Sonntag, 25. Mai 2014

(hoffentlich) laaaaaaanges Update

Ich hab das Gefühl, nix geht so schnell den Bach runter wie gute Vorsätze... jetzt ist mein letzter Post schon über ein Monat her!

Wer diesen Blog schon länger verfolgt, hat sich vermutlich schon gedacht, woran das liegt, und zwar an diesen possierlichen aber nicht übermässig intelligenten (meist weissen) Tieren. Dieses Jahr läuft das eigentlich ganz gut bisher. Die Schafe haben sich die erste Maiwoche zwar etwas zurückgehalten, dafür aber dann zwei Wochen lang im Akkord Lämmer gekriegt. Dann kam ein langes Wochenende und fünf Leute zum Helfen, was die Schafe dazu veranlasst hat, umgehend in Streik zu treten. Ich glaube, in diesen Tagen sind nicht mehr als 25 Lämmer gekommen. Óli meint, das liegt an Inga Sóleys Schwester, immer wenn sie kommt, hören die Schafe auf. Tatsächlich, kaum war sie wieder weg, war wieder alle Hände voll zu tun. Typisch. Jetzt sind nur noch 29 Schafe übrig, juhuuuu! Es wird absehbar.

Draussen ist alles voll mit Schafen, Lämmern und es "mäht" pausenlos. Besonders Sonntag morgen direkt vor meinem Fenster. Das machen die doch absichtlich...
Lämmer gibt es übrigens in verschiedenen Designs:


Produktbeschreibung:
"Mittig auf dem Bild zu sehen ist das Modell "weiss" (Standarddesign). Verschiedene Grössen und Prototypen lieferbar. Darunter das Modell "schwarz", nur wenige auf Lager. Im oberen Teil des Bildes finden Sie den Prototyp "Kuh", der aber noch nicht serienmässig hergestellt wird.
Am nächsten Bild zu sehen ist das Modell Staubzucker. Sieht zwar etwas schimmlig aus, ist aber frisch und lange haltbar. Limited Edition!"


Bedienungsanleitung:
"Für optimale Haltbarkeit und Lebensdauer im Sommer draussen aufbewahren. Einige Modelle sind aber nicht winterfest, in dieser Zeit kühl und trocken lagern. Muss regelmässig Wasser und Heu, sowie Gesellschaft zur Verfügung haben. Keine Garantie."


Ausserdem gibts noch ein paar andere neue Tiere: da wären mal die Katzen... ich versteh nicht, warum man das erwachsene Tier nicht kastrieren kann. Dann muss man nämlich nicht jammern, wenn sie überraschenderweise schon wieder tragend ist.


5 Stück, auch in verschiedensten Designs, entweder so wie auf dem Bild oder dreifärbig und getigert. Falls wer eins will. Nur zu, mich nerven sie mitterweile gewaltigst.

Da finde ich dieses Tier schon besser:


Sóley heisst es, und soll der nächste Schäferhund werden. Allerdings bezweifle ich, ob das der Fall ist, wenn man sie nicht erzieht. Border Collie hin oder her. Aber das ist ja nicht mein Problem.

So, zum Schluss noch ein kleiner Nachtrag von meinem Geburtstag: die Mädls und ich haben in Blönduós gegessen, Lena hat sehr gut gekocht und dann haben wir einen gemütlichen Filmabend gemacht.





So, naja allzu lang ist das Update leider nicht geworden, aber viel mehr aufregendes ist einfach nicht passiert. Ich hoffe ich komme in Zukunft wieder häufiger zum Schreiben und der Sommer ist ja auch nicht mehr weit.


ganz liebe Grüsse nach Österreich!


Samstag, 12. April 2014

Reitkurs in Blönduós

Wie versprochen kommt hier das Update zum Reitkurs:
Mit zwei Wochen Verspätung hat dieser dann nämlich schlussendlich doch stattgefunden, wenn auch in verminderter Ausführung. Die Lehrer in diesem Kurs waren drei Hólar Stundentinnen aus dem dritten Jahr, die diesen Reitkurs abhalten mussten und dafür benotet wurden. War aber stressfreier als das jetzt klingt: es war keine "Aufsichtsperson" dabei, sondern die Mädls haben alles auf Video aufgenommen und werden das ihren Lehrern (wohl ein bisshcen zusammengeschnitten) geben.
Nella ist aus Schweden und ich kannte sie ja schon von dem Reitkurs, den sie im Sommer bei uns in Sveinsstaðir gehalten hat, Gloria aus Deutschland hatte ich zumindest schon mal gesehen, aber Astrid aus Dänemark nicht. Kein Wunder, wenn sie nicht in der Schule ist, hält sie sich auf Snæfellness auf, das ist nicht ganz hier in der Gegend. Und ja, es sind viele ausländische Studenten in Hólar. Zumindest in dem Pferde-Zweig.

Der Reitkurs selbst war sehr ausführlich und ausserdem spottbillig. Die Mädls haben nämlich nur Hallenmiete plus Benzinkosten verrechnet. Angefangen hat das um 10 am Vormittag mit einer Theorieeinheit, dann wurden Einzelstunden abgehalten und am Nachmittag noch eine Gruppenstunde. Aufgrund der überschaubaren Anzahl der Teilnehmer waren wir aber auch dort nur zu zweit. Super, da hat man wenigstens was vom Lehrer! Am zweiten Tag hatten wir überhaupt nur Einzelstunden (noch besser!).

Ich finde es ein bisschen traurig, dass hier in der Gegend offensichtlich kein Interesse daran besteht, Reitstunden zu nehmen. Die meisten Reiter hier sind nämlich nicht gerade Weltmeister... aber da kann man wohl nix machen. Bezeichnend ist allerdings, dass von den 6 Teilnehmern nur 2 Isländer waren: Nämlich Ólis Vater Magnús und Berglind, die Freundin von unserem Nachbarn (ist zwar Schülerin aus Reykjavík, aber hat die letzten 3 Wochen am Land verbracht, weil die Lehrer gestreikt haben. Ja, drei Wochen lang!). Sonst waren alles ausländische Pferdemädchen: Lisa, Lena, Regina und ich.

Also wurden unsere drei Pferde (meins, Lisas und Berglinds) Samstag früh nach Blönduós gekarrt und durften dort auch über Nacht bleiben. Kraftur nimmt das mittlerweile ganz stoisch hin, der Brave. Auch wenn wir immer ganz langweilige Sachen machen, und das noch zwei Mal am Tag.
In der ersten Stunde mussten wir wie üblich die Pferde aufwärmen, beschreiben und zeigen. Dann sind sie von den Lehrern probiert worden und der ersthafte Unterricht hat erst in der zweiten Einheit begonnen. Gloria (die mich unterrichtet hat) konnte sich sogar noch an Kraftur erinnern von dem früheren Reitkurs, damals hat mich zwar jemand anderes unterrichtet, aber sie hat mir anscheinend nach ihrer Reitstunde zugeschaut, weil ihr das Pferd so gut gefallen hat. Hab ich nicht ein tolles Pferd!
Er war auch tatsächlich gar nicht so schlecht und dann auch brav als Gloria ihn probiert hat. Sie hat ihn auch ganz toll gefunden. Irgendwie ist es ja fast schon lächerlich, wie sehr ich mich freue, wenn jemand mein Pferd mag, hihi.

Ich will euch jetzt weiter nicht mit detailierten Beschreibungen der Übungen langweilen, kurz gesagt: Kraftur war ganz brav, auch wenn er am Ende auf eigene Faust versucht hat, zu entkommen. Er ist statt auf einem Kreis zu bleiben direkt zur Tür abgebogen und hat dagegengedrückt um sie aufzumachen. War aber leider zugehakt, also hats nur ein lautes "Doing!" gemacht! Alles nur im Schritt, aber ich hatte die Zügel grad nicht in der Hand, weil Gloria mir gesagt hat ich soll ihn nur mit der Einwirkung von meinem Sitz lenken. Hat auch geklappt, bis er fand es reicht jetzt. Das war so komisch, wir haben uns totgelacht! Nella hat zu Gloria gemeint, ihre Stunden wären offensichtlich zu anstrengend, wenn das Pferd dann freiwillig in die Tür läuft nur um rauszukommen.

Ich hab Lisa gebeten, ein paar Fotos zu machen, aber die Lichtverhältnisse in der Halle sind halt denkbar ungeeignet. Alles, was schneller ist als Schritt ist natürlich unscharf. Naja, ich hoffe man kann trotzdem was erkennen...






liebe Grüsse von der (wieder) verschneiten Insel!

Donnerstag, 3. April 2014

isländische Pferdemode!

Jæja, schon wieder soviel Zeit vergangen seit dem letzten Post! Jetzt haben wir schon Anfang April und ich hätte es fast nicht gemerkt. Heuer hat mich immerhin keiner in den April geschickt, auch wenn ich mir bei der Schlagzeile "Putin stoppt Truppenabzug" (oder so ähnlich) einen Aprilscherz gewünscht habe...
Den Brauch gibt es übrigens hier auch, aber er wird nicht so exzessiv ausgelebt.

Hier ist jetzt endlich Frühling, hoffentlich auch endgültig, langsam reichts mir mit der Kälte und dem Schnee. Schnee haben wir jetzt keinen mehr, das Viereck ist jetzt ganz eisfrei. Allerdings ein Schlammbad. Naja, man kann nicht alles haben...
Pünktlich zum Ende des schlechten Wetters hat sich bei mir natürlich ein Infekt eingenistet, so dass ich statt im Sonnenschein auszureiten die letzten zwei Tage im Bett gelegen bin. Juhu!

Deswegen gibts heute auch nur einen ganz kurzen Post, denn eigentlich wollte ich nur angeben wie toll Kraftur mit seiner neuen Decke aussieht:



Auch wenn man es auf dem Foto nicht so genau erkennen kann, die Decke ist schwarz-grau-GRÜN gemustert! Reine isländische Wolle, war auch gar nicht so teuer und trocknet das Pferd in Null komma Nix. Die Decke ist dann halt klatschnass, aber das Pferd ist trocken!

Dieses Wochenende werden wir das noch genauer testen, denn da ist endlich der heissersehnte Reitkurs. Also, von mir heissersehnt, von Kraftur wahrscheinlich eher nicht. Aber der weiss noch nichts von seinem Glück, der Gute... ich werde berichten wie es läuft.

liebe Grüsse aus dem frühlingshaften Island!

Sonntag, 16. März 2014

Frühling... oder doch nicht?

Nach den letzten warmen Tagen (bis zu 9° !!) dachten wir hier schon, der Frühling wäre angekommen. Hat auch alles danach ausgesehen: die Pferde verlieren exzessiv ihr Fell, es stürmt, die Sonne scheint (manchmal zumindest), die Tage werden länger (ok, das tun sie eh schon die ganze Zeit), der Boden taut auf und man sah sogar schon ein bisschen grünes Gras!
Aber nichts da: die Temperaturen sind zwar meist grade über dem Gefrierpunkt, aber nachts schneit es dann immer. Und zwar gar nicht so wenig. Das meiste geht zwar tagsüber dann wieder weg, aber letztens musste Óli sogar Schneepflug spielen auf unserer Strasse. Ganz so schlimm, wie es sich anhört, ist es nun auch nicht, aber es reitet sich halt besser, wenn der weiche Schnee nicht an den Hufeisen der Pferde verklumpft und festfriert.

Apropos Pferde, der Stall ist jetzt wieder gut gefüllt mit verschiedenen Tieren, sogar ein Hengst ist dabei. Er heisst Forseti (= Präsident) und ist ein richtiges Barbiepferd, soviel Mähne und Schweif hat er. Ausprobiert haben wir ihn noch nicht, aber optisch macht er zumindest mal was her.

Barbiepferd

Bisher sind alle Pferde recht brav, ich hoffe das bleibt auch so. Denn statistisch gesehen müssten wir unsere Unfallquote für das Jahr bereits erfüllt haben: von meinem Radunfall in Österreich und dem zufällig gefundenen Processus supracondylaris wissen die meisten hier ja. Einen Monat später hat es aber hier angefangen mit dem Pech: erst wurde Inga Sóley krank (die hatte es ordentlich erwischt), dann ist Salka Krístín (5) im Schlaf aus dem Bett gefallen und hat sich dabei das Schlüsselbein gebrochen. Eine Woche darauf hat Óli es hingekriegt, sich mit einer Bohrmaschine in den Daumen zu bohren, so schön durch den Nagel durch und noch ein bisschen weiter (ja, mir rollts bei dem Gedanken auch die Zehennägel ein...). Hat ihn aber nicht weiter gebremst, mit Schmerztabletten und Verband sass er am nächsten Tag schon wieder am Pferd. Allerdings nur auf den braven Tieren.
Und vor ein paar Tagen (an Ólis Geburtstag) waren ein paar Freunde zum Mittagessen eingeladen, und einer der Gäste ist über Lexi (einer der Hunde) gefahren. Gut, so, wie der sich immer benimmt, war das eigentlich nur eine Frage der Zeit. Aber arm ist er natürlich trotzdem, jetzt hat er einen gebrochenen Oberschenkel.
Da Óli dann mit ihm zu Tierarzt gefahren ist, hab ich die aus der Schule kommende Sunna Margret in Empfang genommen und ihr natürlich alles erzählt. Die Ärmste war ganz besorgt, dass man doch Lexi jetzt bestimmt den Fuss abnehmen müsste (anscheinend gibt es in Blönduós einen Hund, der bei sowas einen Teil seiner Vorderpfote verloren hat), und was macht Lexi denn dann, er hätte ja dann nur noch drei Füsse? Ich hab mich mal aus dem Fenster gelehnt und gemeint, dass man das ja nicht immer machen müsste, und Lexi seinen Fuss bestimmt behalten darf. Tatsächlich war der Fuss noch dran als er zurückkam, aber er läuft natürlich trotzdem nur auf 3 Pfoten. Hauptsächlich liegt er jetzt im Käfig, der Tierarzt meinte, da könnte man wenig machen ausser warten und Schmerztabletten geben.

Der Patient

Wir hoffen hier weiterhin auf baldigen Frühling. Am Fluss kann man jetzt natürlich nicht mehr reiten, aber vor ein paar Wochen ging das noch. Da war Familienausflug angesagt:







Inga Sóley und Stina waren so nett, auch von mir und dem besten Pferd der Welt ein paar Fotos zu machen. Auf Facebook sind sie ja schon zu sehen, aber hier nocheinmal:


Nächste Woche ist wieder Reitkurs angesagt, ich hoffe ich kann jemanden finden, der Fotos macht. Dann seht ihr Kraftur und mich auch mal in Aktion!

liebe Grüsse!

Dienstag, 18. Februar 2014

Ein Kälteeinbruch und seine Folgen

Wenn man sich trotz -14 Grad Celsius und leichtem Wind draussen auf die Arbeit freut, ist das meiner Meinung ein Zeichen, dass man den richtigen Job hat. Natürlich hilft das strahlend schöne Wetter und der ausgeborgte gut gefütterte Reitoverall dabei definitiv. Obgleich letzterer das Aufsteigen (vor allem auf die grossen Pferde) ungleich erschwert. Man kommt sich vor wie das Michelin Männchen oder schlimmer. Wie gut, dass fast alle Pferde stillstehen. Das Üben hat sich gelohnt.
Reiten kann man bei diesen Temperaturen eh nicht zu viel/zu schnell, das macht nur die Lunge der Pferde kaputt. Aber Schrittarbeit, biegen, Schenkelweichen und so weiter schadet ja auch keinem. Ausser vielleicht den eigenen Fingern und Zehen, die zum Abfrieren neigen. So dick können die Handschuhe gar nicht sein.
Einen Vorteil hat das kalte Wetter allerdings: auf dem Eis am Fluss fühle ich mich wieder richtig sicher! Jetzt kann ich auf zwei Wegen nach Steinnes zu Lisa reiten. Dort ist gerade Jana aus Deutschland zu Besuch, sie hat vor zwei Jahren auch auf Island gearbeitet, allerdings in Dalvík (ganz im Norden). Zusammen ausreiten (am Fluss oder sonstwo) ist eben viel lustiger.


Lisa hat auch ganz unbemerkt ein Foto von uns gemacht. Ich reite vorne, weil Janas Pferd nicht weiter wollte. Kopar schon, da gehts schliesslich in Richtung Sveinsstaðir (die einzige wahre Richtung seiner Meinung nach). Für die die schon mal hier waren: vorne kann man die Brücke der Ringstrasse "über" das Vatnsdalur erkennen.

Am Wochenende war ich in Reykjavík, aber aus dem Party machen wurde leider nichts. Ich habs am Freitag Abend schon gespürt, ich war ganz müde und konnte mich nicht mehr zum Fortgehen aufraffen. Trotz Ausschlafen war ich dann leider auch am Samstag recht hin. Ich hatte es ja schon fast befürchtet, als Óli mich am Freitag Nachmittag noch gebeten hat Gáski zu waschen. Man soll ja nicht planschen in Monaten mit "r". Auch nicht mit Pferd. Und dann hat Óli noch nicht mal gewonnen. Für nichts, das Ganze. Tsk, tsk.
Immerhin habe ich es zu Lífland geschafft, was ohne Auto auch eine Aufgabe ist. Dort habe ich dann ordentlich eingekauft... hui, das kostet Geld so ein Pferd. Dabei ist meiner ja noch billig, so ohne Beschlags- und Einstellkosten.
Ausserdem hab ich es endlich geschafft, mir neuen Lesestoff zu kaufen. Die Isländer lesen ja wirklich viel, immer das was ich will, gibts grade nicht. In dem Fall waren es Krimis von Jussi Alder Olsen, die hatten sie nur auf isländisch, und sooooo gut bin ich auch noch nicht. Naja, immerhin hatten sie die beiden Bände der Reihe "A Song of Ice and Fire", die Lisa letztes Mal für mich kaufen sollte, diesmal auch wirklich da. Über das Fehlen der Krimis haben mich dann die drei Herr der Ringe Bände hinweg getröstet. Um die Hälfte verbilligt und in einer hübschen Sammelbox. Noch dazu das vorletzte Exemplar. Man muss nehmen was man kriegen kann. Vor allem bei so tollen Büchern, die wollte ich eh schon lange wieder mal lesen.
Mit einem Croissant und einem Latte Macchiatto war dann der Vormittag trotz angeshclagener Gesundheit gerettet:


Krank sein kann man natürlich billiger zuhause. Aber was solls, ausgesucht hab ich mir das ja nicht.

P.S.: nach meinem Lífland-Einkauf hatte ich eh kein Geld mehr für Party übrig.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Grosse Wiedersehensfreude..

... herrscht zumindest auf meiner Seite! Seit dieser Woche steht auch Kraftur wieder im Stall. Ich weiss zwar nicht ob er so begeistert davon ist, aber immerhin gibts jetzt nammi Heu und ein Dach über dem Kopf bei schlechtem Wetter. Abgesehen von den üblichen Problemen bei der Futterumstellung Gras-Heu (er ist da wirklich extrem empfindlich) scheint es ihm gut zu gehen und er hat sogar noch eine kleine Fettschicht! Hurra, mein Pferd ist einmal nicht das Dünnste im Stall! Er scheint auch beim Friseur gewesen zu sein und hat nachgefärbt. Diese roten Strähnen stehen ihm einfach. Ausserdem steigert es den Wiedererkennungswert, der ja ansonsten bei schwarzen Wallachen ohne Abzeichen nicht so ohne weiteres gegeben ist. Nächstes Mal kauf ich einen Windfarbschecken mit blauen Augen! Den muss man wenigstens nicht stundenlang in der Herde suchen.

Blick zum Vatnsdalur

Das Wetter hier ist im Moment so gar nicht winterlich. Heute hatten wir zwar Sturm, aber definitiv Plusgrade. Davon nämlich soviele, dass das morgige Eisturnier abgesagt wurde. Schade, aber auch wieder nicht, denn beim nächsten Termin kann ich dann vielleicht auch wieder mitreiten, das wäre lustig. Kraftur wirds zwar noch nicht schaffen, aber wir haben ja noch andere Pferde im Stall.
Eis haben wir hier ja eigentlich genug, aber leider nur am Boden. Heute am Fluss hab ich mich irgendwie schon nicht mehr so sicher gefühlt wie in den letzten Tagen bei Minusgraden, aber es ist nichts passiert. Solange man sich in der Mitte hält und Brücken meidet, kann man doch noch ganz gut drauf reiten.

Die beste Eisbahn
Ende Jänner hatte Salka Krístín Geburtstag. Sie ist jetzt schon 5 Jahre alt! Als ich das erste Mal hier war, war sie grade drei geworden. Neben einer zweifachen Geburtstagsfeier (einmal für die Kinder und einmal für die Familie) mit jeweils 3 Kuchen gab es natürlich auch jede Menge Geschenke. Meines ist gar nicht so schlecht angekommen: ein Malbuch mit Pickerln (jede Menge Pferde, versteht sich).
Und weil der Kuchen so toll geworden ist, hab ich ihn einfach mal von Inga Sóleys Facebookseite geklaut: wie von der Kleinen bestellt ist das Glæsir (ein schwarz weiss geschecktes Pferd), aber mit rosa Mähne und Schweif und viiiiiel Nammi drauf. Hat auch sehr gut geschmeckt, allerdings war die Creme schon eher seeehr süss.

Pferdchenkuchen

Samstag, 25. Januar 2014

Wieder im "Süden"...

Auf ein Neues. Und nein, für mein Nicht-posten der letzten Monate gibt es keine andere Entschuldigung als meine bodenlose Faulheit. Mein Post vom Mittwoch war auch ein Unfall, der sollte nämlich am 22.12. online gehen, nicht am 22.1. Da hab ich wohl eine Ziffer vergessen. Künstlerpech. Wie der Kenner sofort bemerkt, ist das Foto noch in Torfunes aufgenommen worden und auch der ganze Post gehört natürlich noch dorthin.

Für alle, die es nicht mitbekommen haben: ich bin wieder in Island und zurück auf Sveinsstaðir. Meine Reise war diesmal relativ unspektatulär... eine kleine Verspätung aufgrund vereister Tragflächen schreckt einen ja nicht sonderlich, wenn man einen Aufenthalt von 4 Stunden vor sich hat. Diesmal mal wieder in Amsterdam. Der Flughafen ist auch grösser als man erwarten würde, scheint auch so eine Art Drehscheibe zu sein. Aber sie haben dort die beste Tomatensuppe, die ich je gekostet habe.
Der Weiterflug verlief auch ohne Zwischenfälle und es hat tatsächlich NICHT geregnet bei meiner Ankunft in Keflavík. Erstaunlich, ich habs im Kalender vermerkt. Wirklich.

Nach einer beinahe pünktlichen Landung in Keflavík und der Tatsache, dass mein Koffer tatsächlich als allererster am Band daherkam, war ich eigentlich zuversichtlich, den Bus nach Norden noch zu erreichen. Aber ich hatte vergessen, dass der Flybus erst fährt wenn er voll besetzt ist. Das hat natürlich noch ein wenig gedauert, so dass wir in der Stadt voll im Feierabendverkehr gelandet sind. Nach einigem Bangen und Laufen und gestresst Taxi fahren hab ichs aber gerade noch so geschafft.

Im Vatnsdalur angekommen war erst mal keiner daheim, aber ich war vorgewarnt. Todesfall in der Familie (niemand den ich kenne), da waren sie auf dem Weg nach Reykjavík. Immerhin musste ich nicht füttern, das hat (auch am nächsten Tag) wer anderes erledigt.
Im Stall stehen hauptsächlich Pferde, die ich kenne und in den Jahren davor eingeritten bin. Ein paar neue/fremde sind auch dabei, aber jetzt gehört fast alles entweder Óli oder dessen Vater.
Kraftur ist noch nicht da, ich hoffe er kommt im Laufe der Woche. Wenn Óli die Herde nicht heimholt, dann geh ich ihn eben zu Fuss holen.

Auch hier in Island ist daweil vom Winter nicht sehr viel zu merken. Es hat so um die null Grad, hier und da noch ein paar Schneereste und jede Menge Glatteis. Die unbeschlagenen Pferde haben es heute kaum bis auf die Weide geschafft ohne Sturz. Zurück war noch schwieriger, da gehts leicht bergauf. Für alle die glauben, es wäre mit 4 Füssen leichter als mit 2: stimmt nicht. Zumindest sah es nicht danach aus. Andererseits gibts es definitiv geschicktere und weniger geschickte Pferde...