Sonntag, 9. April 2017

April, April...

... der macht was er will. Eigentlich sollte das Wetter ja eher wechselhaft sein zu dieser Jahreszeit, aber wir haben seit 2 Wochen Matsch und Regen, mit ein paar wenigen schönen Tagen dazwischen. Das wäre ja nicht unbedingt ein Problem, aber leider ist es auch ziemlich kalt und jeden 2. Tag recht windig. Zusammen ist das auf Dauer eher unangenehm muss ich sagen, aber was soll man machen. Ausserdem verlieren die Pferde im Dreck ihre Hufeisen, wir haben da ein paar Spezialisten. Und mein Sattel schaut aus... Óli weigert sich trotzdem standhaft eine Reithalle zu bauen.

Wenn wir nicht grad zu Pferd im Matsch waten daheim ausreiten, fahren wir aufs Turnier. Am Freitag war das letzte Turnier dieses Frühlings in Blönduós. Die nächsten Turniere gibts erst wieder im Sommer, denn im Mai verkriechen sich alle notgedrungenermassen in ihren Schafställen. Besagtes Turnier war ein Töltbewerb (den bin ich diesmal nicht gestartet) und ein Fünfgang. Wie der Name Fünfgang schon sagt, muss man hier alle fünf Gänge zeigen: Tölt, Trab, Schritt, Galopp und Rennpass. Wobei letzteres in der Halle eher schwierig ist, was da dann dabei oft rauskommt, wird in Österreich mit dem charmanten Ausdruck "Pensionistenpass" bezeichnet. Aber es ist auch schwierig ordentlich Gas zu geben, wenn das Pferd schon sieht dass es nach 40 Metern wieder bremsen muss...
Da ich nicht Pass reiten kann, wollte ich erst nur im Tölt starten, aber ich wurde vom Gegenteil überzeugt ("Bist du wahnsinnig, in deiner Klasse hat da niemand ein besseres Pferd als du!!"). Óli hat sich dann also eine Woche vor dem Turnier mal draufgesetzt und Rós hat auch tatsächlich sehr guten Pass (vorausgesetzt man weiss was man tut). Wir sind dann einmal in die Reithale nach Blönduós gefahren um dort zu üben und das ging mehr so lala. Am Turnier selbst liefs dann eine Spur besser mit dem Pass, aber nicht berauschend. Allerdings war das Rosielein in allen anderen Gangarten so gut, dass wir den Bewerb tatsächlich gewonnen haben! Ich hab mich vor Lachen nicht mehr halten können. Ein bisschen peinlich ist es schon, einen Fünfgang mit einer so niedrigen Note für Pass zu gewinnen, aber zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass meine Mitreiter auch keine hohen Noten hatten. Das einzige Pferd, das richtigen Pass gezeigt hat, wollte absolut nicht traben und hat damit keine Note für dieses Gangart bekommen. Rósie war die höchste im Tölt und im Galopp, und die anderen Noten waren auch ok (bis auf den Pass, aber wir üben ja noch). Ich bin jedenfalls sehr stolz auf sie! Jetzt muss ich "nur noch aufhören zu reiten wie eine von diesen amerikanischen Damen, die im Sommer immer zu uns kommen und ordentlich zugreifen, dann ist sie auch nicht so frech und zeigt ordentlichen Pass." Alles ganz einfach, wie man sieht..

Rósie mag ihren Pokal auch!

Sonst gibt es weiter keine Neuigkeiten, ausser das die Zeit verfliegt, jetzt ist schon Ostern und bald beginnt die Lammzeit! Eins von Magnús Schafen hats partout nicht erwarten können und schon Ende März ihre Lämmer bekommen, so eine Streberin.

Flekka und ihre Lämmer

Liebe Grüsse aus dem nasskalten Island!

Sonntag, 26. März 2017

Winter

Ich habe ja die ganze Zeit vom tollen atypischen Winterwetter hier geschwärmt, aber damit ist es jetzt vorbei. Seit Ende Februar ist es hier eigentlich recht kalt: es friert über Nacht und taut die Hälfte der Woche nicht mal untertags auf. Das wäre ja noch okay wenn sich die Minusgrade im einstelligen Bereich halten, aber morgens ist bei den ersten zwei oder drei Reittouren eher mit eingefrorenem Gesicht, Fingern und Zehen zu rechnen... eigentlich nicht sooo ungewöhnlich, aber man ist von dem milden Herbst und Winter halt so verwöhnt. Schnee gibts trotzdem keinen, zumindest nicht auf länger. Zum Glück sind die Tage jetzt schon recht lang und die Sonne gewinnt täglich an Kraft. Leider zeigt sie sich nicht mehr so oft wie im Winter. Wenn es mal wärmer wird dann kommt immer Sturm. Um das Ganze etwas anschaulicher zu machen: hier die Aussicht der letzten Tage.. oder vielmehr das Fehlen derjenigen.

isländischer Frühling
Wie immer um diese Jahreszeit wurden die Lämmer in den Schafen gezählt, und die Schafe nach der Anzahl ihrer Lämmer sortiert. Der neue Schafstall erweist sich als ungemein praktisch und deswegen hat das Ganze nicht viel länger gedauert als in den Jahren davor, obwohl sich die Anzahl der Schafe verdoppelt hat! Sehr angenehm, ich hatte damit gerechnet bis Mitternacht beschäftigt zu sein, aber wir konnten schon um halb 10 Abend essen gehen.

Schafselfie

Hin und wieder ist es auch schön, und alle inklusive der Pferde geniessen das sehr. Kraftur war letzte Woche leider krank. Er war die ganze Zeit müde und hat ein bisschen gehustet. Selbstverständlich hat er sofort freibekommen und ist schon wieder auf dem Wege der Besserung.

in der Sonne chillen
Rós geht es gut und wir haben am Freitag abend an einem Turnier teilgenommen. Das lief besser als erwartet, Rosielein hat gleich zwei 2. Plätze gemacht! Einmal im Viergang und einen im T7.
Rosie und ihre Medaillen
Viergang heisst in diesem Fall: eine Runde langsamer Tölt, eine Runde Trab, eine Runde Galopp, eine halbe Runde Schritt und eine Runde Tölt in dem Tempo in dem das Pferd am besten ist. Jeder Teilnehmer reitet dieses Programm (am Freitag durfte man sogar die Reihenfolge der Gangarten selbst wählen) und der/die Richter geben Noten. Die fünf besten Reiter kommen ins Finale und treten dort alle auf einmal an, so dass man die Pferde im direkten Vergleich sieht. Nach jeder Gangart bekommt der jedes Pferd Noten und am Schluss wird zusammengerechnet und der Sieger ermittelt.
Der T7 ist ein einfacher Töltwettbewerb und läuft ähnlich ab wie der Viergang. Jeder Reiter zeigt zuerst eine Runde langsamen Tölt, wechselt die Richtung und reitet dann eine Runde Tölt in dem Tempo in dem das Pferd am besten ist. Man darf wählen in welcher Richtung man beginnt. Die besten fünf kommen wieder ins Finale etc.
Ich habe uns für beide Bewerbe angemeldet und gehofft dass ich bei einem ins Finale komme. Nach den Vorrunden hat sich herausgestellt dass ich in beiden Bewerben im Finale bin, damit hab ich nicht gerechnet! Im T7 war ich von vornherein an 2. Stelle gereiht und wir haben den Platz gehalten. Im Viergang war ich 5. und nach dem Finale waren ich und Stina (Ólis Schwiegermutter) mit der gleichen Punktezahl an 2-3 Stelle. Der darauffolgende Münzwurf hat für mich entschieden.
Insgesamt sind wir mit einem Auto voller Medaillen nachhause gefahren: Sunna Margrét war 2. bei den unter 16jährigen, Salka Kristín 5. (es waren nur 5 Teilnehmer, deswegen war sie eher zornig, schliesslich war sie vor dem Finale noch 3.!!!) Ich habe wie gesagt zwei 2. Plätze in der Hobbyklasse und Óli hat den Viergang in seiner Klasse gewonnen. Zusammen mit dem dritten Platz von Stina in der Hobbyklasse war das keine schlechte Ausbeute für Team Sveinsstaðir, würde ich sagen. Ich hab ja irgendwie gehofft dass jemand Fotos macht, aber bisher sind noch keine aufgetaucht. Deswegen hab ich Rós die Medaillen umgehängt und davon ein Foto gemacht. Sie hat die ja eigentlich mehr verdient als ich, aber ich glaub es is ihr wurscht...

liebe Grüsse in die Heimat!

Dienstag, 28. Februar 2017

Febrúar

Jetzt ist schon wieder ein Monat um! Ich hab öfter drüber nachgedacht in den letzten 2 Wochen was zu posten, aber es herrscht hier grade Mangel an post-baren Ereignissen. Und wenn ich mir die Statistik so anschaue, dann war das immer so im Februar. Diese Februare sind irgendwie allgemein nicht so ergiebig..

Da war zwar das alljährliche Þorrablót vor 2 Wochen, aber darüber habe ich schon vor Jahren ausführlich berichte. Ihr wisst schon, das Fest wo man alle diese grauslichen Sachen ist, vom Gammelhai bis zu den Widderhoden. Das ist zwar immer sehr lustig, aber dieses Jahr ohne Skandale abgelaufen. Ausserdem hab ich keine Fotos davon und mittlerweile weiss ich auch was ich gefahrlos essen kann. Gemessen an isländischen Massstäben bin ich ein Weichei, Ólis Schwiegervater hat nach einem strengen Blick auf meinen Teller nur gemeint: "Óli! Was ist das denn? Du bekommst minus für Integrationsförderung! Sie isst ja überhaupt nix von den guten isländischen Sachen!" Antwort: "Ich weiss nicht was du hast, sie hat doch eh Trockenfisch auf dem Teller..." Tja. Diese Ausländer wissen halt nicht was gut ist.

Ausserdem fängt jetzt langsam die Turniersaison an. Bisher waren Rós und ich noch nicht sehr erfolgreich, aber das wird schon noch. Kraftur wartet schon gespannt auf den Geschicklichkeitsbewerb, wo es nur um Zeit geht. Ein paar neue Jungpferde haben wir auch im Stall, ein Eselchen ist mittlerweile halbwegs reitbar, ein anderes hoffentlich auf dem Weg dorthin und ein drittes Wurst. Ein viertes wurde verkauft (ja, es gibt tatsächlich Leut die kaufen sowas...), aber der Besitzer ist nicht so zufrieden mit den Fortschritten (ich hoffe er hat nicht zuviel bezahlt..). Dieser neue Besitzer ist ein guter Freund von Óli und ich fürchte das Tier wird wieder zu uns kommen zum Einreiten. Aber ich glaub Óli hat ihm gesagt, dass er den nicht wiedersehen will bevor er nicht ruhiger ist.

Winter!! Unfassbar..

Das Wetter war grade wieder zwei Tage winterlich, so mit Sturm und allem drum und dran. Deswegen hatte ich Zeit zum Aufräumen in der Sattelkammer.... was man da so alles findet! Unter anderem: Pferdelisten aus dem Jahre Schnee (naja, fast halt, ich kenne die Pferde jedenfalls nicht..), Schleifmaschinen, Handyladegeräte für die alten Nokia Handies, kiloweise Hufnägel, alte Bilder, eine Nummerntafel, ein Tagebuch von einem armen Holar-Praktikanten und ein Telefonbuch von 2007. Natürlich habe ich alles bis auf das Telefonbuch weggeworfen. Man weiss ja nie.

Beute vom Putzen

Mehr ist hier wirklich nicht passiert. Hier noch ein brandneues (gerade gehörtes) P.S.: Streitende Kinder rennen an meiner Tür vorbei und versuchen sich in Beleidigungen zu überbeiten. Ich höre nur: "Nein, DU bist Donald Trump!!"

Dienstag, 31. Januar 2017

Januar

Der erste Monat des neuen Jahres ist schon fast um, Zeit für einen neuen Blogpost! Winter und Frühling wechseln sich fleissig ab hier bei uns, man weiss wirklich nicht ob man zwei oder drei Fleecejacken anziehen soll unter der Winterjacke. Im Moment ist grade wieder Winter, so mit Minusgraden, Wind und Schneegestöber, aber wer weiss wie lange das anhält.

Das friedliche Island wurde in den letzten Wochen leider von einem Verbrechen schwer geschockt. Vielleicht hat der eine oder andere von euch schon gelesen, Mitte Januar ist eine junge Frau nicht vom Fortgehen in Reykjavík downtown heimgekommen. Einige Tage danach wurde ein grönländisches Schiff, dass zu der Zeit im Hafen von Reykjavík gelegen hatte, wieder nach Island zurückbeordert und zwei Besatzungsmitglieder in Untersuchungshaft genommen. Nach intensiver Suche wurde nach einer Woche die Leiche des Mädchens gefunden und es gilt als ziemlich sicher, dass die zwei Grönländer was mit dem Mord zu tun haben (Ausweis der Frau an Bord des Schiffes, ihr Blut im Mietauto etc.). Die Verdächtigen streiten bisher alles ab. Eine sehr sehr traurige Geschichte und alle Isländer sind tief getroffen, grade weil das hier so selten passiert.
Ich hab Óli gerade gefragt wann das letzte Mal so etwas passiert ist und er meinte, genau kann er das jetzt nicht sagen, aber es wäre sicher schon 10 Jahre her. 10 Jahre! Davon können alle anderen Länder nur träumen, denke ich. Das hilft aber der armen Birna auch nicht mehr. Jedenfalls ist es sehr schön zu sehen wie die Isländer alle zusammen halten: Gedenkmärsche mit Kerzen überall (auch auf Grönland) und bei der Suche haben sich über 500 Freiwillige beteiligt. Das Radioprogramm wurde tagelang alle halben Stunden unterbrochen um Updates über den Fall zu bringen (auch wenn es grade keine gab). Unglaublich eigentlich, bei uns ist damit nach 2 Tagen Schluss, ausser vielleicht in der Gegend wo das Verbrechen passiert ist...

Genug der tragischen News, zur Aufheiterung habe ich ein paar lustige Bildchen. Wir haben hier gerade sehr viele Jungpferde zum Trainieren (Óli hatte letztes Jahr aufgrund des fertigzustellenden Schafstalles nicht soo viel Zeit für die Pferde), 12 Stück um genau zu sein. Diese Jungpferde haben sich exkt in zwei Hälften aufgeteilt: Engel und Esel, wenn man das so sagen kann, dazwischen scheints nichts zu geben in diesem Jahrgang. Die Engelchen haben gar keine Angst, machen alles auf Anhieb richtig und keines hat gebockt. Gestern haben wir sie wieder auf die grosse Weide gestellt nachdem ich sie schon alle ein bisschen ausreiten konnte. Sehr brav!
Die Eselchen sind alles in allem eher unkooperativ, und zwar so richtig! Deswegen müssen sie noch im Stall bleiben und wir schauen ob sie sich nicht doch zähmen lassen. Bei einigen hege ich Hoffnung, bei anderen eher weniger...

Einer von den Engelchen ist Fáni. Der schaut nicht nur herzig aus, sondern stellt sich bisher auch ganz gut an! Wir haben das fast erwartet, denn seine Mama ist niemand anderes als meine Rós! Er ist vielleicht nicht ganz so gut wie sie, aber vom Charakter her kommt er definitv nach ihr! Und hübsch gescheckt ist er auch!


Ausserdem haben wir die Zwillinge in Training. Sie hören auf die Namen Þumalína und Þumall (Däumelinchen und Däumling). Wie die Namen schon vermuten lassen, sind sie etwas klein geraten (was bei Pferdezwillingen kein Wunder ist). Deswegen reite ich sie auch nur ganz kurz und arbeite viel mit der Hand mit ihnen. Die beiden sind etwas frech und leider eine Spur zu lauffreudig um wirklich Kinderpferde zu sein. Mal sehen. Als Grössenvergleich habe ich hier eines der grösseren Pferde im Stall dazugestellt:

Däumelinchen mit Stormur als Vergleichspferd

p.s.: das Loswerden der Weihnachtskilos erweist sich schwieriger als erwartet wegen Salka Kristins Geburtstag Ende Januar:
.. und das ist nur der süsse Teil des Buffets...
 liebe Grüsse nach Ö!

Samstag, 21. Januar 2017

Winterwonderland mit Vorbehalt

Eben habe ich gelesen, dass das Jahr 2016 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen ist. Mir kommt zwar vor als würde diese Aussage ohnehin jedes Jahr für das voerhergehende getätigt, aber ich denke für Island trifft es diesmal definitiv zu. Von dem eigentlich viel zu milden Herbst habe ich ja schon berichtet und auch als ich Ende November aus den USA zurück auf die Insel kam, haben mich grünes Gras und 8°C empfangen. Soweit, so gut. Angeblich hat es zu Weihnachten kurz geschneit, aber als ich wieder in Island gelandet bin waren wieder Plusgrade und kein Schnee. Letzte Woche kam dann der Winter für 4 Tage, da gab es jeden Tag zwischen -10 und -15°C. Puh! Also mir wär ja irgendwas dazwischen am liebsten, das scheints dieses Jahr allerdings nicht zu geben. Aber Hauptsache der Klimawandel ist ein von den Chinesen erfundener Schwindel.. (Achtung, Ironie!)

Sonnenaufgang um 12 Uhr
Noch ist es recht dunkel, so gegen halb 10 dämmert es langsam (bei klarem Himmel halt) und um 17:00 ist es schon wieder recht dunkel. Aber es wird heller und heller, man merkt das eigentlich jeden Tag. Der Vorteil der kurzen Tage ist, dass man für Sonnenaufgangsfotos nicht früh aufzustehen braucht, sondern ganz einfach in der Mittagspause den Fotoapparat zücken kann (siehe Bild oben).

Ansonsten geht alles seinen Gang, Rós und Kraftur geht es soweit gut und wir haben wieder mit dem Training begonnen. Im Stall sind jetzt soviele Jungpferde und jüngere Pferde, dass die zwei fast die ältesten sind (nur Gáski ist älter) und ich jeden Tag aufs neue begeistert was meine Pferde so können im Vergleich zu allen anderen. Bei denen muss ich nämlich teilweise noch streiten in welche Richtung es jetzt gehen soll, von der Gangart ganz zu schweigen!

Letzten Samstag habe ich auch an einem sehr interessanten Kurs teilgenommen. Es war zwar kein Reitkurs, aber hatte natürlich trotzdem etwas mit Pferden zu tun: Ich hab gelernt wie man Schnurhalfter herstellt. Sehr praktisch, denn die Dinger kosten mindestens mehrere 1000 Geld wenn man sie im Geschäft kauft, aber die Materialien alleine kosten nur etwa 10% davon. Ausserdem kann man dann selbst entscheiden wie gross man das Ding haben will. Am Anfang wirkt das Ganze etwas kompliziert: viel Schnur und verschiedene Knoten...
... aber mit etwas Hilfe habe ich dann doch ein hübsches Halfter zusammen gebracht. Das beste aller Pferde durfte dann auch gleich als Model herhalten. Er war nur mässig begeistert, aber das könnte auch daran liegen, dass er für dieses Foto sein Frühstück unterbrechen musste. (Nicht mal essen kann man in Ruhe, barbarisch.)
Es steht ihm dafür ganz gut, allerdings sind die seitlich Knoten etwas zu weit seitlich als das man das Halfter für die Jungpferde verwenden könnte. Macht nix, fürs nächste Mal weiss ichs und ich habe schon Material eingekauft um ein passendes Trainingshalfter herstellen zu können.

Dienstag, 10. Januar 2017

Gleðilegt nýtt ár!

(Fast) Pünktlich zum neuen Jahr gibts auch einen neuen Blogpost! Geniesst es solang ihr könnt, wer weiss wie lange das anhält.
Obwohl ich diesmal ungewöhnlich lange in Ö war, konnte ich trotzdem nicht viel mehr machen als sonst weil ich natürlich ewig krank war. Typisch. Der Temperaturunterschied zwischen Island und Österreich war nicht besonders krass, denn in Island war es schon den ganzen Herbst ungewöhnlich warm und dieses milde Wetter hat sich bis beinahe Weihnachten gehalten. In Österreich war es wie gewohnt, aber überraschend kam dann doch ein wenig Schnee:

weisses Zeug
Weihnachten und Silvester waren sehr sehr schön, natürlich habe ich viel zu viel gegessen (das merkt man wenn man dann die Reithose wieder anziehen will..), ich warte schon auf die Beschwerden von Rós und Kraftur.

Für alle die mir eine gute Reise gewünscht haben: vielen Dank, das war diesmal auch nötig! Wobei die Reise an sich grösstenteils eher unspektakulär war bis zum Schluss. Der Flug war sehr bequem bis man sich der Insel näherte. Da kamen (wie eigentlich eh immer) ein paar kleinere Turbulenzen Marke "Tschuldigung-könnten-wir-umdrehen-mein-Magen-ist-nicht-mit" aber je näher und je tiefer wir waren desto schlimmer wurde es. Neblig war es natürlich auch. Als wir dann aus dem Nebel raus waren, waren zwischen uns und dem Boden eh nur noch 15 Meter. Für die Piloten sicherlich nicht so überraschend (will ich mal hoffen!), aber für den gemeinen Passagier doch eher auf der Adrenalin fördernden Seite. Auf einmal hat dann eine Windbö für eine ordentliche Schräglage gesorgt. Ich konnte den Boden nicht mehr sehen, denn der Flügel auf meiner Seite hat auf einmal gen Himmel gewiesen. Grad als ich angefangen hab zu überlegen wieviele Millimeter in diesem Fall dann auf der anderen Seite wohl noch zwischen Boden und Flügelspitze sind, hat der Pilot wieder Vollgas gegeben und wir haben eine Extrarunde über Island gedreht. Der zweite Versuch war dann auch recht spannend, aber von Erfolg gekrönt.

Somit sind nur minimale Verlusten zu vermelden: einer der drei Lindt-Schokobären hat sich auf der Reise leider schwere Bauchhöhlenverletzungen zugezogen. Ich hab ihn natürlich sobald wie möglich von seinem Leid erlöst. R.I.P.

Hier noch ein Bild vom Silvester feiern:


Gutes neues Jahr!

Mittwoch, 7. Dezember 2016

San Diego

Im Zuge meines Kalifornienaufenthalts habe ich zu Thanksgiving einen Abstecher nach San Diego gemacht. Eigentlich wollte ich ja nach Los Angeles, aber alle (Einheimische sowie Freunde von daheim) haben mir einstimmig davon abgeraten und stattdessen San Diego gepriesen. Dann ist mir eingefallen, dass ich dort ja auch eine Bekannte habe die hin und wieder auf Sveinsstaðir Pferde kauft. Sie hat mich auch gleich zu sich eingeladen und bei sich wohnen lassen. Von San Diego selbst hab ich zwar nicht viel gesehen, aber dafür umso mehr von der Umgebung dort. Kimberly kann nämlich nicht still sitzen und deswegen sind pausenlos geritten, gewandert oder sonst wie unterwegs gwesen.
an der Pazifikküste

San Diego liegt ja noch ein bisschen südlicher, das heisst wir hatten bis zu 27°C und durchgehend Sonnenschein. Die Landschaft ist noch ein bisschen wüstenähnlicher als in der San Francisco Gegend. Auch recht karg, sehr interessant, aber eigentlich hab ichs doch lieber grün.

Rowdy
Nichtsdestotrotz war es sehr schön. Kimberly hat 5 Pferde bei sich zuhause und noch 2 weitere sind bei ihr eingestellt. Der Stall ist direkt in ihem "Garten". Das ist in der Community dort gar kein Problem, sie Gegend ist nämlich dafür konzipiert und jedes zweite Haus hat einen Stall und beliebig viele Reitplätze und Koppeln dabei. Und ganz egal ob man Pferde besitzt oder nicht, bevor man nicht den obligaten Reitweg angelegt hat, darf man sein Haus erst gar nicht um- oder ausbauen. Das ist kein Scherz, sondern Gesetz. Logischerweise freuen sich einige darüber mehr als andere.. Die Reitwege dürfen auch von Radfahrern und Joggern benutzt werden, aber die müssen weichen wenn ein Pferd kommt. (Ist ja auch gescheiter.) Somit kann man dort von seinem Haus weg ausreiten. In der Praxis ist das leider nicht so toll wie es klingt weil alle 50 Meter natürlich eine Einfahrt ist. Also mit länger am Stück tölten ist nichts. Obwohl besagte Einfahrten sogar ein pferdefreundliches (sprich rutschfestes) Pflaster aufweisen müssen, falls es doch irgendwann einmal regnet.
Ich hab auch einen netten Typen kennengelernt, aber wie man auf dem Bild sehen kann ist es (mal wieder) ein vierbeiniger. Er heisst Rauður, aber das kann natürlich niemand aussprechen und deswegen wird er Rowdy genannt. Dafür war er aber eigentlich ganz friedlich.

Wieder zurück in San Francisco habe ich einige Ausflüge in die Natur (also, mehr oder weniger halt) unternommen weil Städte auf Dauer ein bisschen nerven. Kein Platz, überall Häuser und Lärm und LEUTE! Zum Glück gibt es in San Francisco und Umgebung sehr viele Parks.
Ausserdem war ich auf der Insel Alcatraz. Das kann ich nur empfehlen, sehr interessant und informativ. Heute gibts dort nur noch Gebäude und jede Menge Vögel, deswegen ist das jetzt auch ein National Park. Die Audiotour ist sehr gut gemacht und man bekommt einen guten Eindruck wie es dort war als das Gefängnis noch in Betrieb war. Lustig war das sicher nicht, jeden Tag San Francisco vor Augen, aber nicht hinkommen zu können... tja.


Natürlich gab es auch zahlreiche Ausbruchsversuche. Mehr oder weniger erfolgreich... die meisten eher weniger. Nur 3 Männer wurden nie gefunden, aber in Anbetracht der Tatsache dass das Wasser arschkalt ist wird Tod durch ertrinken angenommen. Einer hat es allerdings mal tatsächlich geschafft bis nach SF rüberzuschwimmen. Dann war er allerdings so erschöpft dass er das Bewusstsein verloren hat. Kinder haben ihn gefunden, geglaubt es hätte ein Schiffsunglück gegeben und hilfsbereit die Polizei verständigt. Die kam dann, hat ihn aufgeweckt und zurückgebracht. Das arme Schwein.