Sonntag, 3. März 2013

Nicht verschollen!

... und schon wieder ein (zugegebenermassen sehr kurzer) Monat vergangen! Wie auch der Januar war der Februar für isländische Verhältnisse erstaunlich warm und frühlingshaft. Einzig die letzte Woche war eher stürmisch, aber trotzdem nicht kalt, meistens deutlich über Null. Der Vorteil: man muss nicht soviel anziehen. Der Nachteil: statt Schnee gibt es Regen, und den unter Umständen auch ziemlich plötzlich und dann waagrecht. Jetzt weiss ich auch, warum Óli Schafe hat: damit er eine Ausrede hat und bei schlechtem Wetter drinnen arbeiten kann. "Oh, ich werde heute wohl den ganzen Tag Schafe scheren... reite einfach die stabilen Pferde aus!" Jæja, wofür hat man schliesslich Ausländer eingestellt... Scherz. Den ganzen Tag Schafe zu scheren ist vermutlich anstregender als den ganzen Tag zu reiten. Abergesehen davon, dass es im Schafstall zwar trocken ist, aber auch ziemlich stinkt. Da bleib ich doch lieber im Pferdestall.

Dort ist mittlerweile auch genug zu tun. Wir haben den Stall voll und sehr viele junge Pferde zum einreiten. Bisher sind zum Glück alle recht brav, nur zwei machen Probleme. Die hab ich gleich an Óli abgegeben. 

Ich habe hier grade kein Beweisfoto, aber es ist bereits viel grüner und weniger Eis als letztes Jahr um dieselbe Zeit. Das neue Gras beginnt schon zu wachsen und die Pferde (zumindest die im Stall) verlieren schon fleissig Fell. Einmal Pferd putzen und man sieht selbst aus wie eines. Einige scheinen fest entschlossen, den Fellwechsel innerhalb von zwei Wochen durchzuziehen.

Der Wetterbericht, den ich gerade im Fernsehen gesehen habe, verspricht allerdings einen Schneesturm für die nächsten drei Tage und bis zu -7°C. So weit, so schlecht. Mal sehen wie schlimm es morgen wirklich ist. Bei solchen Bedingungen reite ich natürlich nicht. Bringt ja nix. Schnee im März ist bei mir prinzipiell auch in Island nicht gern gesehen, aber er motzt die Fotos deutlich auf:

Dieses hier habe ich an einem Wochentag so gegen 9 Uhr früh gemacht. Mittlerweile ist es um diese Zeit schon deutlich heller (sofern es nicht bedeckt oder neblig ist). Stockfinster ist es dann so gegen 7 Uhr abends. Erstaunlich, wie schnell das dann geht. (Obwohl es eigentlich logisch ist.)

Da Christina in diesem Jahr nicht auf Þingeyrar arbeitet, sondern ihre Ausbildung in Hólar abschliesst, komme ich nicht ganz so oft nach Reykjavík wie letztes Jahr. Den letzten Ausflug hat auch eine fiese Halsentzündung meinerseits verhindert. Die hält sich leider hartnäckig und flammt besonders an windigen Tagen immer wieder gerne auf. Sonst fühle ich mich aber gut, also ist es wohl nicht so schlimm. Abwarten und Tee trinken.
Und diese faulen Wochenenden haben auch etwas für sich... sehr erholsam. Vom Bett zur Couch und wieder zurück. Zwischendurch geniesst man das isländische Wochenend-Vormittags-Fernsehprogramm, dass sehr umsichtig gestaltet ist: jeder, der die Serie "Reich und Schön" unter der Woche verpasst hat, kann die Folge im Marathon am Wochenende sehen. Man muss ja up to date bleiben. Auch diejenigen, die am Freitag Abend "American Idol" verschlafen haben, können beruhigt Samstags am frühen Nachmittag den Fernseher einschalten. Etwas langweilig ist es natürlich für Leute die das bereits gesehen haben. Naja.

Natürlich gibt es nicht nur faule Wochenenden. Mittlerweile hat auch die Turniersaison in Blönduós wieder begonnen. Kraftur und ich reiten auch brav mit, aber meistens ist er viel zu aufgeregt. Irgendwie hat er eine falsche Vorstellung von solchen Turnieren und glaubt, das Ziel ist es, der Schnellste zu sein, ganz egal wie. Abhängig vom Bewerb ist das natürlich nicht immer richtig. Im Töltbewerb sind wir deshalb nicht wirklich erfolgreich gewesen. Im Smali (eine Art Geschicklichkeitsbewerb) geht es zwar tatsächlich um Zeit, aber ohne die Flagge gilt diese nicht. Kraftur und ich waren wirklich schnell, aber leider hatte er auf einmal Angst vor der Tonne auf der die Flagge gelegen ist. Also hat es ein bisschen gedauert, bis ich ihn überzeugt hatte, nahe genug an das gefährliche blaue Dings heranzugehen. Nach diversen Dressureinlagen seinerseits hatten wir die Lacher und Applaus auf unserer Seite, aber leider keine besonders gute Zeit. Naja, das nächste Mal gewinnen wir bestimmt! :D

Zum Abschluss und der Vollständigkeit halber poste ich auch hier noch die Videos von unserer Katze. Die ist manchmal deutlich unterbeschäftigt und/oder grössenwahnsinnig. Entscheidet selbst:

Katze und Pferde
Kisa und Kraftur

Sonntag, 3. Februar 2013

Die guten Vorsätze...

Nichts löst sich bekanntlich so schnell in Luft auf wie gute Vörsätze. So auch mein Vorsatz, dieses Mal zwar kürzere, aber dafür mehrere und vor allem regelmässigere Blogeinträge zu schreiben. Falls es jemand noch nicht bemerkt hat. Aber irgendwie hat man dann doch immer etwas anderes zu tun oder der innere Schweinehund streckt einen nieder.

Mal sehen, was inzwischen so passiert ist. Wie Óli mir schon in einem Mail angekündigt hat, haben wir noch nicht so viele Pferde in Beritt. Hauptsächlich reiten wir Pferde ein, die ihm oder jemandem aus der Familie gehören. Aber es kommen auch immer mehr Fremdpferde. Bisher haben sich auch alle mehr oder weniger gut gemacht. Alle Jungpferde sind erstaunlich stabile Charaktere, was uns nur recht sein kann, da hier noch immer keine Reithalle aus dem Boden gewachsen ist und das Wetter in dieser Jahreszeit nicht unbedingt immer schön ist. Laut Óli ist es allerdings viel besser als üblich, und das soll mir nur recht sein. Bisher hatten wir erst einen Arbeitstag, an dem wir nicht reiten konnten. (Wenn es am Wochenende schlecht ist, ist mir das egal....). Ist dann doch einmal schönes Wetter eignet sich die isländische Winterlandschaft mit und ohne Schnee sehr gut für Fotos:

Spätnachmittag

im Garten

Im Stall selbst hab ich ein paar alte Bekannte getroffen: die Kinderpferde Staka und Gráni, sowie einige, die ich im letzten Jahr eingeritten bin: Ronja, Struppi, Draupnir und Huldumey. Auch die nächste Generation lässt sich schon ein bisschen ausreiten, dank meiner Vorarbeit im Sommer.

die Mädls

Staka

Struppi und seine kleine Schwester



Ronja


Mein eigenes Pferd weigert sich natürlich standhaft auch nur ansatzweise zu posieren, wenn ich mit der Kamera komme. Da hilft auch kein Nammi und nix. Deswegen werden die Fotos auch eher seltsam.
Aber wer will auch schon beim Essen fotographiert werden...

Heute haben wir ihn ausgetrickst und Lisa hat Fotos beim Reiten auf dem Eis gemacht. Das Eis war ihm allerdings höchst suspekt und er war trabig wie noch nie. Tölt war fast nicht zu bekommen. Allerdings hatte ich auch keine Eisnägel drin, sondern nur normale Stifte. An meinem Sitz muss ich auch dringends noch arbeiten, aber hier sind die Fotos:











Ich finde er schaut soviel grösser aus, als er ist! und er ist toll! :)

liebe Grüsse
Veronika

Sonntag, 6. Januar 2013

Weihnachtsschock und Wetterumschwünge

Einmal, EINMAL möchte ich in Island ankommen und schönes Wetter haben. Echt. Ein einziges Mal würde mir schon reichen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, aber für dieses Mal muss ich sie wohl begraben.
Nach einer langen und sehr früh startenden Anreise über Wien (Mama und Papa: nochmal Danke fürs Rausbringen!) und Amsterdam bin ich um halb vier nachmittags etwas müde in Keflavík gelandet. Die Landung an sich aber hat dann auch den letzten Schläfer aufgeweckt. Ein Blick durchs Fenster zeigt auch warum: Regen, Nebel und starker böiger Wind beeinträchtigen das Flugzeug vor allem die letzten 300 Höhenmetern. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass die Piloten immer so froh sind die Landebahn zu sehen, dass sie sofort gleich und auf der Stelle aufsetzen müssen, ganz egal wie hoch sie noch in der Luft sind. So a la "schnell landen, solange wir die Bahn noch sehen!!" Als Passagier ist man noch mit dem Druckausgleich der eigenen Ohren beschäftigt, da macht es auch schon "Rums" und der Magen teilt einem mit, dass man sich jetzt am Boden befindet. Immerhin.
Was einen bei diesem Wetter dann nicht gerade von den Socken haut, ist die (für) neueste Änderung am Flughafen Keflavík: Der Flybus hält nun nicht mehr direkt vor dem Gebäude, sondern 100 Meter weiter. Reicht aber völlig aus um nass zu werden.

Endlich im Hostel im 4.Stock (!! mit schwerem Koffer und ohne Lift sind das ungefähr 4 Stockwerke zuviel!!) angekommen hab ich erst mal das Bett getestet. Test bestanden, ich bin erst aufgewacht, als Óli mir eine Nachricht geschrieben hat, ob ich heute oder morgen in Sveinsstaðir ankomme. Nachdem ich meine Ankunftszeit dort oben aufgrund verschiedener Absprachen mit Christina ca. fünf mal geändert habe, hatte ich natürlich vergessen, die aktuelle Version nach Sveinsstaðir weiterzugeben. Die denken sich bestimmt schon sonstwas. Ein Glück, dass sie mich schon kennen.

Hallgrímskirkja

Das Wetter war am Samstag zum Glück besser (mit Unterbrechungen). Also auf ins gemütliche Cafe Babalú, wo man um diese Jahreszeit etwas leichter einen Platz bekommt als im Sommer. Nachmittags nach einem kurzen Schock (Christina ruft an: "Du mein Auto springt nicht an, es dauert noch..") haben wir uns dann tatsächlich auf den Weg in den Norden gemacht. Es hat sogar alles ins Auto gepasst. Das ist nicht so selbstverständlich, denn dank viel freier Zeit bin ich jetzt um ein Paar Kopfhörer, 2 Gürtel und einen Bacardi Mojito reicher.


So gegen halb neun am Abend waren wir dann in Sveinsstaðir, wo die zwei Mädchen extra aufgeblieben sind um mich noch zu sehen. Dann bin ich allerdings ins Bett gefallen (endlich mal mehr als nur ein paar Stunden Schlaf am Stück). Ausgiebigst begrüsst wurde demnach erst heute. Auch die Hunde haben sich so sehr gefreut, dass ich mich danach gleich mal umziehen musste. Kraftur hab ich noch nicht gesehen, der ist noch draussen. Dafür hab ich im Stall schon die Stute entdeckt, dass für den Unfall mit der Hand verantwortlich war! Yeeeah... und ihr blöder Bruder ist auch da. Aber auch einer meiner Lieblinge.

Blick Richtung Blönduós

Schnee liegt hier nicht mehr viel, weil es in den letzten Tagen immer Plusgrade hatte und viel geregnet hat. Aber man sieht noch die Reste der Schneewehen, die sind noch beeindruckend genug. Óli meinte, soviel Schnee hätten sie seit 1995 oder so nicht mehr gehabt. Hell wird es im Moment so gegen 10 und um 17 Uhr ist es wieder finster. Aber hey, die Tage werden länger. Bald gibts auch freundlichere Fotos, ich versprechs!

Bless Bless!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Ein weiterer Aufenthalt...

...im Norden steht an!

das war zwar 2011, aber was solls... aktuelle Island Winterbilder gibts nächsten Monat!

Die meisten Leser haben davon ja bereits über andere Quellen (online oder offline) erfahren, aber hier kommt trotzdem nochmal die offizielle Ankündigung, damit sich auch gar niemand beschweren kann.

Mein Flug geht (hoffentlich!) am 4. Jänner in der Früh von Wien über Amsterdam nach Rekjavík. Ich bedauere wie immer sehr, dass es keine direkte Verbindung gibt, denn übermässig spannend finde ich den Flughafen Schipohl nun wirklich nicht. Einen gewissen Zeitpolster zum Umsteigen zu haben ist zwar durchaus angenehm, allerdings habe ich ganze 4 Stunden dafür noch nie gebraucht. Immerhin weiss ich wo ich Starbuck's finde (was in Anbetracht des frühen Fluges überlebenswichtig sein wird..).

Überhaupt kann ich nur allen raten, NICHT um die Feiertage herum zu fliegen. Die Airlines haben da alle einen grösseren Knall was die Preise betrifft. Aber hallo. Ich hab gedacht ich seh nicht recht.
Somit ist auch mein wohl durchdachter Plan, die erste Woche aus Mangel an körperlicher Fitness nur halb zu arbeiten, hinfällig geworden. Aufgrund der unverschämten Preise komme ich am Wochenende an und arbeite dann gleich eine volle Woche. Mir tut jetzt schon alles weh, wenn ich daran denke. Kraftur wird wohl seinen Urlaub noch ein wenig verlängert bekommen.

Falls es noch irgendjemand hier nicht wissen sollte: ich werde wieder auf Sveinsstaðir arbeiten, dem Hof auf dem ich zuletzt war. Ich bin aus mehreren Gründen froh, wieder dorthin zu können: erstens kenn ich den Hausbrauch schon, das erspart vor allem am Anfang eine Menge Stress. Zweitens: die Familie ist total nett. Drittens: mein Pferd ist schon dort, was die Logistik beträchtlich vereinfacht. Viertens: aus Erfahrung weiss ich, dass ich dort wirklich viel lernen werde! Schafe hin oder her.

Lange hin ist es ja nicht mehr, tatsächlich sind es nämlich keine drei Wochen mehr! Warum vergeht die Zeit bis zum 10.12. immer GAR nicht, während sie ab diesem Datum dann verfliegt? Auf einmal fällt einem auf, wieviel man noch zu tun hat. Furchtbar. Ausserdem brauche ich noch einen grösseren Koffer... immerhin habe ich tatsächlich schon alle Weihnachtsgeschenke. Das ist mir auch noch nie passiert.
Der Abschied wird wie immer schwer werden, aber andererseits freue ich mich natürlich auch wieder auf die Insel und mein Pferd. Er wird sooooooo flauschig sein! Trotzdem ist es immer wieder schwierig aus Österreich wegzugehen. Zum Glück gibts ja Flugzeuge und Internet.

Ich werde also diesmal ganz entspannt Weihnachten herankommen lassen und dann erst nachher in grosse Hektik verfallen. Bis dahin gibts aber noch Glühwein, Parties, Kekse und so weiter. Hoffe ich zumindest. Krank war ich jetzt für die nächsten 3 Jahre genug!!

liebe Grüsse
Vroni

Donnerstag, 6. September 2012

Der Sommer geht langsam zu Ende...

und leider ist meine Zeit hier nun auch vorbei. Diese Zeilen schreibe ich jetzt bereits aus Graz. Die letzten Tage in Island selbst waren aufgrund meines eher überraschenden Aufbruchs etwas stressig. Gründe für die baldige Rückkehr waren mehrere, angefangen vom Nun-doch-nicht-nach-Island-kommen einer Freundin über eine längere geplante Reise meiner Eltern bishin zu schwer nachvollziehbaren Unterschieden bei den Flugpreisen der Airberlin. Alles zusammen hat dazu geführt, dass ich bereits am Montag, dem 3.9. in Wien gelandet bin und mich seitdem wieder in Graz aufhalte. Für alle, die das interessiert: Voraussichtlich bleibe ich hier auch bis mindestens Weihnachten.

Die letzten Wochen in Island waren geprägt von Reittouren, wunderschönen Sommertagen, Kurzaufenthalten in Reykjavík und (wie könnte es anders sein) Arbeit. Da Óli im Herbst allerdings nicht als Trainer arbeitet, wurden die Berittpferde immer weniger und weniger. Arbeit gab es natürlich trotzdem genug, vor allem jene, die in den letzten Monaten aufgrund so vieler Pferde und der Heumacherei liegen geblieben ist: alte Hufeisen sortieren, Boxen wirklich gründlich säubern und den Stall putzen. Letzteres erwies sich aber als unendliche Arbeit, woran vier junge und drei alte Hunde vermutlich nicht ganz unbeteiligt waren.

Die besten Fotos von den Reittouren hat wie immer Stina gemacht, aber da das mein Blog ist, müsst ihr auch mit meinen Fotos vorlieb nehmen. Allerdings hab ich hauptsächlich in den Pausen fotographiert.

Huldumey
Staka natürlich immer vorne weg..
Naaaaaase!
nie wälzt es sich so gut wie nach dem Reiten!
Dann haben wir auch noch einige Stuten zu diversen Hengsten kutschiert... mit Anhang, versteht sich:

Abschliessend noch ein Foto, dass ich irgendwann nach Mitternacht im August aufgenommen habe. Keins meiner Meisterwerke, gebe ich zu. Aber mit den Silageballen und einem Gaul, der sich standhaft weigert eindrucksvoll zu posieren, das bestmögliche Ergebnis.

 So, das wars mit dem vorerst letzten Post von der Insel!

Montag, 27. August 2012

Hestaferð !!

Der Sommer und ebenso meine Zeit hier neigt sich leider leider dem Ende zu. Natürlich freue ich mich schon auf euch alle in Österreich, aber Island ist und bleibt trotzdem etwas besonderes. Und die Trennung von meinem Pferdchen (schon wieder!! aaaaaaaaaaahh!) werde ich wohl auch nur schwer verkraften. Immerhin kann er hier auf Sveinsstaðir bleiben bis alles weitere entschieden ist.

Da Óli im September nicht trainiert, werden unsere Berittpferde immer weniger und weniger. Teils freut mich das, teilweise nicht. Auch die Reitpferde haben zum Grossteil schon wieder die Hufeisen herunterbekommen und durften auf eine grosse Weide, wo sie den Winter über bleiben werden. Kraftur muss noch ein bisschen weiterarbeiten bis ich weg bin. Und wehe er wirft vorzeitig mit Hufeisen um sich, das zahlt sich jetzt ja nun wirklich nicht mehr aus! Übrig sind noch einige Jungpferde und die Pferde die das Vergnügen haben werden, bei den unterschiedlichen Pferde- und Schafabtrieben mitzuwirken. Die armen Schweine. äh Pferde. Ein Zuckerschlecken ist das nicht, deswegen wird jetzt fleissig trainiert und Kondition aufgebaut.
Zu eben diesem Zwecke (nicht etwa zu unserem eigenen Vergnügen, nein... ) waren wir auch auf diversen Reittouren mit loser Pferdeherde. Teilweise auch so ganz ohne Touristen! Nur zum Spass! Herrlich!! Ein Mal hatten wir aber auch eine Gruppe deutschsprachiger Leute da, die waren zwar alle sehr nett, aber ich war doch froh, dass ich das nicht mehr dauerhaft mache. Ist schon ganz anstrengend. Allerdings konnte ich neben einer Packung Lindt Pralinen von den Touristen auch ein saftiges Taschengeld von Ólis Vater abstauben. Ich wollte es ja nicht annehmen, aber er hat darauf bestanden. Naja, ich war ja auch den ganzen Tag am Werkeln, weil die Hälfte der Gruppe Kinder bzw. Jugendliche waren.
Wenn die ReiterINNEN (nehm ich in dem Fall stark an) unterwegs unbedingt Pinkelpausen einlegen müssen, und man verzweifelt versucht, die Herde daran zu hindern, selbige Damen beim Erledigen ihres Geschäfts zu überrennen, ist das Geld vielleicht doch nicht so unverdient. Ich meine es ist ja nicht so, als würden wir keine 10 Minuten weiter nicht ohnehin Pferd wechseln....
Oder man (in dem Fall Óli, Stina und ich) reitet aus ebendiesen Gründen mit der Herde VOR den Touristen und wartet am nächsten Stop geschlagene 30 Minuten auf diese, obwohl man sie in 300 Meter Entfernung schon alle STEHEN sehen kann. Nur aus irgendeinem Grund hat ssich die Gruppe nicht weiterbewegt. Stina hat das wunderbar dokumentiert:
Drei Minuten nach unserer Ankunft. Die Pferde hinter mir lassen wir noch gesattelt, denn man weiss ja nie ob man sie noch braucht bis auch alle restlichen Pferde im Paddock sind. Man beachte mein neues Paar Ohren. Ich finde, sie stehen mir.
15 Minuten anch unserer Ankunft. Stehen ist so anstrengend, wenn man den ganzen Tag am Pferd sitzt. Jaja, ich weiss man soll nicht vor dem Pferd am Boden sitzen, denn was ist, wenn es sich schreckt? Haben die beiden zum Glück nicht. Und es ist genug Platz dass die beiden wohl hoffentlich um mich herum statt über mich drüber laufen würden.
25 Minuten Wartezeit. Óli hat tatsächlich mitten in der Pampa einen halb kaputten Camping Sessel entdeckt und ist das Risiko eingegangen, sich auf selbigem niederzulassen. (Wofür hat man denn eine Ausländerin eingestellt, die das eigene Pferd hält.) Stabil ist allerdings was anderes. Hat ihn aber nicht davon abgehalten, Inga Sóley zuhause anzurufen und zu fragen wo denn das Bier bliebe. Mir tut vom krummen Sitzen der Rücken weh und dem Hund ists auch schon zu blöd. Wie gesagt, wir konnten die Gruppe ja die ganze Zeit in geringer Entfernung stehen sehen...
30 Minuten. Es tut sich was... auch gamli Gráni hats bemerkt.
..und die Vorhut erscheint. Hrappur hat wohl auch die Geduld als Handpferd verloren. Wenig später kamen dann auch endlich die Leute. Hallelujah!





Samstag, 4. August 2012

Die Westfjorde

Meiner Hand geht es wieder besser, die Zeit der faulen Ausreden ist also vorbei... und trotzdem hinke ich hinterher! Was sagt uns das? Richtig. Ich habe viel viel Arbeit.

Trotzdem habe ich immer wieder Zeit für kleinere Ausflüge. Anfang Juli war mich Tina hier besuchen. Sie, ihre Schwester Beate, ihre Mutter und ihre Tante (deren Namen mir entfallen sind, Schande über mich, Schande über meine Kuh!) waren so nett, mich auf einen Trip in die Westfjorde mitzunehmen. Leider hatten wir nur drei Tage Zeit, denn eigentlich könnte man in dieser Gegend auch drei Wochen verbringen, so schön ist es dort. Island überrascht einen einfach immer wieder. Man denkt, man hat das Schönste dieser Insel bereits gesehen, aber kaum fährt man woanders hin, ist es auch wieder atemberaubend. Leider ist meine bescheidene Kamera nicht in der Lage, der Landschaft und den Farben im ältesten Teil Islands gerecht zu werden. Da Tina auch gerade im Abschlussstress steckt, habe ich sie noch nicht um ihre Fotos gebeten. Ihr müsst also mit meinen vorlieb nehmen und euch den Rest dazudenken. Hier sind einige Impressionen:


Diese Fotos entstanden auf dem Weg nach Patreksfjörður (wir sind die Rundfahrt "von unten" angegangen). Die wirklich lange Fahrzeit, die man in den Westfjorden einrechnen muss, wird durch die Landschaft wettgemacht. Man fährt einen Fjord nach dem anderen entlang, aber jeder Fjord ist irgendwie anders. Auf dem Weg liegen immer wieder Aussichstpunkte, Rastplätze und natürliche Hotpots, in denen man sich erholen kann.





Glücklicherweise hatten wir die ganzen drei Tage richtig gutes Wetter. Strahlender Sonnenschein beinahe 24 Stunden am Tag, so dass es zu fünft im Auto auch schon mal richtig heiss wurde. Aber dann haben wir diesen wunderschönen Strand entdeckt:
Ausnahmsweise ist der Sand nicht schwarz, sondern hell wie am Mittelmeer. Es war auch relativ windstill und ich wäre am liebsten schwimmen gegangen. Dafür wäre es aber vermutlich doch ein wenig zu kalt gewesen. Abgesehen davon hatten wir nicht viel Zeit. So war ich nur ein bisschen planschen, denn wir wollten an diesem Abend noch den westlichsten Punkt Europas (wenn man die Azoren nicht mitrechnet), den Látrabjarg erreichen. Das ist eine Steilküste, an der so viele Vögel brüten, dass man sich nicht ganz bis zum Rand der Klippe vorwagen darf, weil die von den Vögeln gegrabenen Gänge den Boden instabil machen. Trotzdem sehr beeindruckend:

Man sieht bis nach Snæfellsness hinüber und es ist hier unglaublich windig. Von mir gibt es hier einige lustige Fotos, die ich leider alle noch nicht habe, aber sie werden nachgeliefert.

Obwohl die Westfjorde nur sehr dünn besiedelt sind, trifft man hin und wieder auf Zivilisation (oder so was ähnliches..):

Übernachtet haben wir an diesem Abend in Patreksfjörður, um am nächsten Tag in Richtung Ísafjörður weiterzufahren.
Man fährt allerdings auch weite Strecken im kargen Hochland und denkt sich dabei 'Hier möchte ich KEINE Panne haben...'

Auf dieser Strecke befindet sich auch einer der schönsten Wasserfälle Islands, der Dynjandi. Wirklich beeindruckend, schon auf dem Weg hinauf findet man einige wirklich schöne kleinere Wasserfälle:


Der grosse Dynjandi ist aber definitiv eine Steigerung:




Nach einigen weiteren Stunden Fahrzeit erreicht man die malerisch gelegene Hauptstadt der Westfjorde Ísafjörður. Allerdings nur, wenn man zuvor die Anfahrt und den damit verbundenen Tunnel überlebt hat. Als Österreicher hat man ja prinzipiell nichts gegen Tunnels, gibt es ja bei uns zu Hauf. Dieser Tunnel ist allerdings eher speziell. Sparsam beleuchtet, mehrere Kilometer lang und einspurig. Klingt auch noch nicht so schlimm, allerdings gibt es trotzdem Gegenverkehr! Die Begriffe 'einspurig' und 'Gegenverkehr' in Verbindung mit 'Tunnel' sollten sich ja eher ausschliessen, könnte man meinen. Aber Island wäre nicht Island, wenn man nicht trotzdem eine Lösung für das Problem gefunden hätte. Wer jetzt denkt, klar, sie bauen eine zweite Röhre, liegt falsch. Wer jetzt denkt, klar, da gibt es bestimmt eine Ampelregelung, liegt auch falsch. Die Lösung ist ebenso einfach wie typisch isländisch: im Tunnel gibt es alle 100 Meter einen Platz zum Ausweichen. Ist man auf dem Weg nach Ísafjörður, hat man Vorrang und kann einfach durchfahren. Kommt man allerdings aus dieser Richtung, muss man sobald einem jemand entgegenkommt, in eine der Ausweichen fahren und den Entgegenkommenden vorbeilassen (hier erkennt man, ob einem ein Tourist oder ein Einheimischer entgegenkommt: der Tourist weicht aus sobald er einen sehen kann, der Einheimische fährt weiter bis zur allerletzten Ausweiche vor der Begegnung - und das nicht gerade langsam...). Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, gibt es mitten im Tunnel zusätzlich eine Abzweigung. Diser Teil der Strecke ist also auch für Tunnel-sichere österreichische Autofahrer eine eher spannende Angelegenheit.
Belohnt wird man allerdings mit dem folgendem Anblick:

Ísafjörður selbst ist ein kleines Städtchen mit einer relativ grossen Einkaufsstrasse, mehreren Kirchen und einigen guten Bäckereien. Fast alles ist mit einer Liebe zu Detail gestaltet, die einem erst bei näherem Hinsehen auffällt.
Eine Reise in die Westfjorde zahlt sich definitiv aus, allerdings sollte man sich unbedingt mehr Zeit nehmen als drei Tage. So wie fast alles in Island macht diese Gegend nämlich Lust auf mehr. Ausserdem kann man dann auch die unzähligen Museen in Augenschein nehmen. Ich für meinen Teil hätte gerne das leider geschlossene Seemonster Museum besichtigt. Aber ich habe eine Broschüre gefunden und darin mein und Elis neues Haustier. Süss, oder? Es wird Vincent Humphrey heissen.


Zum Abschluss poste ich hier noch ein paar aktuelle Bilder von unseren 6 Wochen alten Welpies. Braucht jemand einen Hund? Wir hätten vier:




liebe Grüsse aus dem sommerlichen Island!