Sonntag, 18. Juni 2017

Besuch aus Ö

Brav wie ich bin, versuche ich mich mal wieder an einem Update hier.
Der Schafstall ist endlich leer (eigentlich eh schon seit Anfang Juni) und dessen Bewohner mampfen auf dem umliegenden Wiesen vor sich hin während sie darauf warten, dass das Hochland zur Beweidung freigegeben wird. Das wird wohl hoffentlich nächste Woche der Fall sein und dann kann man anfangen den Sommer so richtig zu geniessen. Sofern das Wetter mitspielt, natürlich. Noch ist es etwas kalt und teilweise regnerisch, aber es gibt auch solche Tage:

Silfurtoppa geniesst die Aussicht ins Vatnsdalur

Das schöne Wetter führt auch dazu dass das Ausreiten mehr Spass macht und auch die Kids wagen sich wieder in den Sattel (manchmal halt). Im Vergleich zu den letzten Jahren reiten sie aber alle immer weniger. Scahde eigentlich, deswegen habe ich den letzten Ausritt gleich bildlich festgehalten.

Sunna Margrét, Magnús und Salka Kristín
Meinem Bein geht es auch schon wieder viel besser und abgesehen von einer leichten Wetterfühligkeit habe ich noch keine anderen Schwierigkeiten bemerkt. Es ermüdet natürlich schneller, aber das bessert sich mit jeder Woche.

Vor einer Woche hatte ich auch Besuch aus Österreich, oder Berlin, wie man´s nimmt. Chrisi hat die weite Anreise auf sich genommen und mich hier im hohen Norden besucht. Das Wetter hat leider nicht so mitgespielt, aber es hat ihm trotzdem gefallen und zwischendurch hat es zumindest genug aufgeklart um die schöne Landschaft sehen zu können. Ich musste leider den Grossteil der Zeit arbeiten. Kleiner Tipp für künftige Besucher: rechtzeitige Ankündigung und Besuch übers WochenENDE, dann habt ihr mehr von mir. Aber ich freue mich natürlich immer über Besuch. Und Schokolade und Alkohol, nur so als Hinweis. Aber davon gabs eh genug, Danke nochmal an dieser Stelle.
Wie jeder, der sich hierher verirrt, musste auch Chrisi sofort aufs Pferd. Einige der treuen Leser haben mit besagtem Pferd auch schon Freundschaft schliessen können und erkennen auf Anhieb, dass es sich hierbei um Teresa handelt. Sie ist das Pferd von Magnús und kennt sich aus mit Leuten die sich nicht auskennen. Ein Profi sozusagen. Da fällt man nicht runter.

liebe Grüsse nach Ö!

Samstag, 27. Mai 2017

Schaaaaf

Man sollte ja meinen, man hat mit einem gebrochenen Fuß mehr Zeit und kann den Blog öfter updaten. Was man aber unterschätzt, ist die Tatsache dass mit einem gebrochenen Fuß auch weniger passiert. Noch weniger als ohnehin schon in der Einöde, meine ich. Eingeschränkte Mobilität und so. Ich habe kurz überlegt, Euch über meine Fortschritte beim Computerspielen auf dem Laufenden zu halten (mittlerweile habe ich eine eigene Burg, den Titel "Inquisitor" und noch mehr Pferde..). Aber mir ist rechtzeitig eingefallen, dass das vielleicht noch mehr langweilt als Pferde, vor allem wenn man nicht selbst spielt.

Seit 10 Tagen arbeite ich wieder halbtags, das geht ganz gut, auch wenn gehen auf unebenen Flächen immer noch schwierig ist. Ich brauch auch noch einen Stützverband, sonst schwillt der Fuss relativ schnell an. Immerhin hat er aufgehört weh zu tun, allerdings schmerzt jetzt der Rücken weil ich immer so schief gehe. Naja, das wird sich auch geben wenn ich wieder gerade gehe, schätze ich.

Die Pferde wurden nach meinem Unfall Ende April ganz unzeremoniell rausgeschmissen auf die Weide und mussten dort bei Wind und Wetter ausharren. Das haben sie davon, selbst schuld. Ansonsten hätten sie noch mindestens 10 Tage im Stall gehabt, bevor die ersten Schafe dorthin ausquartiert wurden. Zum Glück ist das Wetter relativ gut:

Isländischer Frühling von seiner besten Seite

Womit wir beim Hauptthema wären: für treue Leser wenig überraschend, schliesslich haben wir Mai. Da gehts in Island um nix anderes, zumindest hier am Land. Ich war ja letztes Jahr um diese Zeit nicht hier, als die erste Lammzeit mit dem neuen grossen Stall stattfand, und ich muss sagen der Unterschied ist enorm. Allein, dass man nicht mehr den ganzen Tag Schafe durch die Gegend fahren muss weil kein Platz mehr ist, ist ungemein erleichternd. Dabei fällt es gar nicht auf dass Óli jetzt doppelt so viele Schafe hat wie vorher (730 Stück Mutterschafe). Auch das Säubern der Boxen im Pferdestall Ende Mai ist deutlich leichter wenn dort nur zwei Wochen lang Schafe waren anstatt vier. Dasselbe gilt für den alten Schafstall. Natürlich ist die Lammzeit trotzdem viel Arbeit, aber zum Glück bekamen wir Unterstützung durch eine in Schweden lebende deutsche Tierärztin und ihrer Freundin (die hat auch ein paar Schafe daheim). Die beiden wollten unbedingt schon mal nach Island und sehen wie das Lammen hier gehandhabt wird und waren 8 Tage hier. Angenehmerweise war das genau die Woche in der fast alle restlichen Schafe beschlossen haben, ihre Lämmer zu bekommen. Die Anzahl der trächtigen Schafe ist von fast 300 auf 28 gesunken, sehr angenehm. Jetzt sind noch cirka 20 übrig und seit 3 Tagen hat sich nichts getan. Ich habe schon Leckerlis versprochen als Anreiz (eine Extraportion für diejenigen die ihre Lämmer zwischen 8 und 18 Uhr bekommen!), aber es nützt nichts. Óli sagt, am 1. Juni schmeisst er alles raus, ob trächtig oder nicht. Dann müssen die sich eben selbst helfen und es gibt kein leckeres Zusatzfutter.

Jetzt gibts noch ein paar Schaf-Bildchen, weil mir nix mehr einfällt:


schwanger sein ist anstrengend...

der isländische Name dieses Lamms lässt sich am besten mit " oams Hascherl" übersetzen..
 liebe Grüsse nach Ö!

Samstag, 29. April 2017

Fuß!

Ich hatte ja schon krampfhaft überlegt, was mein nächster Blog Post werden sollte, wie jedes Jahr ist der April nämlich ein bisschen Saure-Gurken-Zeit. Das Wetter ist weder schön noch schlecht genug um zu lametieren, die Wiesen zu braun-grün aber ohne Schnee für schöne Fotos, die Pferde auch alle hässlich im Fellwechsel (ausser meine beiden, die sind natürlich immer schön, eh klar.) und die süssen Lämmchen noch nicht da. Was also tun schreiben?

Der liebe Tumi hat mir ausgeholfen, das war sehr freundlich, er hats nur etwas übertrieben. Tumi ist der männliche Teil unserer Zwillinge, die beiden sind sehr niedlich weil Zwerge. Ich komme mir ja regelmässig zu schwer vor, besonders für Däumelinchen (der weibliche Teil der Zwillinge). Aber Kräfte haben sie trotzdem, wie Tumi unter Beweis gestellt hat. Dass die Pferde allesamt nach den Osterfeiertagen ein wenig energiegeladen sind, ist nix Neues. Aber dass man dann auch gleich bocken muss, ist wirklich übertrieben. Noch dazu ist der Gute zwar grösser als seine Schwester, aber dennoch winzig, das heisst man fällt recht schnell. Ich hätte ja nicht gedacht dass man sich dabei ernsthaft weh tun kann (man fällt ja nicht tief..), aber ich habs tatsächlich geschafft mir das Wadenbein zu brechen. Ich muss wohl mit dem Fuss im Fall auf den Sattel geknallt sein, anders kann ichs mir nicht erklären. Gleich nach dem Unfall kam mir schon der Verdacht, dass das Bein gebrochen sein muss, mit Prellungssschmerz habe ich ja Erfahrung und das war definitiv schlimmer und sehr lokal, 10 cm unter dem Knie, aussen.

Ich hab also Inga Sóley angerufen (Óli auch, aber der hat mich nicht gehört) und sie hat mir ins Auto geholfen und ist mit mir zum Arzt gefahren. Leider war die Röntgenfrau in Blönduós auch noch auf Urlaub, also hat mich der diensthabende Arzt nach Akureyri geschickt. Dort hatte ich wieder mal mein übliches Glück mit den Ärzten: Der Arzt schickt mich ins Röntgen und dann heisst es warten. Bald darauf kommen eine Ärztin und eine Krankenschwester und sagen: "Tut uns leid, aber du brauchst einen Gips.." Soweit nix Unerwartetes, ich hab also nur geseufzt und während die Damen das Zeug draufgatschen gefragt: "Ist es schlimm gebrochen?" Die beruhigende Antwort: "Das weiss ich leider nicht, ich hab das Bild nicht gesehen.. aber wir sollten nichts richten, nur den Gips machen." Na dann, kann ja nix schiefgehen. Ich hab ja noch kurz überlegt ob ich sie drauf hinweisen soll, dass der Knöchel, den sie mir da so fürsorglich fest eingipsen, vollkommen gesund ist, aber dachte dann, die werden schon wissen was sie tun... es ist mir aber schon komisch vorgekommen, dass dort, wo es tatsächlich weh tat, der Gips nur an der Unterseite Unterschenkel war. Die Bruchstelle selbst war also nur unter dem Verband (das ganze war mehr eine Gipsschiene). Aber ich bin ja kein Experte und zum Glück hat keiner hingetreten oder so. Nicht mal das wütende Kind neben mir, das sein Antibiotikum nicht nehmen wollte! Krücken hatten sie mir schon in Blönduós überlassen (ganz ohne Formular ausfüllen!) und dann hiess es, Kontrolle in Blönduós in einer Woche.

So weit, so schlecht. Die ersten zwei Tage waren nicht grade lustig, obwohl der Gips ja schon viel Schmerz wegnimmt. Dann ging es aber stetig aufwärts und mittlerweile ist mir schon voll langweilig. Noch dazu herrscht seit meinem Unfall (wie könnte es anders sein?) grossteils strahlend schönes Wetter. Mit dem Reiten soll ich aber noch mindestens 3 Wochen warten, hauptsächlich wegen des Sturzrisikos. Ich hab mich trotzdem sofort wieder aufs Pferd geschwungen, allerdings nur virtuell:

hoch zu Ros(s)

Mit der Langeweile geht nämlich auch die Süchtelei wieder los und ich mache gute Fortschritte in Dragon Age: Inqusition. Weil ich ja auch immer gleich drauflos spiele (Manuals sind langweilig und Tutorials für Anfänger..), hab ich auch erst relativ spät gecheckt, dass man Reittiere nicht nur erhält wenn man bestimmte Aufgaben löst, sondern auch kaufen kann! Und es gibt gar nicht so wenig Auswahl! Man kann Pferde, Hirsche oder Drakolisken bekommen und auch wechseln. Die Drakolisken sind nicht so mein Fall, sehen alle halb verhungert aus und die Hirsche stell ich mir unpraktisch vor mit dem Geweih. Aber Pferde, Pferde sind super. Weil ich schon ein bisschen vorangekommen bin im Spiel gabs auch schon 8 verschiedene Rassen zur Auswahl. Eines davon sieht von der Farbe her sogar ein bisschen aus wie Rós, ich hab es selbstverständlich sofort gekauft. Allerdings ist sie deutlich eleganter. Aber sie ist ja auch kein Streitross. Wie man am Bild oben sieht, bin ich auch schon probegeritten! Sehr nett, aber nix gegen das echte Leben. Und wenns ans Kämpfen geht, dann haut das Viech ab. Tja. Echtes Fluchttier eben. Da soll noch einer sagen, Computerspiele wären unrealistisch! Dann bin ich wieder zurück zum Händler und hab die restlichen 7 Pferde auch noch gekauft. Man weiss ja nicht. Ausserdem sind es ja Herdentiere.

Sonntag, 9. April 2017

April, April...

... der macht was er will. Eigentlich sollte das Wetter ja eher wechselhaft sein zu dieser Jahreszeit, aber wir haben seit 2 Wochen Matsch und Regen, mit ein paar wenigen schönen Tagen dazwischen. Das wäre ja nicht unbedingt ein Problem, aber leider ist es auch ziemlich kalt und jeden 2. Tag recht windig. Zusammen ist das auf Dauer eher unangenehm muss ich sagen, aber was soll man machen. Ausserdem verlieren die Pferde im Dreck ihre Hufeisen, wir haben da ein paar Spezialisten. Und mein Sattel schaut aus... Óli weigert sich trotzdem standhaft eine Reithalle zu bauen.

Wenn wir nicht grad zu Pferd im Matsch waten daheim ausreiten, fahren wir aufs Turnier. Am Freitag war das letzte Turnier dieses Frühlings in Blönduós. Die nächsten Turniere gibts erst wieder im Sommer, denn im Mai verkriechen sich alle notgedrungenermassen in ihren Schafställen. Besagtes Turnier war ein Töltbewerb (den bin ich diesmal nicht gestartet) und ein Fünfgang. Wie der Name Fünfgang schon sagt, muss man hier alle fünf Gänge zeigen: Tölt, Trab, Schritt, Galopp und Rennpass. Wobei letzteres in der Halle eher schwierig ist, was da dann dabei oft rauskommt, wird in Österreich mit dem charmanten Ausdruck "Pensionistenpass" bezeichnet. Aber es ist auch schwierig ordentlich Gas zu geben, wenn das Pferd schon sieht dass es nach 40 Metern wieder bremsen muss...
Da ich nicht Pass reiten kann, wollte ich erst nur im Tölt starten, aber ich wurde vom Gegenteil überzeugt ("Bist du wahnsinnig, in deiner Klasse hat da niemand ein besseres Pferd als du!!"). Óli hat sich dann also eine Woche vor dem Turnier mal draufgesetzt und Rós hat auch tatsächlich sehr guten Pass (vorausgesetzt man weiss was man tut). Wir sind dann einmal in die Reithale nach Blönduós gefahren um dort zu üben und das ging mehr so lala. Am Turnier selbst liefs dann eine Spur besser mit dem Pass, aber nicht berauschend. Allerdings war das Rosielein in allen anderen Gangarten so gut, dass wir den Bewerb tatsächlich gewonnen haben! Ich hab mich vor Lachen nicht mehr halten können. Ein bisschen peinlich ist es schon, einen Fünfgang mit einer so niedrigen Note für Pass zu gewinnen, aber zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass meine Mitreiter auch keine hohen Noten hatten. Das einzige Pferd, das richtigen Pass gezeigt hat, wollte absolut nicht traben und hat damit keine Note für dieses Gangart bekommen. Rósie war die höchste im Tölt und im Galopp, und die anderen Noten waren auch ok (bis auf den Pass, aber wir üben ja noch). Ich bin jedenfalls sehr stolz auf sie! Jetzt muss ich "nur noch aufhören zu reiten wie eine von diesen amerikanischen Damen, die im Sommer immer zu uns kommen und ordentlich zugreifen, dann ist sie auch nicht so frech und zeigt ordentlichen Pass." Alles ganz einfach, wie man sieht..

Rósie mag ihren Pokal auch!

Sonst gibt es weiter keine Neuigkeiten, ausser das die Zeit verfliegt, jetzt ist schon Ostern und bald beginnt die Lammzeit! Eins von Magnús Schafen hats partout nicht erwarten können und schon Ende März ihre Lämmer bekommen, so eine Streberin.

Flekka und ihre Lämmer

Liebe Grüsse aus dem nasskalten Island!

Sonntag, 26. März 2017

Winter

Ich habe ja die ganze Zeit vom tollen atypischen Winterwetter hier geschwärmt, aber damit ist es jetzt vorbei. Seit Ende Februar ist es hier eigentlich recht kalt: es friert über Nacht und taut die Hälfte der Woche nicht mal untertags auf. Das wäre ja noch okay wenn sich die Minusgrade im einstelligen Bereich halten, aber morgens ist bei den ersten zwei oder drei Reittouren eher mit eingefrorenem Gesicht, Fingern und Zehen zu rechnen... eigentlich nicht sooo ungewöhnlich, aber man ist von dem milden Herbst und Winter halt so verwöhnt. Schnee gibts trotzdem keinen, zumindest nicht auf länger. Zum Glück sind die Tage jetzt schon recht lang und die Sonne gewinnt täglich an Kraft. Leider zeigt sie sich nicht mehr so oft wie im Winter. Wenn es mal wärmer wird dann kommt immer Sturm. Um das Ganze etwas anschaulicher zu machen: hier die Aussicht der letzten Tage.. oder vielmehr das Fehlen derjenigen.

isländischer Frühling
Wie immer um diese Jahreszeit wurden die Lämmer in den Schafen gezählt, und die Schafe nach der Anzahl ihrer Lämmer sortiert. Der neue Schafstall erweist sich als ungemein praktisch und deswegen hat das Ganze nicht viel länger gedauert als in den Jahren davor, obwohl sich die Anzahl der Schafe verdoppelt hat! Sehr angenehm, ich hatte damit gerechnet bis Mitternacht beschäftigt zu sein, aber wir konnten schon um halb 10 Abend essen gehen.

Schafselfie

Hin und wieder ist es auch schön, und alle inklusive der Pferde geniessen das sehr. Kraftur war letzte Woche leider krank. Er war die ganze Zeit müde und hat ein bisschen gehustet. Selbstverständlich hat er sofort freibekommen und ist schon wieder auf dem Wege der Besserung.

in der Sonne chillen
Rós geht es gut und wir haben am Freitag abend an einem Turnier teilgenommen. Das lief besser als erwartet, Rosielein hat gleich zwei 2. Plätze gemacht! Einmal im Viergang und einen im T7.
Rosie und ihre Medaillen
Viergang heisst in diesem Fall: eine Runde langsamer Tölt, eine Runde Trab, eine Runde Galopp, eine halbe Runde Schritt und eine Runde Tölt in dem Tempo in dem das Pferd am besten ist. Jeder Teilnehmer reitet dieses Programm (am Freitag durfte man sogar die Reihenfolge der Gangarten selbst wählen) und der/die Richter geben Noten. Die fünf besten Reiter kommen ins Finale und treten dort alle auf einmal an, so dass man die Pferde im direkten Vergleich sieht. Nach jeder Gangart bekommt der jedes Pferd Noten und am Schluss wird zusammengerechnet und der Sieger ermittelt.
Der T7 ist ein einfacher Töltwettbewerb und läuft ähnlich ab wie der Viergang. Jeder Reiter zeigt zuerst eine Runde langsamen Tölt, wechselt die Richtung und reitet dann eine Runde Tölt in dem Tempo in dem das Pferd am besten ist. Man darf wählen in welcher Richtung man beginnt. Die besten fünf kommen wieder ins Finale etc.
Ich habe uns für beide Bewerbe angemeldet und gehofft dass ich bei einem ins Finale komme. Nach den Vorrunden hat sich herausgestellt dass ich in beiden Bewerben im Finale bin, damit hab ich nicht gerechnet! Im T7 war ich von vornherein an 2. Stelle gereiht und wir haben den Platz gehalten. Im Viergang war ich 5. und nach dem Finale waren ich und Stina (Ólis Schwiegermutter) mit der gleichen Punktezahl an 2-3 Stelle. Der darauffolgende Münzwurf hat für mich entschieden.
Insgesamt sind wir mit einem Auto voller Medaillen nachhause gefahren: Sunna Margrét war 2. bei den unter 16jährigen, Salka Kristín 5. (es waren nur 5 Teilnehmer, deswegen war sie eher zornig, schliesslich war sie vor dem Finale noch 3.!!!) Ich habe wie gesagt zwei 2. Plätze in der Hobbyklasse und Óli hat den Viergang in seiner Klasse gewonnen. Zusammen mit dem dritten Platz von Stina in der Hobbyklasse war das keine schlechte Ausbeute für Team Sveinsstaðir, würde ich sagen. Ich hab ja irgendwie gehofft dass jemand Fotos macht, aber bisher sind noch keine aufgetaucht. Deswegen hab ich Rós die Medaillen umgehängt und davon ein Foto gemacht. Sie hat die ja eigentlich mehr verdient als ich, aber ich glaub es is ihr wurscht...

liebe Grüsse in die Heimat!

Dienstag, 28. Februar 2017

Febrúar

Jetzt ist schon wieder ein Monat um! Ich hab öfter drüber nachgedacht in den letzten 2 Wochen was zu posten, aber es herrscht hier grade Mangel an post-baren Ereignissen. Und wenn ich mir die Statistik so anschaue, dann war das immer so im Februar. Diese Februare sind irgendwie allgemein nicht so ergiebig..

Da war zwar das alljährliche Þorrablót vor 2 Wochen, aber darüber habe ich schon vor Jahren ausführlich berichte. Ihr wisst schon, das Fest wo man alle diese grauslichen Sachen ist, vom Gammelhai bis zu den Widderhoden. Das ist zwar immer sehr lustig, aber dieses Jahr ohne Skandale abgelaufen. Ausserdem hab ich keine Fotos davon und mittlerweile weiss ich auch was ich gefahrlos essen kann. Gemessen an isländischen Massstäben bin ich ein Weichei, Ólis Schwiegervater hat nach einem strengen Blick auf meinen Teller nur gemeint: "Óli! Was ist das denn? Du bekommst minus für Integrationsförderung! Sie isst ja überhaupt nix von den guten isländischen Sachen!" Antwort: "Ich weiss nicht was du hast, sie hat doch eh Trockenfisch auf dem Teller..." Tja. Diese Ausländer wissen halt nicht was gut ist.

Ausserdem fängt jetzt langsam die Turniersaison an. Bisher waren Rós und ich noch nicht sehr erfolgreich, aber das wird schon noch. Kraftur wartet schon gespannt auf den Geschicklichkeitsbewerb, wo es nur um Zeit geht. Ein paar neue Jungpferde haben wir auch im Stall, ein Eselchen ist mittlerweile halbwegs reitbar, ein anderes hoffentlich auf dem Weg dorthin und ein drittes Wurst. Ein viertes wurde verkauft (ja, es gibt tatsächlich Leut die kaufen sowas...), aber der Besitzer ist nicht so zufrieden mit den Fortschritten (ich hoffe er hat nicht zuviel bezahlt..). Dieser neue Besitzer ist ein guter Freund von Óli und ich fürchte das Tier wird wieder zu uns kommen zum Einreiten. Aber ich glaub Óli hat ihm gesagt, dass er den nicht wiedersehen will bevor er nicht ruhiger ist.

Winter!! Unfassbar..

Das Wetter war grade wieder zwei Tage winterlich, so mit Sturm und allem drum und dran. Deswegen hatte ich Zeit zum Aufräumen in der Sattelkammer.... was man da so alles findet! Unter anderem: Pferdelisten aus dem Jahre Schnee (naja, fast halt, ich kenne die Pferde jedenfalls nicht..), Schleifmaschinen, Handyladegeräte für die alten Nokia Handies, kiloweise Hufnägel, alte Bilder, eine Nummerntafel, ein Tagebuch von einem armen Holar-Praktikanten und ein Telefonbuch von 2007. Natürlich habe ich alles bis auf das Telefonbuch weggeworfen. Man weiss ja nie.

Beute vom Putzen

Mehr ist hier wirklich nicht passiert. Hier noch ein brandneues (gerade gehörtes) P.S.: Streitende Kinder rennen an meiner Tür vorbei und versuchen sich in Beleidigungen zu überbeiten. Ich höre nur: "Nein, DU bist Donald Trump!!"

Dienstag, 31. Januar 2017

Januar

Der erste Monat des neuen Jahres ist schon fast um, Zeit für einen neuen Blogpost! Winter und Frühling wechseln sich fleissig ab hier bei uns, man weiss wirklich nicht ob man zwei oder drei Fleecejacken anziehen soll unter der Winterjacke. Im Moment ist grade wieder Winter, so mit Minusgraden, Wind und Schneegestöber, aber wer weiss wie lange das anhält.

Das friedliche Island wurde in den letzten Wochen leider von einem Verbrechen schwer geschockt. Vielleicht hat der eine oder andere von euch schon gelesen, Mitte Januar ist eine junge Frau nicht vom Fortgehen in Reykjavík downtown heimgekommen. Einige Tage danach wurde ein grönländisches Schiff, dass zu der Zeit im Hafen von Reykjavík gelegen hatte, wieder nach Island zurückbeordert und zwei Besatzungsmitglieder in Untersuchungshaft genommen. Nach intensiver Suche wurde nach einer Woche die Leiche des Mädchens gefunden und es gilt als ziemlich sicher, dass die zwei Grönländer was mit dem Mord zu tun haben (Ausweis der Frau an Bord des Schiffes, ihr Blut im Mietauto etc.). Die Verdächtigen streiten bisher alles ab. Eine sehr sehr traurige Geschichte und alle Isländer sind tief getroffen, grade weil das hier so selten passiert.
Ich hab Óli gerade gefragt wann das letzte Mal so etwas passiert ist und er meinte, genau kann er das jetzt nicht sagen, aber es wäre sicher schon 10 Jahre her. 10 Jahre! Davon können alle anderen Länder nur träumen, denke ich. Das hilft aber der armen Birna auch nicht mehr. Jedenfalls ist es sehr schön zu sehen wie die Isländer alle zusammen halten: Gedenkmärsche mit Kerzen überall (auch auf Grönland) und bei der Suche haben sich über 500 Freiwillige beteiligt. Das Radioprogramm wurde tagelang alle halben Stunden unterbrochen um Updates über den Fall zu bringen (auch wenn es grade keine gab). Unglaublich eigentlich, bei uns ist damit nach 2 Tagen Schluss, ausser vielleicht in der Gegend wo das Verbrechen passiert ist...

Genug der tragischen News, zur Aufheiterung habe ich ein paar lustige Bildchen. Wir haben hier gerade sehr viele Jungpferde zum Trainieren (Óli hatte letztes Jahr aufgrund des fertigzustellenden Schafstalles nicht soo viel Zeit für die Pferde), 12 Stück um genau zu sein. Diese Jungpferde haben sich exkt in zwei Hälften aufgeteilt: Engel und Esel, wenn man das so sagen kann, dazwischen scheints nichts zu geben in diesem Jahrgang. Die Engelchen haben gar keine Angst, machen alles auf Anhieb richtig und keines hat gebockt. Gestern haben wir sie wieder auf die grosse Weide gestellt nachdem ich sie schon alle ein bisschen ausreiten konnte. Sehr brav!
Die Eselchen sind alles in allem eher unkooperativ, und zwar so richtig! Deswegen müssen sie noch im Stall bleiben und wir schauen ob sie sich nicht doch zähmen lassen. Bei einigen hege ich Hoffnung, bei anderen eher weniger...

Einer von den Engelchen ist Fáni. Der schaut nicht nur herzig aus, sondern stellt sich bisher auch ganz gut an! Wir haben das fast erwartet, denn seine Mama ist niemand anderes als meine Rós! Er ist vielleicht nicht ganz so gut wie sie, aber vom Charakter her kommt er definitv nach ihr! Und hübsch gescheckt ist er auch!


Ausserdem haben wir die Zwillinge in Training. Sie hören auf die Namen Þumalína und Þumall (Däumelinchen und Däumling). Wie die Namen schon vermuten lassen, sind sie etwas klein geraten (was bei Pferdezwillingen kein Wunder ist). Deswegen reite ich sie auch nur ganz kurz und arbeite viel mit der Hand mit ihnen. Die beiden sind etwas frech und leider eine Spur zu lauffreudig um wirklich Kinderpferde zu sein. Mal sehen. Als Grössenvergleich habe ich hier eines der grösseren Pferde im Stall dazugestellt:

Däumelinchen mit Stormur als Vergleichspferd

p.s.: das Loswerden der Weihnachtskilos erweist sich schwieriger als erwartet wegen Salka Kristins Geburtstag Ende Januar:
.. und das ist nur der süsse Teil des Buffets...
 liebe Grüsse nach Ö!