkamen dem nicht. Wobei Verweigerer das falsche Wort ist, dazu müsste ich ja aktiv verweigern, aber dieser Sport tangiert mich halt einfach GAR nicht. Wie auch immer, durch Fragen wie "Hältst du dann eigentlich für Island oder Österreich???" (Antwort: "Haaa? Bei was?") wurde ich darauf hingewiesen dass auch Österreich diesmal mit dabei sein wird. Und das sogar ohne Gastgeber zu sein, kaum zu glauben. Laut Pressestimmen sogar verdient, aber leider war davon im Turnier selber nix zu sehen. Zumindest nicht für mich als Laien. Die Frage für wen ich halte, war damit beantwortet. (Ich Opportunist, ich.)

Die Isländer dagegen haben ihre Chance wahrgenommen. Das erste Mal dabei, mit einem Zahnarzt als Trainer und nur 2 Profispielern aus der 1. Liga haben sie vor allem eines gezeigt, nämlich Kampfgeist. Selbst als Frankreich quasi schon gewonnen hatte, hat keiner aufgegeben und die Mannschaft hat tatsächlich noch zwei Tore gemacht. Nachdem ich hier jetzt doch schon einige Jahre lebe, kann ich sagen, dass das die Isländer recht gut beschreibt: nie aufgeben, sondern weitermachen, irgendwas geht immer. Und das tut es. Nicht immer das was man wollte, aber irgendwas. Die Leute fragen mich oft wie ich das mache, im Ausland leben, schwieriges Studium, Arbeit, neue komplizierte Sprache und so weiter. Die Antwort ist: nicht aufgeben, hart arbeiten und an die eigenen Träume glauben. So wie die Isländer es auf dieser EM vorgelebt haben. In diesem Sinne:

(c) Hugleikur Dagsson

P.S.: Das Spiel England - Island haben wir übrigens in einem netten Pub in Inverness angeschaut. Als die Engländer das Tor geschossen haben, war es ziemlich still und ich dachte: "Naja, das Spiel interessiert wohl keinen." Falsch gedacht! Als die Isländer wenig später ausgeglichen haben, hat auf einmal der ganze Pub gejubelt! Sehr sympathisch, diese Schotten.

(c) Feli Glabischnig

Montag, 4. Juli 2016

Urlaub Teil I - die Hochzeit

Nachdem ich sowohl Praktikum als auch Reitkurs erfolgreich hinter mich gebracht habe, war es erst mal Zeit zum Ausspannen. Oder das war zumindest der Plan. In Wahrheit war das auch gar nicht so unstressig. Ich werde versuchen, das Ganze in einigen kleinen Blogposts aufzuarbeiten.

Erste Station war Österreich. Kaum angekommen, gings auch schon auf den Polterabend für die liebe Tina in Graz. Nach gefühlten hundert Getränken, Karaoke singen und Klopfer verkaufen sind wir um der guten alten Zeiten im Nachtexpress und im Q gelandet. Ersteres Lokal hat immer noch dieselben Lieder auf der Playlist wie in Studienzeiten, das letztere hat sich ein wenig (nicht unbedingt zum Besseren) verändert. Aber vielleicht waren wir auch schon zu betrunken, das soll ja vorkommen...

Ich, Tina, Michi, Mario
Am Wochenende darauf wurde dann in Birkfeld die zugehörige Hochzeit von Tina & Eddie kirchlich gefeiert. Ganz nach amerikanischer Tradition (Eddie ist aus den USA) gab es am Vorabend auch ein "Rehersal Dinner", eine Art Probeessen mit Freunden und Familie. Ausserdem werden, vom Vater des Bräutigams weg beginnend, lustige Anekdoten über Braut oder Bräutigam erzählt (je nach dem welchen der beiden man halt kennt). Ziel des Abends ist es, möglichst peinliche Geschichten aus der Vergangenheit auszugraben und aufzutischen, damit sich der Partner im Bedarfsfall das mit dem Heiraten nochmal gründlich überlegen kann.
Wir Europäer waren alle zu faul um zu googlen was es mit diesem Dinner auf sich hat hatten von dieser Tradition erst relativ spät erfahren. Daher war unser Beitrag auch relativ spontan und kurz, aber es wurde viel gelacht. Unsere Einfallslosigkeit haben wir sehr elegant damit begründet, dass wir immer viel mehr getrunken hatten als die Braut und uns an ihre Eskapaden schlicht und einfach nicht erinnern können.

Das Brautpaar
Die Feier war sehr schön und auch ein kleines "Klassentreffen" der unserer Grazer Physikerrunde, die sich mittlerweile in alle Richtungen verstreut hat. Ich hatte ja keine Ahnung, was ich anziehen sollte weil rot, weiss und schwarz ja nicht erlaubt sind. Zum Glück hat Tina dann mal gesagt, dass sich die amerikanische Verwandtschaft bestimmt freut, wenn viele Leute in Tracht auftauchen und das der Grossteil ihrer Verwandtschaft sowieso tun wird. Juhu, dann nur noch schnell ein Dirndl von der Mama ausgeborgt und das Problem ist gelöst! Alles in allem ein anstrengendes, aber sehr schönes Wochenende und ich wünsche Euch beiden nur das Beste!

Donnerstag, 31. März 2016

Torfunes die 2.

Nach viel zu kurzen Osterferien auf Sveinsstaðir hab ich mich am Gründonnerstag auf den Weg nach Norden zum Praktikum gemacht. In Sveinsstaðir war Sonnenschein und Frühling, in Hólar (wo ich den Rest meiner Sachen abgeholt habe) war es frühlingshaft und regnerisch, kurz vor Akureyri Schneeregen und trüb, nach Akuryri Schneesturm und in Torfunes tiefster Winter. Damit ihr euch ein bisschen vorstellen könnt wo das ist, habe ich eine Karte eingefügt:


Zum Glück hat sich das Wetter dann am Montag gebessert, allerdings ist es auch kälter geworden. In der Früh waren es -16 Grad. Das brauch ich dann doch nicht zu Ostern. Ausserdem ist es lästig wenn im Stall ständig das Wasser einfriert. Immerhin soll es nächste Woche wärmer werden.

Wie sich der geneigte Leser vielleicht erinnert, war ich schon einmal für 3 Monate auf Torfunes zum Arbeiten. Viel hat sich hier nicht verändert: nette Pferde und nette Leute. Leider ist der nette Hund ohne (nenneswerten) Geruchssinn vor ein paar Wochen gestorben. Sehr schade, der war nämlich sehr niedlich und freundlich. Dafür hat Nella (meine Lehrerin) eine liebe und hübsche Hündin namens Vilda, die eine Tochter von den Kolla und Pjakkur auf Sveinsstaðir ist.

Rós und ich beim Ausreiten

Rós und Kraftur sind auch angekommen und neu beschlagen. Dem Training steht als nichts mehr im Weg. Ausser vielleicht fehlende Zeit, aber bisher geht sich das gut aus.

liebe Grüsse aus dem Winter!